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Leichter Umsatzrückgang, starker Gewinneinbruch

23. April 2021, 07:16 Uhr   |  dpa, Newsdesk st

Leichter Umsatzrückgang, starker Gewinneinbruch
© Wrangler/stock.adobe.com

Intel hat im ersten Quartal 2021 einen Umsatz von 19,7 Mrd. Dollar erzielt. Das liegt um 1 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahrs, aber über den eigenen Erwartungen im Januar dieses Jahres. Der Nettogewinn gab um 41 Prozent nach.

Die Bruttomarge von Intel belief sich auf 55,2 Prozent, im Vorjahr lag sie noch bei 58,4 Prozent. Die Ausgaben für R&D und MG&A (Merger & Acquisitions) beliefen sich im ersten Quartal 2021 auf 5 Mrd. Dollar, was wiederum 3 Prozent über dem Wert des Vorjahres liegt. Der Nettogewinn wurde mit 3,4 Mrd. Dollar beziffert, 41 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Einen Ausschlag dafür gab eine außerordentliche Belastung von rund 2,2 Milliarden Dollar, nachdem Intel zu einer Zahlung in dieser Höhe an einer Patentfirma verurteilt worden war.

Das lukrative Geschäft mit Rechenzentren (DCG: Data Center Group) ging bei Intel zuletzt deutlich zurück, konkret um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5,56 Mrd. Dollar. Und auch das operative Ergebnis sackte von 3,5 auf knapp 1,3 Mrd, Dollar ab. Nachdem im vergangenen Jahr die Rechenzentren angesichts des höheren Datenvolumens durch Arbeiten und Lernen von Zuhause aus ausgebaut wurden, wurde mit einer Abkühlung bereits gerechnet. Intel sieht darin eine befristete Abkühlung, während 2020 georderte Chipmengen »verdaut« würden - und keine Abwanderung zur Konkurrenz. Zuletzt hatte der Intel-Erzrivale AMD Boden bei Server-Chips gutgemacht.

Auch der Umsatz der NSG (Non-Volatile Memory Storage Group) und der PSG (Programmable Solution Group, programmierbare Logik, ehemals Altera) sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken, einmal um 17 Prozent (1,1 Mrd. Dollar) und einmal um 6 Prozent (486 Mio. Dollar). Erfreulicher sehen die Zahlen bei der CCG (Client Computing Group), dem größten Umsatzsegment von Intel, und im Bereich Internet of Things mit den zwei Untergruppen IOTG (Internet of Things Group) und Mobileye aus. Der Umsatz der CCG stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf 10,6 Mrd. Dollar, der IOTG-Umsatz um 4 Prozent (914 Mio. Dollar) und der von Mobileye sogar um 48 Prozent (377 Mio. Dollar).

Intel lieferte 54 Prozent mehr Prozessoren für Notebooks aus. Ihr durchschnittlicher Preis sank jedoch um 23 Prozent, unter anderem da im Bildungsbereich in den USA die einfacheren und günstigeren Chromebooks gefragt waren. »Wir sehen keine Anzeichen für eine Abkühlung der PC-Nachfrage«, betonte Gelsinger. Mit dem Arbeiten und Lernen von Zuhause aus bekam der jahrelang schwächelnde Markt schon im vergangenen Jahr einen kräftigen Schub.

Die aktuelle Halbleiter-Knappheit, wegen der mehrere Autohersteller bereits die Fließbänder anhalten mussten, geht unter anderem darauf zurück. Zugleich wurden die Engpässe nach Einschätzung von Experten auch von Vorratskäufen des chinesischen Huawei-Konzerns angesichts von US-Sanktionen verursacht. Ein Ende der globalen Halbleiter-Engpässe sieht Intel nicht. Die »beispiellose Nachfrage« strapaziere die Lieferketten in der Branche, sagte der neue Intel-Chef Pat Gelsinger. Es fehle an Fertigungskapazitäten, Material für Leiterplatten sowie an Bauteilen. »Wir erwarten, dass die nötigen Investitionen aus der Branche gegen diese Knappheit ein paar Jahre in Anspruch nehmen.«

Für das zweite Quartal wird ein Umsatz von rund 18,9 Mrd. Dollar erwartet, das gesamte Jahr 2021 soll bei rund 77 Mrd. Dollar liegen. Die Kapitalinvestitionen werden sich voraussichtlich auf 19 bis 20 Mrd. Dollar belaufen.

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