Intel: 20 Mrd. Dollar

Bau von zwei Fabs in Ohio

24. Januar 2022, 7:50 Uhr | Iris Stroh
Intel-Gelände in Ohio
Bislang sind zwei Halbleiterfabriken in Ohio geplant, Platz gibt es aber insgesamt für acht Fabs.
© Intel

Intel investiert 20 Mrd. Dollar in den Bau von zwei neuen hochmodernen Chipfabriken in Ohio. Die neuen Fabs sollen einerseits für die eigenen Produkte, andererseits für Foundry-Kunden genutzt werden.

Darüber hinaus will Intel weitere 100 Mio. Dollar in Partnerschaften mit Bildungseinrichtungen investieren, um so einerseits die Ausbildung entsprechender Talente zu fördern und andererseits Forschungsprogramme in der Region zu stärken.

Die Intel-Investition ist die größte Einzelinvestition des Privatsektors in der Geschichte Ohios. Es wird davon ausgegangen, dass in der ersten Phase des Projekts voraussichtlich 3.000 Arbeitsplätze bei Intel und 7.000 Arbeitsplätze im Baugewerbe geschaffen werden, langfristig sollen Zehntausende zusätzliche lokale Langzeitarbeitsplätze in einem breiten Ökosystem von Zulieferern und Partnern entstehen. Das Gelände erstreckt sich über fast 1.000 Hektar in der Nähe von Columbus, und kann insgesamt acht Chipfabriken sowie unterstützende Anlagen und Partner des Ökosystems beherbergen. Bei vollem Ausbau könnte die Gesamtinvestition in den Standort im Laufe des nächsten Jahrzehnts auf bis zu 100 Mrd. Dollar anwachsen, was ihn zu einem der größten Halbleiterproduktionsstandorte der Welt machen würde.

Der Baubeginn ist für Ende 2022 vorgesehen. Die Produktion wird voraussichtlich im Jahr 2025 aufgenommen, wenn die Fabrik Chips mit den fortschrittlichsten Transistortechnologien der Branche liefern wird. Die neuen Fabriken sollen zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden, einen positiven Nettowasserverbrauch aufweisen und keine Abfälle auf Deponien entsorgen, um die Nachhaltigkeitsziele von Intel für 2030 zu erreichen.

»Die Auswirkungen dieser Mega-Investition werden tiefgreifend sein«, sagte Keyvan Esfarjani, Intel Senior Vice President of Manufacturing, Supply Chain and Operations. »Eine Halbleiterfabrik ist nicht wie andere Fabriken. Der Bau dieses Halbleiter-Megastandorts ist mit dem Bau einer kleinen Stadt vergleichbar, die eine lebendige Gemeinschaft von unterstützenden Dienstleistungen und Zulieferern hervorbringt. Ohio ist ein idealer Standort für Intels US-Expansion, da es Zugang zu Spitzentalenten, eine robuste Infrastruktur und eine lange Tradition als Produktionsstandort bietet.« Wie viel Intel investieren wird, ob es wirklich die 100 Mrd. Dollar werden, hängen laut seiner Aussage aber noch stark von der Finanzierung durch den CHIPS Act ab, sprich wie viel der Staat dazu gibt.

Mit den neuen Fabs will Intel auch seine Foundry-Aktivitäten (IFS: Intel Foundry Services) unterstützten. Dazu erklärt Dr. Randhir Thakur, Senior Vice President und President von Intel Foundry Services: »Mit IFS öffnet Intel seine Fabriktore, um die Bedürfnisse von Foundry-Kunden auf der ganzen Welt zu befriedigen, von denen viele nach mehr geografischer Ausgewogenheit in der Halbleiterlieferkette suchen. Die Fabs in Ohio sind für die "Angstrom-Ära" ausgelegt und unterstützen die fortschrittlichsten Prozesstechnologien von Intel, einschließlich Intel 18A.« Der 18A-Prozess basiert auf RibbonFETs und PowerVias und stellt die zweite Generation dieser Prozesstechnologie dar. Die frühere Variante - 20A – bezeichnet Intel als Einstieg in die Angstrom-Ära, der Prozess soll 2024 hochgefahren werden.


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