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EyeQ Ultra Chip für autonomes Fahren in Privatfahrzeugen

5. Januar 2022, 9:44 Uhr | Iris Stroh
EyeQ Ultra
Mobileye präsentiert EyeQ Ultra – einen AV-on-Chip, das speziell für autonome Fahrzeuge entwickelt wurde.
© Mobileye

EyeQ Ultra ist laut Mobileye das fortschrittlichste und leistungsstärkste SoC, das das Unternehmen für das autonome Fahren entwickelt hat. Das erste Silizium wird Ende 2023 erwartet, die Produktion für die Automobilindustrie soll 2025 starten.

»Autonomes Fahren für Privatfahrzeuge ist die Kür für die Industrie«, so Professor Amnon Shashua, President und CEO von Mobileye. Dank der Entwicklung der kompletten Technologien für autonome Fahrzeuge – von der Hardware und Software bis hin zur Kartierung und Servicemodellen – hat Mobileye einen einzigartigen Blick für die exakten Anforderungen an Systeme für autonomes Fahren. Dadurch haben wir die Möglichkeit, Leistungs- und Kostenoptimierungen vorzunehmen, die für den Einsatz von autonomen Fahrzeugen in Privatfahrzeugen benötigt werden.«

Mobileye hat den EyeQ Ultra erst entwickelt, nachdem das Unternehmen ein selbstfahrendes Fahrzeug entwickelt hatte. Dadurch konnte Mobileye genau bestimmen, was ein autonomes Fahrzeug benötigt, um einen möglichst hohen MTBF-Wert (MTBF: Mean Time Between Failures) zu erreichen. Dieser Ansatz ermöglicht ein optimales Gleichgewicht zwischen der Performance der verschiedenen Beschleuniger und Allzweckprozessoren und das Ganze unter Berücksichtigung eines möglichst effizienten Betriebs.

EyeQ Ultra vereint die Rechenleistung von zehn EyeQ5 in einem einzigen Chip. Der Chip wird mithilfe eines 5-nm-Prozesses gefertigt und kann laut Mobileye alle Anforderungen und Anwendungen des autonomen Fahrens der Stufe 4 (L4) erfüllen, ohne die Kosten und die Leistungsaufnahme in ungeahnte Höhen zu treiben. Wie die EyeQ-Vorgänger auch wurde EyeQ Ultra in Abstimmung mit der Software von Mobileye entwickelt, wodurch eine hohe Energieeffizienz ohne Leistungseinbußen ermöglicht wird.

EyeQ Ultra nutzt vier Klassen von proprietären Beschleunigern, die jeweils für eine bestimmte Aufgabe entwickelt wurden. Diese Beschleuniger werden mit zusätzlichen CPU-Kernen, ISPs und GPUs kombiniert, so dass die Rechenleistung ausreicht, um den Input von zwei Sensor-Subsystemen (einem reinen Kamerasystem und einem kombinierten Radar- und Lidarsystem), dem zentralen Rechensystem des Fahrzeugs, hochauflösenden Karten sowie die Driving-Policy-Software zu verarbeiten. Mit nur 176 TOPS ist der EyeQ Ultra wesentlich effizienter als andere AV-Lösungen und bietet die notwendige Leistung und das Preisniveau, das für autonomes Fahren für Privatfahrzeuge erforderlich ist.

Evolution der EyeQ Architektur

Die bewährte EyeQ-Architektur von Mobileye bildet die Grundlage für EyeQ Ultra. EyeQ Ultra wurde entwickelt, um autonomes Fahren in Privatfahrzeugen zu ermöglichen. EyeQ Ultra wird von der von Mobileye entwickelten AV Maps-Technologie Road Experience Management (REM) unterstützt. Durch Millionen von Fahrzeugen, die bereits mit Mobileye ausgestattet sind, erfasst REM Straßendaten, mit der das Mobileye Roadbook in der Cloud generiert wird, um in Echtzeit aktuelle Informationen über die Straßenbeschaffenheit vor dem Fahrzeug bereitzustellen.

Die Einführung von EyeQ Ultra erfolgt zeitgleich mit zwei neuen EyeQ-SoCs für Fahrerassistenzsysteme – dem EyeQ6 Light und dem EyeQ6 High, beide basieren auf einem 7-nm-Prozess. EyeQ6 Light ist der Nachfolger des EyeQ4 SoCs in einem deutlich kleineren Gehäuse: der neue Chip kommt nur auf 55 Prozent der Größe des EyeQ4. Diese »One-Box«-Lösung für den Einsatz hinter der Windschutzscheibe liefert mehr Deep-Learning-TOPS bei niedriger Leistungsaufnahme für hocheffiziente Einstiegs- und Premium-Fahrerassistenzsysteme (L2). Testreihen wurden letztes Jahr gestartet, die Produktion soll Mitte 2023 anlaufen.

EyeQ6 High unterstützt Premium-Fahrerassistenzsysteme beziehungsweise teilautomatisierte Fahrfunktionen mit einer 360-Grad-Umgebungserfassung. Die Rechenleistung entspricht der von zwei EyeQ5-SoCs, unterstützt aber vor allem die Visualisierung und erbringt eine höhere Leistung bei anspruchsvollen KI-Workloads. Diese SoCs ermöglichen alle ADAS-L2+-Funktionen sowie die Verarbeitung von Datenströmen aus mehreren Kameras (einschließlich Parkkameras) und können Apps von Drittanbietern wie Parkvisualisierung und Fahrerüberwachung übernehmen. Muster der EyeQ6H-SoCs werden noch in diesem Jahr verfügbar sein, die Produktion soll Ende 2024 starten.


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