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Toyota überholt GM

US-Autoabsatz fällt – Preis pro Auto steigt

Nuthawut/stock.adobe.com
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Toyota ist auf Kurs, Marktführer GM in dessen Heimatmarkt vom Thron zu stoßen. Weil die knappen Chips vor allem in teure Autos wandern, steigt der durchschnittliche Verkaufspreis.

Der größte US-Autobauer General Motors ist im vergangenen Quartal besonders hart von den branchenweiten Chip-Lieferengpässen getroffen worden. Die GM-Verkäufe im Heimatmarkt fielen im Jahresvergleich um fast ein Drittel auf knapp 447.000 Fahrzeuge. Toyota konnte dagegen sogar leicht zulegen und liegt nach den ersten neun Monaten des Jahres deutlich vor dem langjährigen Marktführer GM. Allerdings hatte auch Toyota im September 2021 in den USA um 22 Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahresmonat.

Toyota konnte den US-Absatz im dritten Vierteljahr um 1,4 Prozent auf gut 566.000 Fahrzeuge steigern. Nach drei Quartalen kommt Toyota nun auf knapp 1,858 Millionen Wagen – GM liegt bei 1,777 Millionen. Allerdings hatte auch Toyota im September 2021 in den USA um 22 Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahresmonat.

Verfügbare ICs wandern vor allem in teure Autos

Derzeit liegt die Nachfrage nach Autos deutlich über dem Angebot, weshalb die Preise steigen. Die Marktforscher von J.D. Power haben ermittelt, dass der durchschnittliche Preis pro verkauftem Fahrzeug in den USA im September gegenüber dem Vormonat von 40.000 auf 42.802 Dollar gestiegen ist, weil die Hersteller die verfügbaren Chips vor allem in den teuren Autos verbauen. Im September 2021 habe der durchschnittliche Verkaufspreis um 18,6 Prozent über dem Preis im Vorjahresmonat gelegen. Damals hatte der Preis zum ersten Mal die Schwelle von 36.000 Dollar übersprungen. Das läge vor allem daran, dass die Händler weniger Kaufanreize über Rabatte geben. Pro Auto hätten sie jetzt bei 1.755 Dollar gelegen, um 2037 Dollar weniger als im Vorjahr. Gemessen am Durchschnittspreis pro Auto seien die Rabatte auf 4 Prozent gefallen, was um 5,2 Prozentpunkte niedriger liegt als noch vor einem Jahr.

Diverse Hersteller mussten wegen der anhaltenden Chip-Knappheit in den vergangenen Monaten die Produktion aussetzen oder konnten Fahrzeuge nicht fertigstellen. GM verwies speziell auf Engpässe bei der Halbleiter-Produktion in Malaysia, die Lage werde aber besser.

Der US-Absatz deutscher Autohersteller entwickelte sich unterschiedlich. Bei Volkswagen sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge sei um 8 Prozent auf 79.321. Die Sportwagen-Tochter Porsche verkaufte mit 15.289 Autos 1,7 Prozent weniger.

BMW legte dagegen in den USA um 8,7 Prozent auf 75.619 Fahrzeuge zu. Seit Jahresanfang setzte der Konzern mit 243 613 Autos sogar 35,4 Prozent mehr ab als in den ersten neun Monaten 2020. Bei Volkswagen steht seit Jahresanfang ein Plus von 29,9 Prozent auf 51.615 Autos in den Büchern.

Andere japanische Hersteller schlugen sich im US-Markt nicht so gut wie Toyota. Bei Honda sanken die Verkäufe um rund elf Prozent auf knapp 346.000 Fahrzeuge, bei Nissan um zehn Prozent auf rund 199.000.

 


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