Opel-Mutter

Stellantis fährt mehr Gewinn ein - Aktie legt zu

29. Juli 2022, 7:42 Uhr | dpa
Stellantis CES 2022
© Stellantis

Weil Lieferteile fehlen, verkauft auch der Autobauer Stellantis weniger Wagen. Dennoch kann die Opel-Mutter ihren Gewinn steigern. Besonders in einer Region fuhr der Konzern ordentlich Rendite ein.

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis hat im ersten Halbjahr von höheren Autopreisen und vom schwächeren Euro profitiert. Der Umsatz des Konzerns mit Marken wie Fiat, Chrysler, Peugeot oder Citroën stieg im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 88 Milliarden Euro, wie der Autobauer am Donnerstag mitteilte. Dabei waren die Auslieferungen wegen der Halbleiterknappheit zurückgegangen.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis zog um 44 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro an. Unter dem Strich stieg der Gewinn um rund ein Drittel auf 8 Milliarden Euro. Die Aktie kletterte am frühen Nachmittag um 3,2 Prozent.

Konzernchef Carlos Tavares bescheinigte dem eigenen Konzern und den Mitarbeitern eine »herausragende Leistung« in einem fordernden Umfeld. Es wäre noch untertrieben, zu sagen, die Autoindustrie habe in den letzten Jahren in einer chaotischen Umgebung gearbeitet. Die Ergebnisse zeigten, dass Stellantis resilient sei, »eine Allwetterfirma«.

Bedingt durch den Halbleitermangel, der den Automarkt allgemein ausbremste, lagen die Auslieferungen von Stellantis im ersten Halbjahr weltweit sieben Prozent unter dem Wert im ersten Semester 2021. Besonders in Europa gingen die Verkaufszahlen zurück. Finanzchef Richard Palmer wies aber darauf hin, dass man im Verlauf des Halbjahres eine Verbesserung bei den Auslieferungen gesehen habe. Die Performance des Konzerns sei trotz der rückläufigen Verkäufe stark gewesen. Das Unternehmen bestätigte seine Jahresprognose.

Ein besonders gutes Ergebnis fuhr der Konzern in Nordamerika, seiner profitabelsten Region, ein. Stellantis-Chef Carlos Tavares sagte, der durchschnittliche Verkaufspreis sei hier gestiegen, ebenso Gewinn und Marktanteil.

Das Unternehmen verzeichnete im ersten Halbjahr zudem gestiegene Verkaufsraten von batteriebetriebenen Fahrzeugen, weltweit mehr als 50 Prozent. Auch in Europa stiegen die Verkäufe im Elektrosegment, sagte Tavares. Man sei den Konkurrenten in Europa dicht auf den Fersen und in der Spitze des europäischen Marktes. »Das wird ein aufregendes Rennen.« Tavares zeigte sich zudem überzeugt, dass das Unternehmen in Zukunft weiter im Elektrobereich punkten werde: »Der Markttrend wird uns entgegenkommen.«

Der Vielmarkenkonzern Stellantis war Anfang vergangenen Jahres aus einer Fusion des französischen Peugeot-Herstellers PSA und Fiat Chrysler (FCA) entstanden. Bei den Zahlen unterstellt Stellantis, dass der Konzern bereits den ganzen Vorjahreszeitraum zusammengehört hätte. Detaillierte Finanzangaben zu einzelnen Marken wie Opel machte Stellantis zunächst nicht.


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