Schwerpunkte

CO₂-Emissionen im Verkehrssektor senken

Mazda tritt der eFuel Alliance bei

05. Februar 2021, 15:30 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Mazda tritt der eFuel Alliance bei
© Mazda

Mazda setzt neben der Elektrifizierung auf weitere Technologien für mehr Klimaschutz und ist daher der eFuel Alliance beigetreten.

Mazda ist der eFuel Alliance beigetreten. Die im vergangenen Sommer gegründete Allianz bringt Organisationen und interessierte Parteien zusammen, die CO₂-neutrale synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff als zuverlässigen und wirksamen Beitrag zur Emissionsminderung im Verkehrswesen fördern möchten.

Mazdas Philosophie: Die Kombination verschiedener Technologien ist die wirkungsvollste Möglichkeit zur Senkung von Emissionen. Eine zentrale Säule dieses Ansatzes ist die Elektrifizierung: Bis 2030 werden alle neu zugelassenen Fahrzeuge des Herstellers elektrifiziert sein – entweder mit vollelektrischem Antrieben oder mit Hybrid- beziehungsweise Plug-in-Hybrid-Antrieb.

Somit wird es mittelfristig weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor geben, insbesondere in Ländern, in denen sich reine Elektrofahrzeuge nicht so schnell durchsetzen können. Daher treibt der japanische Hersteller neben der Elektrifizierung auch die Effizienzsteigerung konventioneller Antriebe sowie einen breiteren Einsatz CO₂-neutraler Kraftstoffe voran, mit denen aktuelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor klimaschonend weiterbetrieben werden können. Gemeinsam mit den Mitgliedern der eFuel Alliance setzt sich Mazda dafür ein, dass synthetische Kraftstoffe (eFuels) zukünftig bei der Berechnung des CO₂-Flottenaustoßes in Europa berücksichtigt werden. eFuels werden mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien, Wasser und CO₂ aus der Luft hergestellt und setzen somit kein zusätzliches CO₂ frei, sondern sind in der Gesamtbilanz klimaneutral. Sie sind mit heutigen Verbrennungsmotoren kompatibel. Außerdem können sie fossilen Kraftstoffen beigemischt werden und über die bestehende Transport- und Tankstellen-Infrastruktur vertrieben werden.

Ein Vorteil synthetischer Kraftstoffe ist zudem ihre Eigenschaft als robustes Speicher- und Transportmittel für erneuerbare Energien. Industrieländer wie Deutschland können ihren hohen Bedarf an erneuerbaren Energien nicht allein durch heimische Produktion decken. In anderen, besonders sonnen- und windreichen Gebieten können erneuerbare Energien hingegen in großer Menge und mit hoher Effizienz produziert und anschließend als eFuels mit bereits vorhandenen technischen Mitteln dorthin transportiert werden, wo sie gebraucht werden.

Effizienzvergleich zwischen Elektro- und mit eFuels betriebenem Fahrzeug

Bisherige Effizienzvergleiche zwischen Elektrofahrzeugen und mit eFuel betriebener Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor betrachten ausschließlich den Verbrauch in Kilowattstunden Strom. Hierbei schneidet ein Elektrofahrzeug besser ab. Man nimmt dabei an, dass der Bedarf an Strom aus erneuerbaren Quellen zum Betrieb eines Stromers oder zur Erzeugung von eFuel zu 100 Prozent aus lokalen Quellen stammt.

Stellt man eFuels allerdings aus nachhaltigen Stromquellen an Orten her, an denen die Bedingungen in Bezug auf Sonnen- oder Windstrom viel günstiger sind als in Deutschland, sieht das Bild anders aus: Um ein batteriebetriebenes Fahrzeug mit 100 Prozent heimischem Ökostrom zu versorgen, ist nahezu die gleiche Ökostrom-Systemleistung erforderlich wie bei einem Verbrenner-Fahrzeug betrieben mit importiertem synthetischem Kraftstoff, der an globalen Standorten mit viel besseren Bedingungen für die Ökostromproduktion hergestellt wird. (Quelle: Gesamtheitliche Effizienz von Technologien im Straßenverkehr in Deutschland | Frontier Economics)

Dort wird aufgrund der deutlich günstigeren Klimabedingungen mit der gleichen Systemleistung erheblich mehr Ökostrom erzeugt als zum Beispiel in Deutschland, was die Verluste bei der Umwandlung von Strom in eFuel sowie den im Vergleich zum Elektromotor niedrigeren Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors mehr oder weniger vollständig kompensiert.

Im Vergleich zum Stromer bieten Verbrennerfahrzeuge betrieben mit eFuels bei globaler Produktionsstruktur also eine wettbewerbsfähige Gesamtökobilanz – zusätzlich zu den genannten Vorteilen bei Infrastruktur und Nutzung in der bestehenden Fahrzeugflotte.

Die eFuel Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, für die Vorteile CO₂-neutraler synthetischer Kraftstoffe im Dialog mit den Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit zu werben und die Produktion von eFuels voranzutreiben und zu intensivieren. Zu den Mitgliedern der im vergangenen Jahr gegründeten Interessengemeinschaft zählen Unternehmen, Verbände und Einzelpersonen unter anderem aus der Mineralölbranche, der Automobil- und Automobilzuliefererindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, aus Forschung und Wissenschaft, der Luft- und Seefahrtbranche, der Chemieindustrie sowie aus dem Bereich der Energieproduktion und -gewinnung.

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