Schwerpunkte

VDA kritisiert Umweltministerium

Nationale Umsetzung der REDII bleibt hinter Klimazielen zurück

02. Oktober 2020, 13:00 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Nationale Umsetzung der REDII bleibt hinter Klimazielen zurück
© VDA

Die nationale Umsetzung der REDII bleibt erheblich hinter deutschen und europäischen Klimazielen zurück – das kritisiert der VDA erheblich.

Die EU-Kommission will die EU-weiten CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent senken – anstatt der geplanten 40 Prozent. Auch das Bundesministerium für Umwelt hat sich für die Zielverschärfung ausgesprochen. Doch die Umsetzung hinkt, wie der VDA kritisiert.

»Ein mit erneuerbaren Kraftstoffen betriebener Verbrennungsmotor ist klimafreundlich. Für einen wirksamen Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz muss viel stärker als bisher bei den Energieträgern, wie Kraftstoffen und Strom, angesetzt werden. Grundlage für erneuerbaren Strom und strombasierte Kraftstoffe (E-Fuels) ist daher jeweils der massive globale Ausbau erneuerbarer Energien«, betonte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Sie erklärt weiter: »Die Pariser Klimaziele einzuhalten bedeutet, einen Weg aufzuzeigen, der den vollständigen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Kraftstoffe im Verkehr bis 2050 vorsieht. Damit wird langfristig kein fossiler Kraftstoff für Verbrennungsmotoren zur Verfügung stehen. Neben einem ambitionierten Hochlauf der Elektromobilität ist deswegen der Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe wie E-Fuels, Wasserstoff oder fortschrittlicher Biokraftstoffe nötig, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Um die notwendigen Mengen im Markt zu etablieren, sind politische Entschlossenheit und Unterstützung notwendig.«

Entscheidend dafür ist nun ein konsequentes politisches Vorgehen auf nationaler und europäischer Ebene bei der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (REDII). Müller unterstrich: »Es ist widersprüchlich, dass das Bundesministerium für Umwelt im jüngsten Referentenentwurf zur nationalen Umsetzung der REDII hinter den eigenen Klimazielen zurückbleibt. Die Zielquote von 14 Prozent entspricht nicht den Klimaschutzzielen der Bundesregierung, sie erfüllt nicht die Zielmengen aus der nationaler Wasserstoffstrategie und wurde auch nicht den neuen Klimazielen der EU-Kommission angepasst. Dieses Vorgehen ist nicht ambitioniert genug.«

»Zusätzlich relativieren diverse Mehrfachanrechnungen (wie die vierfache Anrechnung von Ladestrom) die niedrige Zielquote. So werden keine Anreize für Investitionen in erneuerbare Kraftstoffe geschaffen. Die Gefahr, dass der Verkehrssektor mit diesen Instrumenten die Klimaziele verfehlt, ist sehr wahrscheinlich«, so Hildegard Müller. Eine ambitionierte Umsetzung des REDII kann eine CO2-Einsparung von bis zu 25 Millionen Tonnen erwirken. Das entspricht einem Drittel der nötigen Treibhausgaseinsparungen bis 2030 im Verkehrssektor. Um das zu erreichen, fordert der VDA mindestens 23 Prozent erneuerbare Kraftstoffe – ohne Mehrfachanrechnung – und eine Mindestquote von fünf Prozent Wasserstoff und E-Fuels bis 2030.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Hildegard Müller wird neue VDA-Präsidentin
Neuausrichtung der IAA 2021
Jedes achte Auto soll 2040 per Brennstoffzelle fahren
Daimler Truck bereitet Serienproduktion von Brennstoffzellen vor
Wasserstoff als Eckpfeiler für CO2-neutrale Mobilität
Toyota und Honda entwickeln mobiles Stromversorgungssystem

Verwandte Artikel

VDA Verband der Automobilindustrie e.V., Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU