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Ressource Trinkwasser

Audi will Wasserverbrauch in Produktion bis 2035 halbieren

22. März 2021, 11:30 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Audi will Wasserverbrauch in Produktion bis 2035 halbieren
© Audi

Audi arbeitet daran, den Wasserverbrauch in der Produktion zu reduzieren. Bis 2035 soll er halbiert werden.

Trinkwasser zählt zu den wertvollsten Ressourcen: Audi will daher den eigenen Wasserverbrauch geringhalten und perspektivisch kein Trinkwasser mehr in der Fahrzeugproduktion verwenden. Dafür setzt das Unternehmen auf geschlossene Wasserkreisläufe und die verstärkte Nutzung von Regenwasser.

In der Automobilproduktion ist der Einsatz von Wasser unverzichtbar, beispielsweise in der Lackiererei oder bei Dichtigkeitsprüfungen. Um Maßnahmen zur Wasserschonung gezielt zu priorisieren, nutzt Audi einen standortbezogenen Wasserkennwert, der die Wasserentnahme an den Standorten ins Verhältnis zur regionalen Verfügbarkeit setzt. Die Berücksichtigung der regionalen Verhältnisse ermöglicht, Maßnahmen gezielt dort umzusetzen, wo Wasser besonders kostbar ist. Auf diese Weise soll der ökologisch gewichtete Wasserverbrauch in der Produktion bis 2035 von heute durchschnittlich etwa 3,75 m3 auf etwa 1,75 m3 je produziertem Auto reduziert werden.

Audi México ist Vorreiter im sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser. Das Werk produziert bereits seit 2018 Fahrzeuge vollständig abwasserfrei. Eine biologische Kläranlage mit nachfolgender Ultrafiltrations- und Umkehrosmoseanlage fängt das in der Produktion entstehende Abwasser auf, reinigt es und speist große Mengen wieder in den Wasserkreislauf des Werks ein. Der Standort nutzt das aufbereitete Wasser beispielsweise als Betriebswasser, setzt es erneut in der Produktion ein oder verwendet es zum Bewässern der Grünflächen auf dem Werksgelände.

Am Standort Neckarsulm soll ein geschlossener Wasserkreislauf zwischen dem Werk und der benachbarten kommunalen Kläranlage des Abwasserzweckverbands Unteres Sulmtal etabliert werden. Bevor der Kreislauf, und damit verbunden der Bau einer neuen Wasserversorgungsanlage, starten kann, testet Audi das Verfahren mit einer Pilotanlage. Das Wasser, das aus der Kläranlage zurückkommt, wird in einen Container im Norden des Werkgeländes geleitet und dort mittels Filteranlagen und Membranen für einen erneuten Einsatz in der Produktion aufbereitet. Dabei wird die Wasserqualität ständig überprüft. Eine Laboranalyse ergänzt die Qualitätskontrolle und ermittelt alle 14 Tage die Eigenschaften des aufbereiteten Wassers. Verlaufen die Tests erfolgreich, soll bereits 2022 der Bau der neuen Wasserversorgungsanlage beginnen und das Werk ab 2025 diesen Wasserkreislauf schließen.

Am Standort Ingolstadt ist seit 2019 ein neues Betriebswasser-Versorgungszentrum im Einsatz. In Verbindung mit der bisherigen Aufbereitungsanlage kann dadurch rund die Hälfte des am Standort entstehenden Abwassers in einen Kreislauf zurückgeführt und zur Wiederverwendung aufbereitet werden. In drei Stufen bereitet die Anlage das Abwasser auf, bevor es erneut als Betriebswasser in der Produktion eingesetzt werden kann. Dabei durchläuft es zunächst eine chemisch-physikalische Anlage, die alkalische und saure Bestandteile neutralisiert und Schwermetalle entfernt. Anschließend kommt der Membran-Bio-Reaktor zum Einsatz, das Herzstück des Betriebswasser-Versorgungszentraums. Produktionswasser und Sanitärabwasser werden an dieser Stelle vermischt und von organischen Bestandteilen befreit. Zuletzt schleust eine Umkehrosmose zurückgebliebene Salze aus. Danach gelangt das gereinigte Abwasser als Brauchwasser zurück in den Wasserkreislauf. Jährlich spart Audi dadurch bis zu 300.000 m3 Frischwasser ein.

Zusätzlich setzt Audi an mehreren Standorten auf Regenwasser-Rückhaltebecken, um den eigenen Wasserbedarf möglichst ressourcenschonend abzudecken. Auf dem Werkgelände in Mexico befindet sich ein Wasserreservoir mit einer Kapazität von 240.000 m3. Es füllt sich während der rund sechsmonatigen Regenzeit von Mai bis Oktober. Das gesammelte und aufbereitete Regenwasser kommt im Werk zum Einsatz. Auch am Standort Ingolstadt sammelt Audi Regenwasser in unterirdischen Regenrückhaltebecken, um es als Brauchwasser dem Wasserkreislauf im Werk zuzuführen. Je nach Witterungsbedingungen können bis zu 250.000 m3 Regenwasser jährlich genutzt werden. Auch an den anderen Standorten soll die Regenwassernutzung in den kommenden Jahren verstärkt werden.

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