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Schienenverkehrsforschung

Wasserstofffahrzeuge brauchen neue Sicherheitskonzepte

18. Januar 2021, 08:16 Uhr   |  Irina Hübner

Wasserstofffahrzeuge brauchen neue Sicherheitskonzepte
© TÜV Rheinland InterTraffic

Der TÜV Rheinland InterTraffic hat vom Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt einen Entwicklungsauftrag erhalten: Ein Standard für Wasserstoffanwendungen in Schienenfahrzeugen soll her.

Derzeit ergeben sich mit einem verstärkten Einsatz von alternativen Antrieben im Schienenverkehr diverse neue Herausforderungen. Insbesondere der Einsatz von Brennstoffzellentechnik und der damit einhergehende Umgang mit Wasserstoff erfordern neue Sicherheitskonzepte. Um die Sicherheit von Wasserstofffahrzeugen grundsätzlich zu gewährleisten, sind regulatorische und technische Vorgaben erforderlich.

Bislang haben Behörden im Zulassungsprozess für Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen im Rahmen der Konformitätsbewertung auf technische Regelwerke und Normen aus der Industrie, Automobilbranche zurückgegriffen. Nun sollen eigene technische Regelwerke und Normen für die Zulassung von wasserstoffbetriebenen Schienenfahrzeugen erstellt werden, um die Verwendung von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik zu erleichtern, den Zulassungsprozess zu vereinfachen und damit den Einsatz alternativer Antriebe im Schienenverkehr zu fördern und nachhaltig zu stärken.

Die Projektumsetzung

Das Projekt teilt sich in zwei Arbeitspakete auf: Im ersten Schritt geht es um die Sichtung aller relevanten nationalen und internationalen Regelwerke und Normen, die auf Wasserstofffahrzeuge und Brennstoffzellensysteme anwendbar sind. Dabei erfolgen die Analyse ihre Anwendung auf den Schienenfahrzeugbereich sowie ihre Bewertung. Im zweiten Schritt folgt die Entwicklung eines Entwurfs für einen bahnspezifischen Standard zur einfacheren Implementierung von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechniken.

Die Arbeit des TÜV Rheinland InterTraffic im Projekt

  • Erstellung einer Übersicht aller nationalen und internationalen Regelwerke und Normen im Bereich Wasserstoff und Brennstoffzelle
  • Definition von Randbedingungen für den Anwendungsbereich Schienenfahrzeuge
  • Entwicklung des Entwurfs eines bahnspezifischen Standards zu Wasserstoff-Brennstoffzellen-Systemen für Schienenfahrzeuge
  • Projektmanagement und die Dokumentation der Arbeitsergebnisse sowie die Koordinierung des forschungsbegleitenden Arbeitskreises.

Das Projekt wird interdisziplinär umgesetzt. Zum Projektteam gehören unter anderem Fachleute aus dem Wasserstoff-Kompetenzteam vom TÜV Rheinland. Sie unterstützen bei der Recherche und Sichtung der relevanten nationalen und internationalen Regelwerke sowie Normen und ihre Anwendung auf den Schienenfahrzeugbereich. Die Laufzeit des Projekts beträgt 12 Monate.

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