Schwerpunkte

Stabilisierung des Stromnetzes

Projekt zur Netzintegration von Elektroautos gestartet

23. November 2020, 11:31 Uhr   |  Irina Hübner

Projekt zur Netzintegration von Elektroautos gestartet
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Wie sich Elektroautos künftig ins Stromnetz integrieren lassen, untersuchen und testen Stromnetz Berlin und 50Hertz zusammen mit der VW-Tochter-Elli und Bosch. Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Funktionen der Smart-Meter-Gateway-Infrastruktur.

Um Elektrofahrzeuge zur Stabilisierung des elektrischen Systems einsetzen zu können, werden künftig digitale Messsysteme in Verbindung mit sogenannten Smart Meter Gateways (SMGW) und Steuerungseinrichtungen eine wichtige Rolle spielen. Gemeinsam mit der VW-Tochter Elli und Bosch untersuchen und testen der Verteilnetzbetreiber Stromnetz Berlin und der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz in einem Kooperationsprojekt, welcher Datenaustausch hierfür notwendig ist und wie durch einen Verbund von Elektroautos Regelleistung erbracht werden kann. Die Laufzeit des gemeinsamen Projektes beträgt 18 Monate.

Das unter dem Namen Internet-of-Energy firmierende Projekt sieht vor, zunächst die Funktionen der hochsicheren Smart-Meter-Gateway-Infrastruktur ausführlich zu testen. Diese zentralen Kommunikationseinheiten des Messstellenbetreibers empfangen und speichern Daten und stellen sie den Netzbetreibern und weiteren Marktakteuren wie Stromlieferanten zur Verfügung. Kombiniert mit passender Steuerungstechnik kann so perspektivisch der Ladevorgang der Elektroautos beeinflusst werden, ohne dass die Kunden Komforteinbußen haben.

Über die Smart Meter können Kunden Anreize erhalten, damit sie ihre Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur für Systemdienstleistungen zur Verfügung stellen. Die Gateways werden von den Messstellenbetreibern in Deutschland seit einigen Monaten unter anderem bei vielen Elektroauto-Besitzern mit eigener Lade-Infrastruktur installiert. Neben der Kommunikation über die Smart-Meter-Gateway-Infrastruktur sollen auch alternative Kommunikationstrecken getestet werden, die einen Datenaustausch direkt zwischen Ladeinfrastruktur, E-Auto, VNB und ÜNB ermöglichen.

Durch die Einbindung der VW-Tochter Elli in das Gemeinschaftsprojekt sollen unter anderem die Voraussetzungen geschaffen werden, dass die Speicherkapazität von Elektroautos gebündelt wird und dass Elektroautos über Aggregatoren an den Regelleistungsmärkten teilnehmen können. In Zukunft ist auch eine Rückspeisung des in Autobatterien gespeicherten Stroms in die öffentlichen Stromnetze denkbar, wenn zeitweise nicht ausreichend Strom aus Erneuerbaren Energien zur Deckung des Strombedarfs zur Verfügung steht. Die Bosch-Tochter IO ist auf technische Lösungen im Bereich IoT spezialisiert und bringt als Softwaresystemlieferant ihre Expertise an den Schnittstellen zwischen Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber und Ladesäulen ein.

Thomas Schäfer, Geschäftsführer von Stromnetz Berlin, erklärt: »Zukünftig werden in Deutschland Millionen von Elektroautos in die Verteilnetze integriert. Damit diese auch zur Systemsicherheit beitragen können, braucht es unter anderen den Datenaustausch zwischen allen Marktakteuren auf Basis der Smart-Meter-Infrastruktur. Smart Meter werden die Energiewelt verändern. Sie sind ein wichtiger und notwendiger Schritt zur Umsetzung und Digitalisierung der Energiewende. Zusammen mit modernen Steuerungseinrichtungen unterstützen sie die sichere Integration neuer flexibler Verbraucher wie Elektromobilität in die Stromnetze und ermöglichen gleichzeitig diesen Kunden die Teilnahme am Strommarkt.«

Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb von 50Hertz, ergänzt: »Ein Verkehrssektor mit Millionen von Elektrofahrzeugen und einer vernetzten Ladeinfrastruktur hat das Potenzial, für den Ausgleich von Schwankungen bei der Stromerzeugung durch Wind- und Solarenergie einen wichtigen Beitrag zu liefern. Damit trägt die Nutzung dieser flexiblen Kapazitäten zur erfolgreichen Integration von Strom aus Windkraft- und Solaranlagen in das elektrische Gesamtsystem bei. Für das Unternehmen 50Hertz, das als Übertragungsnetzbetreiber für die Systemführung verantwortlich ist, ist das ein wichtiger Baustein der Strategie, bis 2032 den Strombedarf in dessen Netzgebiet zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken.«

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