IBV-Systeme einfacher integrieren

Neues Schnittstellen-Modul »GenFeA« im GenICam-Standard

16. Februar 2026, 17:21 Uhr | Roman Moie, MVTec Software, GenICam-Arbeitsgruppe / ak
Roman Moie, MVTec Software / GenICam-Arbeitsgruppe: »GenFeA bietet eine strukturierte und effiziente Lösung für schon lange bestehende Herausforderungen bei der Integration von Bildverarbeitungssystemen.«
© MVTec Software

Generic Feature Access (GenFeA) ist ein von der GenICam-Arbeitsgruppe entwickelter Standard für eine Programmierschnittstelle zur Konfiguration von Bildverarbeitungsgeräten. Das GenFeA-Schnittstellen-Modul adressiert den Wunsch nach einer schlankeren und effizienteren Nutzung von GenICam-Geräten.

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Der Software-Schnittstellen-Standard GenICam (Generic Interface for Cameras) wird von der European Machine Vision Association (EMVA) gehostet. Im Rahmen von GenICam zielt die GenFeA-Initiative darauf ab, die Implementierung von Bildverarbeitungssystemen zu vereinfachen, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und eine breitere Kompatibilität zwischen eingebetteten Systemen und heterogenen Gerätearchitekturen zu gewährleisten.

Bewältigung praktischer Herausforderungen

GenFeA wurde entwickelt, um den Aufwand für die Integration von Bildverarbeitungsgeräten in Softwaresysteme zu reduzieren. Dazu bietet das neue Standard-Modul mehrere wesentliche Vorteile, beginnend mit niedrigeren Einstiegshürden für Anbieter. So können Hersteller mit bestehenden Geräte-APIs über GenFeA am GenICam-Ecosystem teilnehmen, ohne XML-Dateien erstellen und pflegen zu müssen. Dies ist besonders vorteilhaft für Unternehmen, die aus angrenzenden Bereichen wie Embedded Vision in den Bildverarbeitungsmarkt einsteigen. Darüber hinaus ermöglicht GenFeA eine vereinfachte Integration für Softwareentwickler, weil sich die Gerätekonfiguration mit einer einfachen C-API durchführen lässt, ähnlich wie bei der bereits für die Bildübertragung verwendeten GenTL-Schnittstelle. Das reduziert die Komplexität der Entwicklung und ermöglicht eine schnellere Integration.

Außerdem bietet das neue GenICam-Modul Unterstützung für modulare Systemarchitekturen. GenFeA ermöglicht die Kombination von Komponenten verschiedener Anbieter, wie Kameras, Objektivsteuerungen und Bildsignalprozessoren, zu einem zusammenhängenden System. Diese Modularität unterstützt skalierbare und flexible Lösungen. Schließlich bietet GenFeA eine verbesserte Kompatibilität mit neuen Technologien. Geräte wie eingebettete Kameras oder softwaredefinierte Komponenten lassen sich nun leichter in das GenICam-Ecosystem integrieren. All das fördert Innovationen und erweitert den Anwendungsbereich der industriellen Bildverarbeitung.

Flexibler Ansatz für den Zugriff auf Funktionen

Das GenFeA-Modul adressiert alle oben beschriebenen Herausforderungen und bietet eine anpassungsfähige Methode zur Beschreibung und zum Zugriff auf Gerätefunktionen. Es unterstützt sowohl standardisierte als auch herstellerspezifische Funktionen und fokussiert sich auf das Vorhandensein und Verhalten von Features, ohne Implementierungsdetails vorzuschreiben. Außerdem können Anbieter so die Analyse von XML zur Laufzeit vermeiden, während XML intern weiterhin unterstützt wird, wenn dies gewünscht ist. Dadurch bleibt die Kompatibilität mit der GenICam Standard Feature Naming Convention erhalten, was die Konsistenz zwischen Geräten und Schnittstellen gewährleistet. Dieser Ansatz macht GenFeA für eine Vielzahl von Anwendungen interessant, von relativ einfachen Embedded-Systemen bis hin zu komplexen industriellen Umgebungen.

Status der Implementierung

Um die Modul-Einführung zu unterstützen, entwickelt die GenICam-Arbeitsgruppe derzeit eine Wrapper-Bibliothek namens FeAForGenApi. Diese gemeinsam genutzte Software-Bibliothek stellt die GenFeA-Schnittstelle zur Verfügung und stützt sich intern auf die bestehende GenICam-Referenzimplementierung (GenApi). Sie bietet Zugriff auf dieselben Funktionen wie GenApi, jedoch über eine vereinfachte und leichter zugängliche Schnittstelle. Diese erste Implementierung bietet eine praktische Möglichkeit, mit GenFeA zu arbeiten. Sie ermöglicht es Entwicklern, von der neuen Schnittstelle zu profitieren, ohne die bestehende Infrastruktur ersetzen zu müssen.

Fazit

GenFeA bietet eine strukturierte und effiziente Lösung für schon lange bestehende Herausforderungen bei der Integration von Bildverarbeitungssystemen. Durch die Reduzierung der Komplexität und die Unterstützung der Modularität ermöglicht es eine optimierte Entwicklung und eine breitere Akzeptanz von Bildverarbeitungstechniken. Für Entscheidungsträger bietet GenFeA eine Gelegenheit, die Interoperabilität zu verbessern, den Entwicklungsaufwand zu reduzieren und Innovationen über eine Vielzahl von Plattformen und Branchen hinweg zu unterstützen.

Roman Moie ist Product Owner Hardware Integration bei der MVTec Software GmbH und Mitglied der GenICam-Arbeitsgruppe.

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