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Nachhaltige Ingenieurwissenschaft

»Teil des Umbaus der Gesellschaft sein«

Hochschule Bonn
Antonia Schelnberger will als Ingenieurin am Ausbau der erneuerbaren Energien arbeiten.
© Privat

Antonia Schelnberger will am Ausbau der Erneuerbaren arbeiten und studiert 'Nachhaltige Ingenieurwissenschaft' im Masterstudium an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Ihr Schwerpunkt: die Speicherung von erneuerbarem Strom in Form von Wasserstoff.

Antonia Schelnberger ist junge Mutter von zwei Kindern und will Ingenieurin werden, um den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben.

Einen Studiengang, der Ingenieurwissenschaften mit Nachhaltigkeit vereint, hat Antonia Schelnberger an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gefunden. Den Bachelor hat sie im März abgeschlossen, mittlerweile studiert sie im Master-Studiengang.

Ihr Schwerpunktthema ist die Speicherung von erneuerbarem Strom in Form von Wasserstoff. FlexHyx nennt sich das Projekt, bei dem fortgeschrittene Studierende wie Schelnberger Systeme mit Metallhydridspeichern modellieren und Netzwerke simulieren.

Seit Sommer 2021 auch Master-Studiengang

Der Studiengang „Nachhaltige Ingenieurwissenschaft“ an der H-BRS setzt insbesondere auf die Themenfelder erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Umwelttechnik.

Für den ingenieurwissenschaftlichen Hintergrund sorgen neben einem Grundlagenstudium Module wie Mess- und Regelungstechnik oder Thermodynamik.

In sieben Semestern führt der auf dem Campus Sankt Augustin angesiedelte Studiengang zum Abschluss „Bachelor of Engineering“. Daran kann sich der Master-Studiengang anschließen, der in der Regel drei Semester beansprucht. Diesen hat die H-BRS im Sommer 2021 neu eingerichtet.

„Wir müssen bei der Entwicklung neuer Technologie von Beginn an im Blick haben, wie sich deren Produktion und Anwendung auf die Umwelt auswirken. Daher stellen wir uns und den Studierenden immer wieder die Frage, wie wir die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen einbeziehen und mitbedenken können. Das ist das Besondere am Studiengang Nachhaltige Ingenieurwissenschaft – hier lernt man beides – Technologien entwickeln und ihre Folgen reflektieren“, sagt Prof. Stefanie Meilinger.

Im Fach „Erneuerbare Energien“ etwa lernen die Studierenden im ersten Semester, wie Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien funktionieren und welche Bedeutung Solarenergie, Windkraftwerke und Wasserkraft für die Energiewende haben. Schon nach den ersten drei Monaten im Studium können die Studierenden Photovoltaik-Anlagen für Hausdächer technisch auslegen und deren Wirtschaftlichkeit berechnen.

Der Nachhaltigkeitsaspekt durchzieht dabei als Leitidee das gesamte Studium. In Vorlesungen und Seminaren werden ökologische, soziale und ökonomische Aspekte der unterschiedlichen Technologien diskutiert.

Praxisnahe Ausbildung im Vier-eins-Modell

Als Hochschule für angewandte Wissenschaften legt die H-BRS Wert darauf, die Ausbildung praxisnah und lösungsorientiert zu gestalten. In jedem Semester finden drei Projektwochen statt, jeweils im Wechsel mit vier Vorlesungswochen. Vier-Eins-Modell nennt sich das prämierte Konzept, das es nach eigenen Angaben nur an der H-BRS gibt.

Die Projekte, die die Studierenden in Gruppen bearbeiten, werden zunehmend anspruchsvoller. Dies können der Bau einer Drohne, der Umbau eines Motorrades auf Elektroantrieb oder die Ökobilanzierung eines Haushaltsgeräts sein. Das fünfte Semester wird als Praxissemester oder alternativ als Studiensemester an einer ausländischen Hochschule durchgeführt. In einem mindestens 20-wöchigen Praktikum wenden die Studierenden ihr erlerntes Wissen an, um ingenieurmäßige Aufgaben in der betrieblichen Praxis zu lösen. Abschlussarbeiten können in Kooperation mit Unternehmen oder Forschungsinstituten geschrieben werden.

Für viele Branchen qualifiziert

Die Absolvent:innen seien für viele Branchen qualifiziert, etwa im Arbeitsumfeld der Energieerzeugung und -verteilung, in Industrieunternehmen, Planungsbüros und der Energieberatung, so die Hochschule. Darüber hinaus finden sich Arbeitsplätze in der Produktentwicklung, im Produktmanagement der produzierenden Industrie, bei Stadtwerken, Behörden und Gemeinden.

Antonia Schelnberger ist entschlossen, ihr Wissen über Energieumwandlung, Brennstoffzellen und Sektorenkopplung im Sinne künftiger Generationen einzusetzen. „Mit dem Studium kann ich“, sagt sie, „Teil des Umbaus unserer Gesellschaft sein.“


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