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Cost-of-Living-Ranking

Die teuersten Städte für Expatriates

22. Juni 2021, 11:27 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Die teuersten Städte für Expatriates
© Stockfotos-MG/stock.adobe.com

Das neue Cost-of-Living-Ranking von Mercer soll multinationalen Unternehmen dabei helfen, für ihre im Ausland tätigen Mitarbeitenden die richtigen Vergütungspakete zu entwerfen. Eine Folge der Pandemie: traditionelle Langzeiteinsätze nehmen zugunsten alternativer Formen ab.

Im Cost-of-Living-Ranking 2021 von Mercer ist Ashgabat die teuerste Stadt für internationale Mitarbeitende und verdrängt Hongkong auf den zweiten Platz. 

Beirut belegte den dritten Platz und kletterte im Ranking um 42 Positionen nach oben, was laut Mercer auf eine schwere und weitreichende wirtschaftliche Depression aufgrund der Eskalation mehrerer Krisen, die größte Finanzkrise des Landes, COVID-19 und die Explosion im Hafen von Beirut im Jahr 2020, zurückzuführen ist. 

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© Mercers Cost-of-Living-Studie 2021

Im Cost-of-Living-Ranking 2021 von Mercer ist Ashgabat die teuerste Stadt für internationale Mitarbeitende und verdrängt Hongkong auf den zweiten Platz.

Tokio und Zürich fielen jeweils um einen Platz vom dritten auf den vierten bzw. fünften Rang zurück, und Shanghai verbesserte sich um einen Platz gegenüber dem Vorjahr auf den sechsten Rang. Singapur rückte vom fünften auf den siebten Platz vor. 

Weitere Städte, die in den Top 10 der teuersten Städte für internationale Mitarbeitende von Mercer auftauchen, sind Genf (8), Peking (9) und Bern (10). Die weltweit am wenigsten teuren Städte für internationale Mitarbeiter sind laut Mercer-Umfrage Tiflis (207), Lusaka (208) und Bischkek, das auf Platz 209 landete.

Drei europäische Städte befinden sich unter den Top 10 der teuersten Standorte. Als Nummer fünf im globalen Ranking bleibt Zürich die teuerste europäische Stadt, gefolgt von Genf (8) und Bern (10).
Die Stärkung der lokalen Währung führte dazu, dass mehrere europäische Städte in der Rangliste nach oben kletterten, darunter Paris auf Platz 33. Auch die lokale Währung im Vereinigten Königreich bleibt stark, sodass London (18) und Birmingham (121) einen bzw. acht Plätze aufstiegen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate setzten die Diversifizierung ihrer Wirtschaft fort, wodurch sich der Einfluss der Ölindustrie auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte. Dies führte sowohl in Dubai (42) als auch in Abu Dhabi (56) zu einer negativen Preisentwicklung. Beirut ist die teuerste Stadt im Nahen Osten für internationale Arbeitnehmende und sprang um 42 Positionen auf den dritten Platz in der globalen Rangliste. N'Djamena (13), Lagos (19) und Libreville (20) sind die ersten, zweiten und drittteuersten Städte in Afrika für internationale Mitarbeitende. Lusaka (208) ist die kostengünstigste Stadt in Afrika.

Die Städte in den USA sind in der diesjährigen Rangliste vor allem aufgrund von Währungsschwankungen zwischen März 2020 und März 2021 zurückgefallen, trotz der steigenden Inflation von Waren und Dienstleistungen im Land. New York (14) rangiert als teuerste Stadt in den USA, obwohl es seit dem letzten Jahr acht Positionen verloren hat, gefolgt von Los Angeles (20), San Francisco (25), Honolulu (43) und Chicago (45). Winston Salem (151), North Carolina, bleibt für Expatriates unverändert die günstigste der bewerteten US-Städte. San Juan (89) fiel aufgrund der Deflation in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 um 23 Plätze zurück und auch eine sehr niedrige Inflation Anfang 2021 wirkte sich ebenfalls auf die Position im Ranking aus. 

Der kanadische Dollar hat im Verhältnis zum US-Dollar an Wert gewonnen, was zu Sprüngen im diesjährigen Ranking führte. Vancouver (93) ist die teuerste kanadische Stadt im Ranking, gefolgt von Toronto (98) und Montreal (129). Mit Platz 156 ist Ottawa die günstigste Stadt Kanadas.

In Südamerika rangiert Port of Spain (91) als teuerste Stadt, gefolgt von Port-au-Prince (92) und Pointe-à-Pitre (107). Brasilia (205) ist die preiswerteste Stadt in Südamerika.

Asien-Pazifik

Mehr als die Hälfte der Top 10 der teuersten Städte befindet sich in Asien. Ashgabat kletterte in der diesjährigen Rangliste um eine Position und ist damit die teuerste Stadt für internationale Mitarbeitende, sowohl in Asien als auch weltweit. Es folgten Hongkong (2), Tokio (4), Shanghai (6), Singapur (7) und Peking (9). Mumbai (78) ist die teuerste Stadt Indiens, fiel aber in der diesjährigen Rangliste um 18 Plätze zurück, was auf eine relativ schwache indische Rupie im Vergleich zu anderen Städten in der Rangliste zurückzuführen ist.

Australische Städte sind in der diesjährigen Rangliste aufgestiegen, da die lokale Währung gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert gewonnen hat. Sydney (31), Australiens teuerste Stadt im Ranking für internationale Arbeitnehmende, erlebte einen Aufstieg um 35 Plätze, gefolgt von Melbourne (59) mit einem Anstieg um 40 Plätze. 

Maximal 5 Jahre ins Ausland, dann zurück ins heimische Unternehmen, damit der Kulturschock nicht zu groß wird. So war es früher.

Doch Unternehmen organisieren spätestens seit der Pandemie die Mobilität ihrer Belegschaft neu, zeigen die Untersuchungen von Mercer. Neue Arbeitsformen und digitale Technologien werden demnach zunehmend genutzt, und es verstärkt sich der Trend zu alternative Formen wie Kurzzeiteinsätze, permanent Entsendete, internationale Pendler:innen, internationale Remote-Arbeitende und internationale Freiberufler. 

»Die Entwicklung zu neuen Formen flexibler Auslandstätigkeit (wie z.B. Remote Working, Virtual Assignments), die sich zu Beginn der Pandemie im letzten Jahr ausgebildet hatten, hat sich verstärkt«, erläutert Ulrike Hellenkamp, Partnerin und Expertin für Auslandsentsendungen bei Mercer. Mehr als 50 Prozent der Unternehmen nähmen hier aufgrund der Pandemie Veränderungen vor.

»Plötzliche Änderungen der Wechselkurse wurden hauptsächlich durch die Auswirkungen von COVID-19 auf die Weltwirtschaft verursacht«, erläutert Hellenkamp. Diese Volatilität könne sich auf Expatriates in vielfältiger Weise auswirken, »etwa wenn Mitarbeitende in der Währung ihres Heimatlandes bezahlt werden und Geld im Gastland umtauschen müssen.«

Die Lebenshaltungskosten haben zudem Auswirkungen auf die Attraktivität eines Standorts, etwa als Zielort für Talente oder im Rahmen einer Standortentscheidung für Unternehmen. Eine Reihe von Standorten, die unter der Pandemie besonders gelitten hätten oder noch leiden, würden in ihrer Akzeptanz als Auslandsstandort von Mitarbeitern kritisch überprüft. Zudem werden Entsendeprogramme auch hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit diskutiert, sagt Hellenkamp. 

Die Cost-of-Living-Studie soll Arbeitgebern Auskunft zu Währungsschwankungen geben, inflationären und deflationären Druck auf Waren, Dienstleistungen und Unterkünfte an internationalen Betriebsstandorten einordnen sowie bei der Festlegung und Überarbeitung von Vergütungspaketen für Mitarbeitende bei internationalen Einsätzen unterstützen. 

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