Homeoffice-Studie

Mobiles Arbeiten ist Jüngeren wichtiger als Gehalt

14. Dezember 2021, 7:56 Uhr | Corinne Schindlbeck
Homeoffice
Prof. Dr. Florian Kunze, Professor für Organisational Studies am Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft sowie Principal Investigator am Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz.
© Ines Janas

Eine Langzeit-Studie der Uni Konstanz zeigt, dass besonders jüngere Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten wollen. Ein Sechstel von ihnen würde für garantierte Homeoffice-Tage sogar Gehaltseinbußen in Kauf nehmen.

Prof. Dr. Florian Kunze ist Professor für Organisational Studies am Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft sowie Principal Investigator am Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz. Er forscht zu Digitalisierung und neuen Formen der Arbeit, zum demographischen Wandel in öffentlichen und privaten Organisationen und effektivem Führungsverhalten. Unter seiner Leitung führt die Uni Konstanz eine empirische Längsschnittstudie durch, in der die Homeoffice-Entwicklungen seit dem Frühjahr 2020 untersucht werden. Die Forscher befragen dazu stets dieselben, repräsentativ ausgewählten Personen. 

Das Ergebnis der jüngsten Befragung vom November zeige, dass der Wunsch nach Homeoffice stabil geblieben ist, sagt Florian Kunze. „Gerade unter den Jüngeren würden viele sogar in Kauf nehmen, etwas weniger zu verdienen, wenn sie dafür regelmäßig von zu Hause aus arbeiten dürften. Dabei ist die Arbeitsplatzsituation in Deutschland von einer hybriden Arbeitskultur, in der Homeoffice, mobile Arbeitsformen und Präsenzarbeit Hand in Hand gehen, noch recht weit entfernt.“

Im Schnitt möchten Arbeitnehmer seit Beginn der Pandemie vor ca. 20 Monaten 2,9 Tage in der Woche im Homeoffice arbeiten - der Wert sei stabil, so Kunze. Aber es gibt Unterschiede zwischen den Jahrgängen: Den 18-35-jährigen ist Homeoffice so wichtig, dass ca. ein Sechstel von ihnen sogar Gehaltseinbußen dafür in Kauf nehmen würde.

Nur 18 Prozent der Befragten meinen, dass Homeoffice Produktivität und Arbeitsprozesse stört. Unter den befragten Führungskräften liegt dieser Wert mit 26 Prozent deutlich höher. 70 Prozent der Beschäftigten kommen trotz Präsenzarbeit noch vorwiegend digital zusammen.

Auch nach der Rolle der Betriebe für das Impf- und Infektionsgeschehen fragten die Forschenden: Mehr als die Hälfte der Befragten wurde demnach vom Arbeitgeber zur Impfung aufgefordert oder bekam im Betrieb eine Impfung angeboten. Ein Drittel der Befragten gab an, dass 3G-Regelungen an ihrem Arbeitsplatz nicht eingehalten würden.

 


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