Fachkräftebedarf

KI verändert den Qualifikationsbedarf im Mittelstand

18. März 2026, 13:55 Uhr | Corinne Schindlbeck
© ipopba/Adobe Stock

Künstliche Intelligenz (KI) kann den Fachkräftebedarf im Mittelstand kurzfristig senken, langfristig jedoch verändern und erhöhen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn.

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Ist Künstliche Intelligenz ein Jobkiller oder nicht? Infos dazu liefert eine aktuelle Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn.  Derzeit setzen Unternehmen KI vor allem substitutiv ein, zeigt sie. Dabei übernimmt die Technologie einzelne Aufgaben, insbesondere Routinetätigkeiten, und entlastet so die Beschäftigten. Ein Abbau von Arbeitsplätzen ist damit in der Regel nicht verbunden. Auf diese Weise können Stellenbesetzungsprobleme kurzfristig reduziert werden. Freigewordene Kapazitäten stehen für andere Tätigkeiten zur Verfügung. 

Wandel der Tätigkeitsprofile

Mit zunehmender Verbreitung von KI verändert sich in diesem Zuge die Arbeitsorganisation. Tätigkeitsprofile verschieben sich, da einzelne Aufgaben entfallen, neue hinzukommen und andere unverändert bleiben. Die Studie unterscheidet dabei unter anderem veränderte, neue und ersetzbare Tätigkeitsprofile.

Besonders relevant ist der wachsende Anteil an Aufgaben, die zusätzliche Kompetenzen erfordern, etwa im Umgang mit KI-Systemen oder bei der Bewertung von Ergebnissen. 

Steigender Bedarf an qualifizierten Fachkräften

Langfristig gewinnt durch KI der sogenannte komplementäre Einsatz an Bedeutung. Dabei ergänzt KI menschliche Fähigkeiten und schafft neue Aufgabenfelder. Dies führt zu einem steigenden Bedarf an entsprechend qualifizierten Fachkräften.

Da diese Qualifikationen am Arbeitsmarkt bislang nur begrenzt verfügbar sind, kann sich der Fachkräftemangel perspektivisch verschärfen, so das IfM. 

Qualifizierung und Rahmenbedingungen

Unternehmen stehen smit vor der Aufgabe, ihre Beschäftigten gezielt weiterzubilden und Tätigkeitsprofile anzupassen. Gleichzeitig sind Anpassungen in Ausbildung und Studium erforderlich, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden.

Neben betrieblichem Engagement sieht die Studie auch die Politik in der Pflicht, geeignete Rahmenbedingungen für den sicheren und selbstbestimmten Einsatz von KI zu schaffen. 
 


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