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Trotz Rekordjahr

SMIC reduziert Capex

12. November 2020, 08:09 Uhr   |  Heinz Arnold

SMIC reduziert Capex
© SMIC

70 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet SMIC in Festlandchina, 31 Prozent mit ICs, die mit Hilfe von 0,15- und 0,18-µm-Prozessen gefertigt werden.

SMIC kürzt seine für 2020 vorgesehenen Investitionen auf 5,9 Mrd. Dollar – weil Equipment aus den USA wegen der Export-Restriktionen voraussichtlich nicht beschafft werden kann.

Noch im August hatte SMIC (Semiconductor International Cooperation, die größte Foundry Chinas) die Investitionen von 3,2 auf 6,7 Mrd. Dollar erhöhen wollen. Das wäre das doppelte des Umsatzes von 2019 (3,12 Mrd. Dollar) gewesen. Der Capex ist im dritten Quartal 2020 auf 2,28 Mrd. Dollar in die Höhe gesprungen, nachdem er im dritten Quartal des vergangenen Jahres noch bei 1,34 Mrd. Dollar gelegen hatte.

Beobachter spekulierten, dass SMIC soviel Maschinen für die IC-Fertigung wie möglich einkaufen wollte, bevor die USA amerikanischen Herstellern verbieten würde, SMIC zu beliefern. Der Lieferbann kam dann tatsächlich Ende September: Die USA sahen Sicherheitsrisiken, weil SMIC zu eng mit den militärischen Stellen in China zusammenarbeiten würde.

Außerdem darf SMIC nicht mehr für den wichtigen Kunden Huawei produzieren, weil die USA den Herstellern verbieten, Huawei mit ICs zu beliefern, die mit Hilfe von Maschinen aus den USA gefertigt wurden. Das bedeutet auch, dass Huawei von anderen Foundries, allen voran TSMC, abgeschnitten ist.

Das gerade abgelaufene dritte Quartal des Geschäftsjahres 2020 brachte SMIC einen Umsatzsprung gegenüber dem Vorjahresquartal um 32,6 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar. Das könnte zum Teil daran liegen, dass Huawei so viele Chips wie möglich fertigen lassen wollte, solange dies noch möglich war. Für das vierte Quartal rechnet SMIC mit einem Umsatzrückgang gegenüber dem dritten Quartal um 10 bis 12 Prozent.

Dr. Gao Yonggang, CFO von SMIC, geht dennoch von einem Anstieg des Umsatzes im Gesamtjahr 2020 um 24 bis 26 Prozent aus.

»Wir sind weiterhin aktiv im Austausch mit Zulieferern, Kunden und den relevanten Regierungsstellen und versuchen die Auswirkungen der US-Exportrestriktionen auf unsere Produktion abzuschätzen«, erklärten die beiden Co-CEOs Dr. Zhao Haijun und Dr. Liang Mong Song, anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen des dritten Quartals. Derzeit würde SMIC normal arbeiten. Obwohl die Exportrestriktionen Auswirkungen auf das Unternehmen haben würden, seien sie kurzfristig zu managen.  

70 Prozent des Umsatzes in Festlandchina

Wie SMIC im Quartalsbericht ausführt, hat das Unternehmen mit 69,7 Prozent den größten Teil des Umsatzes in Festlandchina und Hongkong erwirtschaftet. Eurasien kam im dritten Quartal 2020 auf 11,7 Prozent (im Vorjahr: 14,8 Prozent) und die USA auf 18,6 Prozent (im Vorjahresquartal 24,7 Prozent).

Mit 31,2 Prozent entfiel der größte Teil des Umsatzes im dritten Quartal 2020 auf ICs, die mit Hilfe von 0,15- und 0,18-µm-Prozessen gefertigt wurden. 25,8 Prozent des Umsatzes entfiel auf 55/65-nm-ICs, 17,2 Prozent auf 40/45-nm-ICs und 14,6 Prozent auf 14/28-nm-ICs. Die Fertigungskapazität wuchs im dritten Quartal 2020 gegenüber dem dritten Quartal 2019 um 9,5 Prozent auf 1,441 Mio. 8-Zoll-Wafer-Äquivalente.

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