Erdbeben in Japan

Die Auswirkungen auf die Lieferkette

18. März 2022, 7:36 Uhr | Heinz Arnold
Negro Elkha/stock.adobe.com
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Nach dem Beben gab es Stromausfälle, viele Werke stellten den Betrieb ein. Inzwischen wird vielerorts die Fertigung zumindest teilweise hochgefahren.

Am Abend des 16. März wurde der Norden Japans von einem Erdbeben der Stärke 7,4 heimgesucht. Zwei Meschen verloren ihr Leben, 100 wurden verletzt. 

Am Standort der Fab »K1« von Kioxia in Kitakami hat das Erdbeben laut Trendforce eine Stärke von 5 erreicht, dort seien Wafer beschädigt worden und die Fab wurde geschlossen, um Inspektionen durchzuführen. In dieser Fab hatte es vor kurzem einen Unfall gegeben, in dessen Folge Kioxia die Produktion für das erste Quartal um 8 Prozent gekürzt hatte. Die Folgen des Erdbebens könnten nun den Hochlauf verzögern. Die übrigen Fabs von Kioxia seien laut Trendforce vom Erdbeben nicht betroffen. Das gleiche gelte für die Fab von Micron in Hiroshima. Weitere Halbleiterfirmen in der Region würden Inspektionen durchführen, die Auswirkungen insgesamt seien aber gering.

Unter den Herstellern von Wafern unterhalten Sumco das Werk Yonezawa in Yamagata und Shin-Etsu ihr Werk Shirakawa in Fukushima, die beide einer Erdbebenstärke von 5 ausgesetzt waren. Diese Firmen haben noch keine offiziellen Angaben zu den Auswirkungen des Erdbebens verlauten lassen. Trendforce geht davon aus, dass Schäden an den hochempfindlichen Produktionsanlagen durch das Erdbeben unvermeidlich seien. Allerdings seien die Anlagen nach dem Erdbeben von Fukushima im Jahr 2011 verstärkt worden, so dass sich die Schäden insgesamt auch dort in Grenzen halten könnten. 

Renesas betreibt drei Werke, die nahe des Epizentrums des Bebens vom 16. März im Meer vor der Küste Fukushimas liegen: in Naka (Hitachinaka Ibaraki Prefecture), Takasaki Factory (Takasaki, Gunma Prefecture) und Yonezawa Factory (Yonezawa, Yamagata Prefecture). Menschen kamen durch das Erdbeben in den Fabriken von Renesas nicht zu schaden, wie das Unternehmen am 17. März berichtete. Das Erdbeben führte zu einem Stromausfall, der aber behoben ist. Alle drei Werke haben die Produktion infolge des Erdbebens vorübergehend gestoppt. Die Maschinen hätten in dem Werk in Naka teilweise die Produktion wieder aufgenommen, der Reinraum wird auf Schäden untersucht. Dasselbe gilt für die Werke an den übrigen zwei Standorten. Welche Auswirkungen das Erdbeben auf die Lieferkette von Renesas nehmen wird, ist nach Unternehmensangaben derzeit nicht klar. 

Automobilzulieferer Hitachi Astemo hat die Produktion in sieben Fabriken in Japan vorübergehend gestoppt und prüft die Produktionsanlagen auf Schäden. Ein Sprecher erklärte, dass noch nicht gesagt werden könne, wann die Produktion wieder aufgenommen werde. 

Die Fertigung von Denso in Fukushima sind laut Bloomberg leicht beschädigt worden, die meiste Produktionen seien aber seit dem späten Donnerstagnachmittag wieder hochgefahren worden. 

Der Autohersteller Toyota Motor hat die Produktion in den Werken in den Präfekturen Iwate und Miyagi ausgesetzt, wo unter anderem der »Yaris« gefertigt wird. 

Nissan betreibt ein Werk in Iwaki in Fukushima Iwate, dessen Produktion ausgesetzt wurde. Für Donnerstag und Freitag war ein Produktionsstopp wegen Betriebsferien schon früher geplant worden. Auch in den Fabriken von Toyota und Nissan wurde kein Mitarbeiter verletzt. 
 


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