Siltronic-Übernahme durch Globalwafers

China gibt grünes Licht ‒ unter Auflagen

24. Januar 2022, 8:56 Uhr | dpa, rh
Der Standort von Siltronic in Brughausen soll nach der Übernahme durch Globalwafers eraten bleiben.
Der Standort von Siltronic in Brughausen soll nach der Übernahme durch Globalwafers erhalten bleiben.
© Siltronic

Der taiwanesische Chip-Zulieferer Globalwafers hat für die geplante Übernahme des Münchner Waferherstellers Siltronic grünes Licht aus China erhalten. Nun bleibt die Frage offen, ob die deutschen Wettbewerbshüter dem 4,4 Mrd. Euro schweren Deal zustimmen.

Am 21. Januar erteilte die die chinesische Wettbewerbsaufsicht unter Auflagen die Genehmigung, dass GlobalWafers für knapp 4,4 Milliarden Euro Siltronic übernehmen darf. Demnach muss Globalwafers binnen sechs Monaten sein Geschäft rund um das sogenannte Zonenziehverfahren verkaufen ‒ eine Herstellungsvariante für Siliziumwafer. Zudem muss der Konzern weiterhin chinesische Kunden beliefern.

Damit ist der Deal aber noch nicht in trockenen Tüchern. Denn noch steht die Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums in Deutschland aus. Wie ein Ministeriumssprecher am Freitag sagte, laufen die Gespräche noch. Liegt die Zustimmung nicht bis zum 31. Januar vor, platzt der Deal nach Angaben von Siltronic.

Das Bundeswirtschaftsministerium prüft mögliche negative Auswirkungen auf die nationale Sicherheit und die Versorgungssicherheit für die Chipindustrie. Es nimmt das Vorhaben bereits seit über einem Jahr unter die Lupe. Bei der Entscheidung geht es auch darum, ob Deutschland zukunftsorientierte Technologien in ausländische Hände gibt. Außerdem spielen außenpolitische Spannungen eine Rolle.

Mitte Januar hatte Siltronic mit Blick auf Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium mitgeteilt, bis dato keine Angaben dazu erhalten zu haben, »ob und unter welchen Umständen eine außenwirtschaftsrechtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung für die öffentliche Übernahme von Siltronic durch Globalwafers erteilt werden könne«. Die Transaktion könne nicht vollzogen werden, wenn das Ministerium »nicht am oder vor dem 31. Januar 2022 eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt«.


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