Huawei enthüllt »Ascend 910« »Der leistungsfähigste KI-Prozessor der Welt«

Huaweis Flaggschiff-KI-Prozessor Ascend 910 für das Training von Machine-Learning-Aufgaben.
Huaweis Flaggschiff-KI-Prozessor Ascend 910 für das Training von Machine-Learning-Aufgaben.

Huawei stemmt sich mit modernster Prozessortechnik gegen den US-Bann und stellte in Shenzhen vor der Presse seinen neuen KI-Prozessor »Ascend 910« samt einem eigenen KI-Software-Framework vor.

Die Chip-Sparte des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei hat mit dem »Ascend 910« einen neuen Flaggschiff-Prozessor für ihre Familie der Ascend-KI-Prozessoren auf den Markt gebracht. Außerdem hat das in Shenzhen ansässige Unternehmen gleichzeitig ein eigenes KI-Computing-Framework unter dem Namen »MindSpore« vorgestellt. Damit kann Huawei alles bieten, was ein Entwickler von KI-Anwendungen braucht und ist damit nicht weiter auf Technologien aus den USA angewiesen. »Wir haben ein umfassendes KI-Portfolio für alle Anwendungsbereiche versprochen. Und heute haben wir geliefert«, stellte Eric Xu, rotierender Vorsitzender von Huawei anlässlich der Vorstellung in Shenzhen fest.

»Seit wir im Oktober letzten Jahres unsere KI-Strategie verkündet haben, machen wir stetige Fortschritte«, ergänzte Xu. »Von Forschung und Entwicklung bis hin zur Produktvorstellung läuft alles nach Plan. Mit dem Launch des Ascend 910 und MindSpore stehen nun alle wichtigen Komponenten unseres KI-Portfolios bereit. Das ist ein neuer Meilenstein in der Umsetzung der KI-Strategie von Huawei.«

Der »Ascend 910« in Zahlen

Der Ascend 910 ist ein neuer KI-Prozessor aus Huaweis Serie der Ascend-Max-Chipsätze, die auf der hauseigenen »DaVinci-Architektur« in Verbindung mit ARM-Cores basieren. Hergestellt wurde der Chip in einem 7-nm-Prozess von TSMC mit EUV-Lithographie. Intern umfasst der DaVinci-Core neben Load/Store-, Vektor- und Skalar-Einheiten einen Cache/Buffer und beim Ascend 910 32 sogenannte Cubes, die in der Spitze 4096 MAC-Ops/Taktzyklus leisten. Das chinesische Unternehmen stellte die geplanten technischen Leistungsmerkmale des Prozessors 2018 zunächst auf seiner Hauskonferenz Huawei Connect vor. Nun zeigen Tests, dass der Ascend 910-Prozessor seine Leistungsziele erreicht und zwar bei einer geringeren Leistungsaufnahme als ursprünglich geplant.
Für Gleitkommaoperationen mit halber Genauigkeit (FP16) erreicht der Ascend 910 eine Rechenleistung von 256 TeraFLOPS. Bei ganzzahligen Rechenaufgaben (INT8) liefert er 512 TeraOPS. Dabei nimmt der Ascend 910 nur maximal 310 W auf und liegt damit deutlich unter dem Entwicklungsziel von 350 W. »Der Ascend 910 schneidet viel stärker ab als erwartet«, sagte Xu. »Zweifelsfrei bietet er mehr Rechenleistung als jeder andere KI-Prozessor auf der Welt.« Auch die Datenübertragungskapazitäten nach außen sind beeindruckend: Jeder Port schafft bis zu 240 Gbit/s und der Chip kann 128 Kanäle nach den Videostandards H.264/265 decodieren. Zudem unterstützt er die Übertragungsstandards 100 G RoCE V2 und PCIe Gen 4 x16.
Der Ascend 910 wird hauptsächlich für das KI-Modell-Training verwendet. In einer typischen Trainingseinheit auf Basis von ResNet-50 (V1.5) führt die Kombination des Ascend 910 und MindSpore zu einer Verdoppelung der Trainingsgeschwindigkeit (1802 Bilder/s) im Vergleich zu üblichen Beschleunigerkarten unter Nutzung des KI-Frameworks von TensorFlow (965 Bilder/s).
Huawei möchte weiter in KI-Prozessoren investieren, die den Anforderungen einer Vielzahl von Anwendungsbereichen (z.B. Edge-Computing, fahrzeuginternes Computing für autonomes Fahren und Training) gerecht werden. In einer Roadmap bis 2022 zeigte Xu die nächsten Derivate für die Bereiche Edge Computing Ascend 320 (2021), Mobile Data Center Ascend 610 (2020) und 620 (2022) sowie Training Ascend 920 (2021).

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Huawei baut KI-Roadmap aus

Huawei hat in Shenzhen seinen neuen Flaggschiff-KI-Prozessor Ascend 910 und das KI-Software-Framework MindSpore vorgestellt.