TÜV Süd, Nvidia und AVL kooperieren Grundlagen zur Homologation hochautomatisierter Fahrzeuge

Bevor hochautomatisierte Fahrzeuge auf Straße kommen, müssen sie zugelassen werden. TÜV Süd, Nvidia und AVL erforschen zusammen die Grundlagen zur Homologation hochautomatisierter Fahrzeuge.
Bevor hochautomatisierte Fahrzeuge auf Straße kommen, müssen sie zugelassen werden. TÜV Süd, Nvidia und AVL erforschen zusammen die Grundlagen zur Homologation hochautomatisierter Fahrzeuge.

Aufgrund der vielen zu testenden Fahrsituationen spielt zukünftig Simulation eine zentrale Rolle bei der Homologation automatisierter Fahrzeuge. Zur Validierung der Simulation als Methode für die Fahrzeugzulassung starten TÜV Süd, Nvidia und AVL eine Kooperation.

Neben herkömmlichen Fahrversuchen spielt zukünftig die Simulation eine zentrale Rolle. Für annähernd jede mögliche Fahrsituation – TÜV SÜD-Fachleute schätzen 100 Millionen Situationen pro vollautomatisierter Fahrfunktion – muss sichergestellt sein, dass das Fahrzeug richtig und sicher reagiert. Skalierbare Verifikations- und Nachweismethoden sind also nötig, um diese enorm hohe Zahl zu meistern. Hier kommt die Simulation von Fahrsituationen als Methode ins Spiel. Die Kooperationspartner TÜV Süd, Nvidia und AVL arbeiten nun gemeinsam daran, die Simulation als Freigabewerkzeug zu validieren und zu etablieren. »Technisch sicherzustellen, dass automatisierte Fahrfunktionen exakt und sicher ausgeführt werden, ist eine der größten Herausforderungen bei der Homologation und Zulassung autonomer Fahrzeuge«, erklärte Patrick Fruth, Leiter der Division Mobility beim TÜV Süd.

Die Aufgabenverteilung der Partner: Eine Brücke zwischen realen Fahrversuchen und virtuellen Situationen will AVL mit dem AVL Drivingcube schlagen. Auf dem von AVL entwickelten Prüfstand können die automatisierten Fahrfunktionen in einem realen Fahrzeug geprüft werden. Georg List, Vice President für die Unternehmensstrategie bei AVL erläutert: »In dieser Kooperation verbinden wir Simulation über verschiedene Umgebungen bis hin zum Vehicle-in-the-Loop, also dem Gesamtfahrzeug am Prüfstand, um eine effiziente Entwicklungs- und Validierungsumgebung zu ermöglichen. Diese Lösung erlaubt es, beispielsweise die Fahrzeugelektronik, verbaut in einem realen Auto, virtuellen Verkehrssituationen aus unserem Szenarien-Generator über unserer Co-Simulationslösung Model.Connect auszusetzen. Damit können wir ein Auto hier für die Verhältnisse in der Rush Hour auf der 5th Avenue in New York testen und kommen damit so nahe an reale Fahrversuche heran, dass wir einen digitalen Zwilling mit hoher Korrelation aufbauen können.«

Die Definition der Sicherheitsanforderungen, exemplarisch kritischer Fahrszenarien sowie die notwendigen Bewertungskriterien ist die Hauptaufgabe von TÜV Süd. Zusätzlich verantwortet TÜV Süd die Bewertung, ob die eingesetzten Prüfmittel wie Simulation oder Prüfstand vertrauenswürdig sind.

Die virtuelle Welt kommt von Nvidia. Das kalifornische Unternehmen für KI-Computing liefert die Hard- und Software für das automatisierte Fahren und stellt seine Plattform Drive Constellation sowie seine Software Drive Sim zur Verfügung.