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Automotive-ICs

2020: -3 Prozent, 2021: +25 Prozent

15. Juni 2021, 08:41 Uhr   |  Iris Stroh

2020: -3 Prozent, 2021: +25 Prozent
© IC Insights

Die Entwicklung der Marktanteile der verschiedenen Absatzmärkte.

Laut IC Insights konnten im Halbleitermarkt nur zwei Abnehmermärkte seit 1998 kontinuierlich Marktanteile zulegen: Kommunikation und Automotive – das ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit dieser zwei Märkte.

Zwischen 1998 und 2020 hat der Kommunikationsmarkt seinen Anteil nahezu verdoppelt. Laut IC Insights von 18,5 Prozent auf 35,0 Prozent im letzten Jahr. Der Anteil des Automotive-Markts ist zwar auch stetig gewachsen, allerdings in wesentlich kleinerem Umfang. Die Analysten geben an, dass 1998 4,7 Prozent des gesamten Halbleitermarktes auf den Automotive-Markt entfallen sind, im letzten Jahr waren es 7,5 Prozent. Der Marktanteil ist im letzten Jahr allerdings aufgrund von COVID 19 leicht geschrumpft, denn 2019 betrug sein Anteil 8,7 Prozent. Die Analysten betonen aber auch, dass der Marktanteil im Automotive-Segment noch nie über 9 Prozent lag, der größte Marktanteil, der jemals auf die Kommunikation entfallen ist, belief sich hingegen auf 37,2 Prozent (2013). Im letzten Jahr war die Kommunikation als Absatzmarkt also 4,7 mal so groß wie der Automotive-Markt.

Laut Analysten stellen die Automotive-ICs in vielen Fällen nur einen kleinen Anteil des Gesamtumsatzes eines IC-Anbieters dar. Beispielsweise sind bei TSMC bislang noch nie mehr als 5 Prozent des Umsatzes auf Automotive-ICs entfallen. Die Analysten weisen außerdem darauf hin, dass die Fertigung von Automotive-ICs typischerweise nicht mithilfe modernster Prozesstechnologien erfolgt. Viele »Non-Memory«-Automotive-ICs werden auch weiterhin auf Basis von 200-mm-Wafern gefertigt. Aber: die Fertigung von Automotive-ICs erfordert die strikte Einhaltung von strengen Zuverlässigkeits- und Testanforderungen und die Verpflichtung des IC-Herstellers, die Anforderungen des Kunden über einen langen Lebenszyklus zu erfüllen. Die Analysten halten es auch für erwähnenswert, anzumerken, »dass die Endverbraucher von Automotive-ICs dafür bekannt sind, hart zu verhandeln, was oft nur geringe Margen für die Automobil-IC-Lieferanten zulässt.«

Der Automotive-Markt zeichnet sich dementsprechend noch durch eine weitere Besonderheit aus: Trotz der derzeitige IC-Knappheit blieb der ASP (Average Selling Price) für viele Automotive-ICs relativ konstant. So lag der ASP für anwendungsspezifische ICs im Automobilbereich im Jahr 2020 bei 0,96 Dollar, 15 Prozent weniger als der ASP des gesamten anwendungsspezifischen IC-Marktes im letzten Jahr, und im ersten Quartal 2021 bei nur 0,95 Dollar.

Und auch wenn viel über die Halbleiterengpässe im Automotive-Markt in der Presse zu lesen ist, die Analysten von IC Insights sind überzeugt, dass das starke Wachstum im Automotive-Segment angesichts des relativ geringen Anteils am Gesamtmarkt nicht zu einem signifikanten Anstieg der Wachstumsrate des gesamten Halbleitermarktes führen wird. Plus der Tatsache, dass der Automotive-Markt bislang den gesamten Halbleitermarkt hinsichtlich der Wachstumsrate nicht übertrifft. Laut IC Insights wuchs der Markt für Automobil-ICs im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 23 Prozent »und damit genauso schnell wie der gesamte weltweite IC-Markt«, so die Analysten.

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