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Kraftfahrt-Bundesamt

Deutliche Steigerungen, trotzdem unter Vorkrisenniveau

04. Juni 2021, 10:04 Uhr   |  dpa, Newsdesk st

Deutliche Steigerungen, trotzdem unter Vorkrisenniveau
© jattarinjpop | Shutterstock.com

Wachstum reicht nicht, um die Zulassungszahlen auf das Niveau vor der Corona-Pandemie zu hieven.

Im Mai wurden 230.635 Pkws neu zugelassen. Das waren +37,2 Prozent mehr als im Mai 2020, als der Markt während der Pandemie um 49,5 Prozent gegenüber Mai 2019 zurückgefallen war. Der Anteil privater Zulassungen stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um +21,4 Prozent auf einen Anteil von 33,7 Prozent.

Bei den deutschen Marken zeigten sich laut Kraftfahrt-Bundesamt mit Ausnahme von Mercedes (-14,8 %) Zulassungssteigerungen, die bei Smart mit +480,5 Prozent besonders deutlich ausfiel. Die zweistelligen Zuwächse reichten von Mini (+94,9 %) und BMW (+92,1 %) über Porsche (+53,9 %) und VW (+53,0 %) bis Opel (+41,5 %) und Audi (+33,4 %). Ford konnte ein einstelliges Wachstumsplus von +4,3 Prozent verzeichnen. VW erreichte mit 19,6 Prozent auch im Mai den größten Anteil an den Neuzulassungen.

Bei den Importmarken zeigten sich ebenfalls überwiegend positive Vorzeichen. Seat erreichte mit +112,8 Prozent das größte Zulassungsplus, gefolgt von Skoda (+56,3 %), Kia (+56,2 %), Suzuki (+52,5 %) und Hyundai (+51,1 %), die jeweils mehr als 50 Prozent zulegten. Für Ssangyong (-40,6 %), Mitsubishi (-26,2 %) und Jaguar (-23,4 %) wies die Neuzulassungsbilanz im Mai zweistellige Rückgänge aus. Anteilsstärkste Importmarke war erneut Skoda (6,6 %).

SUVs sind weiter beliebt

Nahezu ein Viertel der Neuzulassungen waren Fahrzeuge aus dem SUV-Segment (23,4 %/+61,2 %). Der Kompaktklasse waren 17,4 Prozent (+25,8 %) der Neuwagen zuzuordnen. Kleinwagen erreichten einen Anteil von 14,2 Prozent (+36,6 %), die Mittelklasse erreichte ein Zulassungsplus von 44,6 Prozent und einen Anteil von 10,7 Prozent. Den größten Zuwachs erreichte das Mini-Segment mit +114,9 Prozent, der Anteil machte 6,1 Prozent aus. Die Wohnmobile lagen um +8,1 Prozent über dem Vorjahresergebnis und erreichten einen Anteil von 4,9 Prozent an den Neuzulassungen.

Alternative Antriebe zeigten auch im Mai 2021 einen deutlichen Zuwachs, der bei den Elektrofahrzeugen (BEV) mit +380,2 Prozent und 26.786 Neuwagen am höchsten ausfiel. Der Anteil der BEV-Fahrzeuge betrug 11,6 Prozent. 27.222 neu zugelassene Plug-in-Hybrid-Pkw bewirkten ein Plus von +303,0 Prozent und einen Anteil von 11,8 Prozent. Der Hybridanteil einschließlich der Plug-ins betrug bei 64.367 Neuzulassungen 27,9 Prozent (+181,8 %).

Benziner waren mit einem Anteil von 37,7 Prozent (+1,1 %) die am häufigsten gewählte Kraftstoffart, gefolgt von Dieselaggregaten, die mit einem Anteil von 22,3 Prozent um -3,3 Prozent unter dem Ergebnis des Vergleichsmonats lagen. Es kamen 618 Flüssiggas-Pkw (0,3 %/+209,0 %) und 516 Erdgas-Pkw (0,2/+36,5 %) zur Zulassung.

Der durchschnittliche CO2-Ausstoß ging um minus -19,3 Prozent auf 125,0 g/km zurück.

Bei den Nutzfahrzeugen erreichten die Lastkraftwagen einen zweistelligen Zuwachs von +47,7 Prozent. Bei den Zugmaschinen insgesamt lag das Plus bei +17,0 Prozent, darunter erreichten die Sattelzugmaschinen +91,2 Prozent. Die Kraftomnibusse erreichten ein Zulassungsplus von +15,9 Prozent. Die Kraftradzulassungen gingen um -6,4 Prozent zurück.

Insgesamt wurden 289.066 Kraftfahrzeuge (Kfz) (+32,2 %) und 33.011 Kfz-Anhänger (-4,7 %) neu zugelassen. 

Im Mai 2021 wechselten 667.179 gebrauchte Kfz (+0,4 %) und 38.332 Kfz-Anhänger (+5,2 %) die Halterin beziehungsweise den Halter

Trotzdem schwächelt der Automarkt

Die nun wieder erreichten hohen Wachstumsraten dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Automarkt weiter schwächele, teilte der Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Reinhard Zirpel, mit. »Seit Jahresbeginn blieb das Neuzulassungsvolumen 16 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.« Angesichts sinkender Inzidenzzahlen forderte er bundesweite Öffnungsschritte für die Autohändler.

Das gleiche gilt laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) auch für die Produktion. Demnach wurden im Mai rund 250 100 Autos gebaut, das waren 58 Prozent mehr als im Mai des vergangenen Jahres. »Jedoch wird auch hier das Vorkrisenniveau noch deutlich unterschritten«, hieß es.

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