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Volkswagen

2,5 Milliarden Euro pro Jahr fließen in Software-Tochter

30. April 2021, 09:13 Uhr   |  Irina Hübner

2,5 Milliarden Euro pro Jahr fließen in Software-Tochter
© Jaroslav Novák/TASR/dpa

Neuwagen des Typs ID.3 und ID.4. Die großen deutschen Autohersteller haben die Coronakrise einer Branchenstudie zufolge am besten weggesteckt.

Der Volkswagen-Konzern arbeitet weiter am Ausbau seiner Software-Tochter Cariad, die zuvor Car Software Org hieß. Neben Milliardeninvestitionen fasst der Konzern auch Zukäufe ins Auge.

»In Cariad investieren wir 2,5 Milliarden Euro pro Jahr«, sagte VW-Konzernchef Herbert Diess dem Handelsblatt. »Hinzu kommt dann noch die ein oder andere Akquisition«, kündigte der Manager an.

Volkswagen hat seine Software-Kompetenzen in der Firma Cariad gebündelt. Dazu gehört die Entwicklung von Fahrassistenzsystemen und Software für autonomes Fahren. VW hatte dafür bereits rund zwei Milliarden Euro in das mit Ford gemeinsam betriebene Start-Up Argo AI gesteckt.

Die Digitalisierung des Autos bedeutet für Diess eine noch größere Herausforderung als die Umstellung auf Elektroantriebe. Bis zu 60 Prozent der nötigen Software will VW künftig selbst entwickeln und damit deutlich mehr als bisher. Software »wird das Herz-Kreislauf-System eines Autos sein«, sagte er.

Autonomes Fahren werde zudem die größte Veränderung für die Branche, sagte der Manager. »Es wird sich über das Jahr 2025 hinaus ziehen, bis das ein Geschäftsmodell wird.« Dann könne es aber sehr schnell gehen. »Ich erwarte, dass im Jahr 2035 etwa 40 Prozent aller Autos autonom fahren können«, sagte Diess. So ein Dienst könne dann für acht bis zehn Euro pro Tag verfügbar sein.

Zudem hatte Diess bereits in Aussicht gestellt, möglicherweise auch das Design von Chips für automatisiertes Fahren selbst in die Hand nehmen zu wollen. Cariad müsse Fähigkeiten bei der Entwicklung von Prozessoren aufbauen, sagte Diess nun. »Apple, Tesla und andere haben mehr Definitionskompetenz bei Halbleitern. Um bei den hohen Anforderungen im Auto die optimale Leistung zu erzielen, müssen Software und Hardware aus einem Guss kommen.«

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Volkswagen AG, dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH