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Vom Computerspiel zum Fahrsimulator

Volvo optimiert die Fahrsicherheit mit Mixed-Reality-Simulator

19. November 2020, 14:20 Uhr   |  Irina Hübner

Volvo optimiert die Fahrsicherheit mit Mixed-Reality-Simulator
© Volvo Cars

Für weitere Fortschritte in der automobilen Sicherheit setzt Volvo Cars auf einen »ultimativen Fahrsimulator«.

Um die automobile Sicherheit weiter zu optimieren, setzt Volvo Cars auf den »ultimativen Fahrsimulator«: Mit einem Mixed-Reality-Simulator lässt der schwedische Automobilhersteller die virtuelle und reale Welt miteinander verschmelzen.

Die Kombination aus einem beweglichen Fahrersitz, einem Lenkrad mit haptischer Rückmeldung und einem kristallklaren Virtual Reality Headset würde wohl so manchen Gamer neidisch machen. Doch Volvo Cars frönt nicht einer geheimen Spieleleidenschaft: Stattdessen wird im Simulator mit Hilfe modernster Technik der Echtzeit-3D-Entwicklungsplattform Unity und des finnischen Virtual- und Mixed-Reality-Experten Varjo ein reales Auto auf realen Straßen gefahren. Der Simulator kombiniert lebensechte, hochauflösende 3D-Grafiken, ein Augmented Reality Headset und einen Ganzkörper-Teslasuit, der haptisches Feedback aus einer virtuellen Welt liefert und gleichzeitig die Körperreaktionen überwacht.
 
Diese Kombination aus Soft- und Hardware ermöglicht es den Ingenieuren von Volvo Cars, in einem realen Fahrzeug unterschiedliche Verkehrsszenarien auf einer realen Teststrecke zu simulieren – allerdings in absoluter Sicherheit. Dadurch lassen sich wichtige Erkenntnisse über die Interaktion zwischen Mensch und Fahrzeug gewinnen und so neue Sicherheits- und Assistenzsysteme sowie autonome Fahrfunktionen entwickeln.

Die Tester können die zukünftigen Systeme virtuell bereits erleben, ebenso wie die nächste Generation von Volvo-Modellen und künftige Benutzeroberflächen für autonomes Fahren. Die flexibel anpassbaren Simulationen sind dabei sowohl auf realen Teststrecken als auch unter Laborbedingungen möglich.

Zusammenarbeit ausgebaut

Als erster Automobilhersteller hat Volvo Cars gemeinsam mit Varjo bereits im vergangenen Jahr demonstriert, dass sich ein reales Fahrzeug mit einem Mixed Reality Headset fahren lässt. Diese Zusammenarbeit wurde nun auf Unity und Teslasuit, einen Hersteller haptischer Ganzkörperanzüge, ausgeweitet. Dadurch kann Volvo Cars authentische menschliche Reaktionen in einer sicheren Umgebung und zu einem Bruchteil der Kosten eines echten Tests untersuchen.

Bei der Entwicklung automobiler Sicherheitssysteme, die zum Beispiel Kollisionen vermeiden sollen, sind Tests entscheidend. Allerdings sind Erprobungen in der Realität zeitaufwändig, teuer und mitunter gefährlich. Virtual- und Mixed-Reality-Simulationen ermöglichen jedoch sichere Tests in authentischen Umgebungen, ohne dass physische Prototypen gebaut oder komplexe Szenarien aufgebaut werden müssen.

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