HighTec EDV Systeme und Intellias haben in einem gemeinsamen Projekt gezeigt, wie sich Rust in Automotive-Anwendungen innerhalb einer AUTOSAR-Umgebung integrieren lässt. Dabei kamen das Intellias ECU Kit, die Compiler-Toolchain von HighTec sowie RTOS- und Softwarekomponenten von Vector zum Einsatz.
Den Ökosystempartner gelang die reibungslose Migration einer Anwendung basierend auf Aurix-Mikrocontrollern von einer bestehenden C/C++- zu einer hybriden C/C++- und Rust-Umgebung. Dabei wurde ein moderner Entwicklungsprozess etabliert, der schnellere Innovationen im Bereich der Automobilsoftware gestattet. Das gemeinsame Projekt zeigt, dass Rust die Softwareentwicklung beschleunigen, die Sicherheit verbessern und die Gesamtentwicklungskosten für softwaredefinierte Fahrzeuge (SDVs) der nächsten Generation senken kann.
Der Einsatz von Rust löst vier große Herausforderungen von OEMs und Tier-1-Zulieferern: Safety, Cybersicherheit, Kosten und Markteinführungszeit. Die Sicherheit von Automotive-Systemen kann Rust mit seinen integrierten Speichersicherheitsfunktionen nachhaltig verbessern. Gleichzeitig können die Unternehmen ihre Kosten senken und unter Kontrolle halten, da mit Rust Probleme mit der Speichersicherheit bereits während der Kompilierungszeit in einer frühen Phase des Entwicklungsprozesses erkannt werden können.
Auf diese Weise lassen sich Fehler vermeiden, deren Behebung zu einem späteren Zeitpunkt enorm kostspielig und zeitaufwendig wäre – im Schlimmstfall dann, wenn das Fahrzeug bereits in Produktion ist. Nutzen sie einen hybriden Entwicklungsansatz, können OEMs und Zulieferer ihre bewährten AUTOSAR Classic-Stacks und C/C++-Investitionen schützen und gleichzeitig ihre Codebasis um innovative und differenzierende Funktionen in Rust erweitern und diese vor dem Wettbewerb auf den Markt bringen.
Oft sind OEMs und Tier-1-Zulieferer zurückhaltend bei der Einführung von Rust, weil es Unsicherheiten hinsichtlich der Integration in etablierte Automobilarchitekturen gibt. Unternehmen wie HighTec und Intellias fördern gemeinsam die Einführung von Rust und bringen ihr Fachwissen, ihre Tools und ihre Ökosystem-Erfahrung zusammen, um eine reibungslose Migration von legacy C/C++-Code zu unterstützen sowie sichere und moderne Softwareentwicklungsverfahren bereitzustellen.
HighTec war das erste Unternehmen, das einen Safety-qualifizierten (ISO 26262 bis ASIL D) Rust-Compiler vorgestellt hat, der seine bewährten C/C++-Compiler-Tools für die Aurix-MCUs von Infineon ergänzt. Basierend auf der hochmodernen LLVM-Open-Source-Technologie unterstützt HighTecs Compiler die Erstellung von schnellem und zuverlässigem Code, der die hohe Leistung der MCU optimal nutzt. Vector bringt sein Fachwissen in Form von seiner umfassenden Embedded-Software MICROSAR Classic und den zugehörigen DaVinci-Tools für die Integration von in Rust geschriebener Anwendungssoftware ein.
Mit seinem ECU-Kit ermöglicht Intellias die erfolgreiche Migration integrierter Rust-basierter Softwarekomponenten in die AUTOSAR-Umgebung, ohne dass die Systeminfrastruktur angepasst werden muss. Der praktische Demonstrator basiert auf dem Infineon AURIX TriCore TC375 und ist mit der Automotive Technology Platform (IntelliKit) von Intellias verbunden.
Diese simuliert reale Fahrzeugsignale wie Geschwindigkeit, Batterieladestand oder Ultraschallsensordaten für die Parktronic-Funktion. Der Demonstrator behält den bestehenden AUTOSAR- und C-Anwendungscode bei und fügt Rust-Komponenten über einen definierten Integrationspfad hinzu. Damit zeigt sie eine realistische, schrittweise Migrationsstrategie für OEMs und Zulieferer.