Partnerschaft mit Hydrogenious LOHC

Schaeffler entwickelt sichere und kostengünstige Brennstoffzelle

1. Februar 2022, 10:03 Uhr | Irina Hübner
In Zusammenarbeit mit mehreren Partnern entwickelt Schaeffler eine Brennstoffzelle auf LOHC-Basis.
In Zusammenarbeit mit mehreren Partnern entwickelt Schaeffler eine Brennstoffzelle, die den direkten CO2-freien Betrieb mit im LOHC gebundenen Wasserstoff ermöglicht.
© Schaeffler

Das gemeinsame Ziel von Schaeffler und Hydrogenious LOHC Technologies ist die Entwicklung einer Wasserstoff-Brennstoffzelle, die mit einem flüssigen organischen Wasserstoffträger (LOHC) betrieben wird. Das soll die Verwendung von Brennstoffzellen sicherer, kostengünstiger und nachhaltiger machen.

Für die Entwicklung einer solchen Brennstoffzelle hat der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler eine Kooperationsvereinbarung mit Hydrogenious LOHC Technologies sowie dem Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HIERN) geschlossen.

LOHC für mehr Sicherheit und Kosteneffizienz

Wasserstoff wird in der Regel gasförmig bei hohem Druck oder in flüssiger Form bei extremen Minusgraden in Spezialbehältern gespeichert und transportiert. Eine Alternative bieten flüssig-organische Wasserstoffträger, sogenannte LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carrier). Im proprietären Verfahren von Hydrogenious kommt dabei Benzyltoluol zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine ölartige, organische Substanz, die den Wasserstoff chemisch bindet und diesen bei normalen Umgebungsbedingungen transportieren lässt.

Anders als in der klassischen Ausführung würde in einer LOHC-Brennstoffzelle sowie in der Versorgungskette kein molekularer Wasserstoff vorhanden sein. Das flüssige Trägermaterial kann mehrfach genutzt werden und ist dadurch besonders nachhaltig.

Komplementär zu anderen Wasserstofftechnologien

Das Projekt baut auf den umfangreichen Pionierleistungen von Hydrogenious und HIERN in Forschung und Entwicklung im Bereich LOHC sowie entsprechendem Know-how und Patenten auf. Schaeffler entwickelt gemeinsam mit dem Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg die entsprechende Brennstoffzellentechnologie für den direkten Einsatz von im LOHC gebundenen Wasserstoff.

Hierfür müssen Adaptionen beim Aufbau der Brennstoffzellen vorgenommen werden. Schaeffler fertigt die Bipolarplatten, wobei das Unternehmen auf Know-how aus bisher entwickelter Brennstoffzellentechnologie zurückgreift. Die für diese Technologie notwendigen Katalysatoren und Membranen werden am Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg speziell für diese Anwendung entwickelt. Schaeffler sieht die Nutzung von LOHC in Brennstoffzellen komplementär zu klassischen Wasserstofftechnologien.

»Die Wasserstofftechnologie spielt für eine CO2-neutrale, nachhaltige Mobilität inklusive Energieversorgung eine entscheidende Rolle und ist für Schaeffler von strategisch wichtiger Bedeutung«, sagt Uwe Wagner, Vorstand Forschung und Entwicklung bei Schaeffler. »Mit der Partnerschaft werden wir einen wichtigen Beitrag zur Anwendung der LOHC-Technologie in Brennstoffzellen leisten. Dabei nutzt Schaeffler seine Industrialisierungskompetenz und sein jahrzehntelanges Know-how in den Bereichen Material-, Umformungs- und Oberflächentechnologie.«

Dr. Daniel Teichmann, CEO und Gründer von Hydrogenious, erklärt: »Die direkte Nutzung von LOHC in Brennstoffzellen zur Stromerzeugung macht die Handhabung von Wasserstoff als Gas unnötig und erlaubt eine besonders günstige und sichere Versorgung von mobilen und stationären Energieverbrauchern. Wir freuen uns sehr, dass Schaeffler sein umfangreiches Know-how mit dem Ziel der Industrialisierung dieser Technologie einsetzen wird.«


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