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Batteriezellen mit Kobalt und Lithium aus zertifiziertem Abbau

12. November 2020, 15:30 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Batteriezellen mit Kobalt und Lithium aus zertifiziertem Abbau
© Daimler

Mercedes-Benz setzt für seine Elektrofahrzeuge auf nachhaltige Lieferketten. Die Achtung und Wahrung der Menschenrechte sowie der Umweltschutz haben dabei höchste Priorität.

Verantwortungsvoll gewonnene Rohstoffe sind eine wesentliche Grundlage für die Elektrofahrzeuge von Mercedes-Benz. Ausschlaggebend sind dabei die Achtung und Wahrung der Menschenrechte sowie der Umweltschutz von der Mine bis zum fertigen Produkt. Im Fokus stehen insbesondere Kobalt und Lithium.

Mercedes-Benz setzt auf einen umfassenden Ansatz für die gesamte Batterietechnologie – von der Grundlagenforschung und Entwicklung bis hin zur Serienreife. Die Zelle ist das Herzstück der Batterie und das Beherrschen ihrer Chemie damit entscheidend. »Klares Entwicklungsziel von Mercedes-Benz ist es, die Reichweite zukünftiger Batterien durch Fortschritte in der Energiedichte deutlich zu steigern, die Ladezeiten signifikant zu reduzieren, die Serienreife zukünftiger Batterietechnologien voranzutreiben und den Einsatz kritischer Materialien weiter zu reduzieren. Bei den kommenden Generationen von Batteriezellen wird der Kobaltanteil bereits auf weniger als zehn Prozent reduziert. Perspektivisch wollen wir durch Post-Lithium-Ionen-Technologien mit neuen Materialzusammensetzungen ganz auf Materialien wie Kobalt verzichten.
Auch die weitere Optimierung der Recyclingfähigkeit und deren Umsetzung bei Mercedes-Benz ist Teil der ganzheitlichen Batteriestrategie«, erklärt Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands bei Daimler und Mercedes-Benz; verantwortlich für Daimler Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars COO.

Der Automobilhersteller setzt auf die Anwendung starker Nachhaltigkeitsstandards und macht den branchenweit anerkannten Bergbaustandard »Standard for Responsible Mining« der »Initiative for Responsible Mining Assurance« (IRMA) zu einem Schlüsselkriterium für Lieferantenentscheidungen und -verträge in Rohstofflieferketten. Mit den Verträgen verpflichten sich die Partner, in ihrer eigenen Lieferkette ausschließlich mit Rohstofflieferanten zusammenzuarbeiten, die nach dem IRMA-Bergbaustandard auditiert sind. Die Lieferketten werden auch künftig regelmäßig überprüft.   

Kritische Herkunftsländer werden dabei bewusst nicht generell als Bezugsquelle ausgeschlossen. Der Ansatz zielt vielmehr darauf ab, die Situation vor Ort für die Menschen zu verbessern und deren Rechte zu stärken. Damit folgt Mercedes-Benz auch der Empfehlung von Nichtregierungsorganisationen, Politik und anderen relevanten Interessensgruppen, sich nicht aus kritischen Ländern zurückzuziehen. Damit soll gemäß dem Grundsatz »Befähigung vor Rückzug« die lokale Wirtschaft gefördert werden und gleichzeitig höhere Anforderungen an die Einhaltung von Menschenrechten vor Ort etabliert werden.

Bereits 2018 hat Mercedes-Benz das Audit- und Beratungsunternehmen RCS Global beauftragt, Transparenz über die komplexen Kobalt-Lieferketten von Batteriezellen zu schaffen und diese über alle Stufen hinweg nach OECD-Leitlinien zu auditieren. Dabei wurden mehr als 120 Lieferanten identifiziert und 60 Audits nach einer entsprechenden Risikoabschätzung durchgeführt. Stand heute gibt es noch keine Kobaltminen, die nach dem IRMA-Standard für industriellen Bergbau zertifiziert sind. Kobalt ist einer der Batterierohstoffe, die menschenrechtlich stark kritisiert werden. Daher arbeitet der Automobilhersteller für anspruchsvolle lokale Gegebenheiten mit IRMA und RCS Global zusammen an einem schrittweisen Ansatz, nach dem eine begrenzte Anzahl von Kobaltminen in der Demokratischen Republik Kongo nach einer Reihe spezifischer Anforderungen des IRMA Standards für verantwortungsvollen Bergbau auditiert werden können. Damit werden über die Menschenrechtsaspekte hinaus der umweltverträgliche Abbau von Rohstoffen sowie wesentliche Aspekte im Zusammenhang mit den Auswirkungen von industriellem Bergbau geprüft. Dieser Ansatz zielt mittelfristig darauf ab, einerseits realistische Erwartungen an Bergbaulieferanten zu formulieren, gleichzeitig aber auf immer verantwortungsvollere Praktiken zu setzen. Langfristiges Ziel ist eine klare Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung. Dabei gibt es Übergangsfristen für die Erreichung von unterschiedlichen Leistungsstufen für eine IRMA Zertifizierung.

Auch bei Lithium achtet Mercedes-Benz darauf, dass der Rohstoff nachhaltig gewonnen und in den Lieferverträgen der IRMA verankert wird. Um gleichzeitig die Situation in den Abbaugebieten zu verbessern, steht das Unternehmen in Kontakt mit Entwicklungs- und Nichtregierungsorganisationen für mögliche Projekte vor Ort.

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