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Gerätetest abgeschlossen

Nickel, Kupfer und Mangan aus der Tiefsee

12. Mai 2021, 07:27 Uhr   |  Newsdesk dpa ha

Nickel, Kupfer und Mangan aus der Tiefsee
© BGR/dpa

Ein »Freifall-Lander« an Bord der »Island Pride« vor dem Aussetzen in die Tiefsee. Das 4 m hohe Metallgestell, das einer Mondlandefähre ähnelt, ist bestückt mit Strömungs- und Trübungssensoren sowie einem Hydrofon und einer Sinkstofffalle zur Messung des Gesamtpartikelflusses, um mögliche Auswirkungen der vom Kollektor erzeugten Suspensionsfahne zu messen.

Ein Forscherteam mit deutscher Beteiligung hat am Meeresboden des Pazifiks ein Gerät für den Abbau metallhaltiger Manganknollen getestet.

Manganknollen sind dunkle Klumpen, die Rohstoffe enthalten, die beispielsweise für erneuerbare Energien und Elektrogeräte wichtig sind. Dazu zählen insbesondere Nickel, Kupfer und Kobalt. Bisher ist Deutschland bei diesen Rohstoffen auf Importe angewiesen.

Anhand der aus dem Test gewonnenen Daten wollen die Wissenschaftler die Umweltfolgen eines künftigen industriellen Bergbaus in der Tiefsee besser abschätzen können.

In mehr als 4 km Tiefe hat das Gerät «Patania II» des belgischen Unternehmens Global Sea Mineral Resources (GSR) für den Test in einem deutschen und in einem belgischen Lizenzgebiet Manganknollen und das Sediment angesaugt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 29 europäischen Instituten werten die dabei gewonnen Daten des Projekts »Mining Impact« nun aus. Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover war der Test der weltweit erste dieser Art.

Die Untersuchungen fanden auf einer Fläche von 59.000 m² statt, das entspricht etwa acht Fußballfeldern. »Ein solcher Test ist notwendig, um die Folgen eines möglichen industriellen Abbaus auf die Meeresumwelt und die Biodiversität der Tiefsee unter realitätsnahen Bedingungen besser abschätzen zu können«, erklärte die BGR-Biologin Annemiek Vink. Sie erwarte, dass die Ergebnisse wesentlich zur Entwicklung von Umweltstandards für den Abbau beitragen werden. Mit dem sogenannten »Mining Code« erarbeitet die Internationale Meeresbodenbehörde derzeit einen Rechtsrahmen für den Tiefseebergbau.

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace sehen die Vorbereitungen für den Tiefseebergbau kritisch. Sie befürchten schwere ökologische Schäden in den Ozeanen.

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