Herzrasen statt Entspannung

Mehr Stress durch Fahrassistenzsysteme

19. März 2018, 7:20 Uhr | dpa, Heinz Arnold
Bernhard Schick vom Forschungsbereich Fahrerassistenzsysteme der Hochschule Kempten steht an einem mit Messgeräten ausgestatteten Auto.
Bernhard Schick vom Forschungsbereich Fahrerassistenzsysteme der Hochschule Kempten steht an einem mit Messgeräten ausgestatteten Auto.
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Fahrassistenzsysteme entlasten die Fahrer weniger stark als angenommen. Kontrolle abzugeben fällt eben schwer.

Nach einer Studie der Hochschule in Kempten verursacht die Technik sogar zusätzlichen Stress. Die Forscher hatten Testpersonen in einen Fahrsimulator gesetzt, in dem ein Spurhalteassistent unter realen Bedingungen aktiv war. Das System kann durch leichtes Gegenlenken eingreifen, wenn der Fahrer unkonzentriert die Fahrbahnmarkierungen überfährt.

Das Ergebnis der Studie war, dass bei allen 50 Teilnehmern der Stresslevel stieg, sobald sie sich auf den Lenkassistent verlassen sollten. Wie Psychologin Corinna Seidler erklärte, äußerte sich dies durch feuchte Hände sowie Herzrasen und einen gesteigerten Puls. Dies liege einerseits daran, dass es Autofahrern schwer falle, die Kontrolle abzugeben.

Andererseits sei die Technologie noch nicht ausgereift, so dass der Assistent ausfallen könne und dies die Testfahrer belaste, erklärte Seidler.

Auch in anderen Instituten in Bayern wird an autonomen Fahrzeugen geforscht. So testet das Fraunhofer-Institut ESK (Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik) in München die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation zwischen Fahrzeugen. Bei Memmingen soll auf dem ehemaligen Militärflugplatz für etwa 15 Millionen Euro ein Testzentrum entstehen, in dem die Wissenschaftler der Hochschule Kempten mit Unternehmen Studien durchführen können.

 


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