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Mobile Instandhaltung im IIoT

5 Gründe für Low Code

31. März 2021, 10:00 Uhr   |  Von Christoph Garms, Neptune Software - Redaktion: Ute Häußler

5 Gründe für Low Code
© Unsplash | Nordwood Themes

Die ortsunabhängige Überwachung von Wartung und Instandhaltung kann über Apps organisiert werden - Low Code verkürzt den Entwicklungsprozess.

Eine automatisierte Wartung durch vernetzte Apps ist der IIoT-Idealzustand für viele produzierende Mittelständler. Ein günstiger und schneller Weg ist der Low-Code-Ansatz - Instandhaltungsapps lassen sich mit geringen Programmierkenntnissen entwickeln und in die bestehende IT-Landschaft integrieren.

Die Vorstellung ganze Werke und Maschinenanlagen zu 100 Prozent mobil und ohne Papier zu warten ist kein hehrer Wunsch für die Zukunft, sondern vielmehr eine wettbewerbliche Notwendigkeit. Die industrielle Digitalisierung muss Medienbrüche bei der Wartung abschaffen und eine reibungslose und effiziente Produktion mit möglichst wenig Ausfällen gewährleisten. Die Instandhaltung zu mobilisieren ist wichtig für den Unternehmenserfolg und bringt auf Basis moderner Technologien viele Vorteile: Digitalisierung der Instandhaltungs-Abwicklung und Dokumentation, Flexibilität bei Endgeräten und Einsatzorten ohne Netzabdeckung (offline) und Verringerung der Stillstandszeiten.

Die 5 wichtigsten Gründe für Low Code im Überblick

  • Low-Code-Entwicklung fördert crossfunktionales Projektmanagement
  • Freie Auswahl bei den Endgeräten und Betriebssysteme
  • Weniger Zeit- und Kostenaufwand
  • Online- und Offline-Usability
  • Individuelle Apps für jedes Nutzungsszenario 

Status Quo: Digitalisierung über SAP PM?

Deutsche Mittelständler setzen vielfach auf mobile Applikationen, um SAP PM-Prozesse schnell und kostengünstig zu digitalisieren, Schritte zu dezimieren und auf Papier zu verzichteten. Der gesamte Wartungsprozess ist damit in der IT-Landschaft integriert. Der Instandhalter ist nun in der Lage, Fehlermeldungen am Einsatzort anzulegen (on- und offline), Equipments einfach zu identifizieren und mit historischen Informationen anzureichern. Auch neue Technologien wie AR-Datenbrillen können helfen, einem Techniker effizienteres Arbeiten mit beiden Händen dank Spracherkennungssoftware und überlagerten Handlungsanweisungen zu ermöglichen.
 
In der Praxis scheitern Digitalisierungsinitiativen oft an mangelnder Konsequenz. Bestehende Herausforderungen wie Kostendruck, zunehmender Wettbewerb - und aktuell auch die drohenden Auswirkungen der Pandemie lasten schwer auf den Schultern der produzierenden Industrie und verschieben den Fokus.

Low Code als Treiber der Digitalisierung

Der sogenannte Low-Code-Ansatz kann eine passende Lösung für den IT- und Geschäftsbereich sein - zum einen, um beide Abteilungen zu entlasten und zum anderen, um in der Digitalisierung voranzutreiben. Laut aktueller Gartner-Studie wächst die Nachfrage durch das “Zusammenspiel aus digitalen Disruptionen, Hyperautomatisierung und der Aufstieg von Composable Business" rasant. Die Rapid-Application-Development (RAD)-Anbieter ermöglichen es also Unternehmen, mit wenig bis gar keinen Programmierkenntnissen schnell eigene Desktop- oder mobile Anwendungen zusammenzustellen.

Fünf Gründe, wie der Low-Code-Ansatz die mobile Instandhaltung vorantreiben kann:

1. Low-Code-Entwicklung fördert abteilungsübergreifende Projekte

Gerade für Mittelständler ein häufiges Problem: Mitarbeiter aus unterschiedlichen Fachabteilungen brauchen neue Produkte, Tools oder Plattformen und gehen mit ihren Wünschen zur IT. Doch selbst mit den richtigen Programmierkenntnissen können die Entwickler der Nachfrage nicht nachkommen. In der Regel verfügen die Unternehmen über alle erforderlichen Kenntnisse und Daten, nur die Umsetzung hapert. Hilfe versprechen RAD-Plattformen, die den passende Tool-Mix zwischen Eigenentwicklung, Template-Apps und fertigen Lösungen liefern. Dazu erfordern effizientere Geschäftsprozesse eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen und IT-Teams.

Ein Low-Code Ansatz kann helfen, diese Lücke zu schließen und IT und Geschäftsbereiche zusammen zu bringen. Low-Code benötigt weniger Programmierkenntnisse und macht komplexe Infrastrukturen für alle Mitarbeiter greifbar - zum Beispiel mit Template Apps. Die Business-Entwickler - Fachexperten aus der Geschäftsebene - können nun Teil des Entwicklungsprozesses sein, sodass IT-Mitarbeiter ein besseres Verständnis für die geschäftlichen Anforderungen bekommen. Der Business-Entwickler nutzt seine Erfahrung, um den Rahmen der App zu entwerfen, während die IT-Teams - falls nötig - immer noch auf dem Code zugreifen können, um diese zu verbessern. 

Die IT-Abteilung wandelt sich dadurch zum operativen Arm der Geschäftsseite, Entwickler oder IT-Manager sind viel stärker in strategische Entscheidungen eingebunden und führen die Digitalisierung der Prozesse mit.

2. Freie Auswahl von Endgeräten und Betriebssysteme

Mobile Geräte und Applikationen sind allgegenwärtig - sie bieten sich auch für die Instandhaltung an. Prozesse mit Papier und Stift sind veraltet und vor allem fehleranfällig. Eine App auf Smartphone oder Tablet zu verlagern ist das eine, aber für für welche Geräte oder Betriebssysteme sollen diese Applikationen entwickelt werden? Oft ist eine parallele Entwicklung für iOS, Android und Windows noch Mammut-Aufgabe.
 
Der hybride Low-Code-Ansatz ermöglicht eine freie Auswahl der Endgeräte und generiert somit eine hohe Zeit- und Kostenersparnis. Anwendungen werden einmal entwickelt und können dann für alle Betriebssysteme paketiert werden. Native Gerätefunktionen wie Barcode Scanner und Kamera lassen sich einfach in die Anwendungen integrieren. 
 
Die Tendenz geht klar in Richtung Webanwendungen. Corona hat weiter unterstrichen, wie wichtig ortsunabhängiges Arbeiten ist. Auch Instandhaltungsmanager wollen ihre Anwendungen von überall und auf jedem Gerät nutzen, mit nativer Software wäre der Aufwand dazu extrem hoch. Webanwendungen können dagegen einfach per URL aufgerufen werden, Entwicklungsplattformen wie Neptune DX wandeln derartige Anwendungen schnell in eine Progressiv-Webanwendung um und installieren diese auch direkt auf allen Endgeräten. Damit entfällt auch der "manuelle" Aufruf einer URL, Updates können automatisch vom Server gezogen werden. Jedes Mal, wenn der Nutzer, die App öffnet ist sie auf dem aktuellen Stand.

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1. 5 Gründe für Low Code
2. weitere 3 Gründe für Low Code-App-Entwicklung in der Instandhaltung

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