Drahtloses Laden

»Qi wird sich durchsetzen – zu 100 Prozent«

25. August 2016, 7:53 Uhr | Heinz Arnold
»Das drahtlose Laden seit 100 Jahren bekannt. Die Schwierigkeiten liegen darin, die sogenannten nicht funktionalen Anforderungen erfüllen zu können: Energieeffizienz, Safety und Interoperabilität. Darauf ist Qi optimiert.«
»Das drahtlose Laden ist seit 100 Jahren bekannt. Die Schwierigkeiten liegen darin, die sogenannten nicht funktionalen Anforderungen erfüllen zu können: Energieeffizienz, Safety und Interoperabilität. Darauf ist Qi optimiert.«
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Das drahtlose Laden wird sich schnell auf breiter Front durchsetzen. Handys und Ladestationen zu Hause, im Büro und im Auto sind die Vorreiter. Warum Qi sich als der einzige Standard für das drahtlose Laden etablieren wird, erklärt Menno Treffers, Chairman der WPC, im Interview mit Markt & Technik.

Drahtloses Laden mit Qi

Mittlerweile sind viele Automodelle mit Qi-Ladestationen ausgestattet, darunter Audi A4 and Q7; BMW 7 Series; Cadillac ATS Cadillac CTS, Cadillac Escalade, Cadillac SRX; Chevrolet Cruz, Volt, Tahoe and Suburban; GMC Yukon an
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Handyakkus können so bequem während der Autofahrt laden.
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Drahtloses Laden ermöglicht es Autoherstellern neue Funktionen anzubieten, wie etwa vorprogrammierte Präferenzen für die Sitzplatzposition, HVAC-Einstellungen oder das Streamen von Videos im Auto.
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Markt & Technik: Drahtoses Laden von Handys scheint auf den ersten Blick sehr bequem und einfach zu sein. Warum hat sich die Idee in der Praxis bisher kaum durchgesetzt?

Menno Treffers: Auf die Idee, Energie drahtlos für das Laden von Handys zu übertragen, kamen die Hersteller schon früh und hatten auch schon entsprechende Geräte angeboten. Allerdings stellte sich heraus, dass das Business-Modell nicht funktionierte. Die Anwender nahmen diese Funktion zwar gern mit, wollten aber dafür keinen Aufpreis bezahlen. Der einzige Ausweg bestand also darin, einen Standard zu schaffen. Das Wireless Power Consortium – WPC – hat mit Qi einen solchen Standard entwickelt. Erste Qi-Ladestationen und mit Qi-Transceivern ausgestattete Geräte kamen 2010 auf den Markt. Im vergangenen Jahr wurden 144 Millionen Handys mit den Qi-Empfängern ausgeliefert, in diesem Jahr rechnen wir mit 259 Millionen. 100 Prozent der Handys – insgesamt gibt es 90 Modelle der führenden Hersteller – sind mit Qi-kompatiblen Transceivern ausgestattet und wir gehen davon aus, dass sich der Markt jedes Jahr mehr als verdoppeln wird.

Wie viele Ladestationen sind bereits verkauft?

Gemessen an der Zahl der Handys wird sich die Zahl der Ladestationen auf 36 Prozent einpendeln. Derzeit arbeiten mehr als 65 Millionen Qi-Ladestationen im Feld.

Wo finden sich die Ladestationen vor allem?

Zunächst ist interessant, dass heute die meisten Handy-Nutzer keine Ladestation besitzen. Das heißt also: Wer an Ladestationen interessiert ist, der kauft sich gleich mehrere. Da ist ja auch sinnvoll, denn wer bequem laden will, der möchte das mindestens zu Hause, im Auto und am Arbeitsplatz tun.

Wie viele Ladestationen betreiben Kaufhäuser, Restaurants oder Hotels, um ihren Kunden das laden als Service anzubieten?

Derzeit gibt es rund 4.000 solcher Standorte mit Ladestationen  mit stark steigender Tendenz. Gerade hat Starbucks bekannt gegeben, seine Filialen in Deutschland in Kooperation mit dem Partner Fluxport mit Qi-Ladestationen auszustatten. Diese Fluxports sind in den Tischen integriert und gestatten es, die Handys während des Aufenthalts nebenbei aufzuladen. Das funktioniert sogar mit Handys, die keinen Qi-Transceiver enthalten. In den Starbucks-Läden stehen Adapter, die Fluxy Drop Universals – zur Verfügung, die sich die Gäste ausleihen können.

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