Benning CMS Technology

Neues Ladeverfahren verlängert Lebensdauer von Batterien

2. Februar 2022, 13:56 Uhr | Ralf Higgelke
black_kira/stock.adobe.com
© black_kira/stock.adobe.com

Die Zahl der Vollzyklen ist einer der Schlüsselparameter bei Batterien. Ein neues Ladeverfahren von Benning CMS soll die Lebensdauer von Batterien erheblich verlängern – unabhängig von Hardware, Zellchemie oder Art der Anwendung. Auch schwache Akkus lassen sich damit »reanimieren«.

Die Wirkungsgrade einzelner Zellen innerhalb eines Batterieblocks verändern sich im Lauf der Zeit unterschiedlich stark. Bereits mit den ersten Ladevorgängen entstehen dadurch Unterschiede bei den Ladezuständen (State of Charge; SoC). Diese werden über die Gebrauchsdauer immer größer, sodass einzelne Zellen schneller altern als andere, was in der Anwendung aber erst sehr viel später spürbar wird. Auf Dauer gerät der Batterieblock immer weiter in eine »Schieflage«, bis er seinen Zweck nicht mehr erfüllen kann. Und das erfolgt meist lange bevor die einzelnen Zellen überhaupt nur in die Nähe ihrer im Datenblatt des Zellherstellers prognostizierten Lebensdauer gekommen sind.

Ein Block gilt meist dann als »defekt«, wenn die entstandene Schieflage dazu führt, dass einzelne Zellen eine definierte Abschaltgrenze im oberen oder unteren Spannungsbereich überschreiten. Je nach Anwendung ist das bei unterschiedlicher verbleibender Nutzkapazität der Fall. Tatsächlich ist die Batterie dann jedoch gar nicht defekt, sondern lediglich aufgrund der Schieflage der einzelnen Zellen in einen betriebskritischen Zustand gekommen. Hier will das ƞ-Leveling von Benning CMS Technology ansetzen und genau das verhindern. Dieser Algorithmus lässt sich nun per Lizenz erwerben und für Batterieblöcke aller Art verwenden.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

Neues Ladeverfahren von Benning CMS Technology

Benning CMS Technology, ƞ-Leveling
© Benning CMS Technology
Benning CMS Technology, ƞ-Leveling
© Benning CMS Technology
Benning CMS Technology, ƞ-Leveling
© Benning CMS Technology

Alle Bilder anzeigen (4)

Bei diesem Ladeverfahren muss an der bestehenden Hardware nichts geändert werden. Der Algorithmus sorgt dafür, dass die einzelnen Zellen beim Laden so behandelt und gesteuert werden, wie es im Datenblatt vorgesehen ist – was mit herkömmlichen Ladeverfahren nicht in der Form geschieht. Infolgedessen altern die Zellen mit ƞ-Leveling nicht vorschnell, sondern können ihre vorgesehene Lebensdauer erreichen. Der springende Punkt ist: Obwohl sich diese Zellen in einer Reihenschaltung befinden, wird durch diese Wirkungsgrad-Korrektur jede einzelne Zelle so behandelt, als wäre sie in einer Einzelzellanwendung. Der langfristige Gewinn an Lebensdauer des kompletten Batterieblocks kann immens sein.

»Defekte« Akkus reanimieren

Um Interessenten die Wirksamkeit dieser neuen Technologie zu demonstrieren, ist ein sehr überzeugendes Argument, eine zur Verfügung gestellte »defekte« Batterie mit ƞ-Leveling zu reanimieren.

»Gerade hatten wir in unserem Batterie-Leveling-Labor eine Traktionsbatterie mit etwas über 500 Ladezyklen, die weniger als 70 Prozent Nutzkapazität aufwies und von unserem Kunden aussortiert wurde. Nachdem wir sie gelevelt hatten, erreichte sie wieder eine Kapazität von knapp 90 Prozent und ist nun wieder voll einsatzfähig«, so Frederik Fuchs, Geschäftsführer der Benning CMS Technology. »Auf diese Weise konnten wir beweisen, dass die Batterie nicht defekt ist, sondern nur herkömmlich – aus unserer Sicht: von Anfang an falsch – behandelt wurde.«

Obwohl sich mit ƞ-Leveling solche defekten Batterien so effizient »kurieren« lassen und allein als Geschäftsidee bereits taugen würde, werden diese Reanimationen im Batterie-Leveling-Labor lediglich zur Demonstration genutzt. Denn von vornherein mit ƞ-Leveling betrieben, kommen Batterien erst gar nicht in den scheinbar defekten Zustand.


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

elektroniknet