Elektroniknet Logo

E-Auto-Ladestationen

Die 5 teuersten Lade-Irrtümer

Juice Charger 2 von Juice Technology.
Der Juice Charger 2 wurde mit dem internationalen Good Design Award ausgezeichnet.
© Juice Technology

Kaum ist das E-Auto da, dreht sich alles nur noch um das Thema Laden: Wo kann ich laden? Wie schnell? Und was brauche ich dazu? Bei der Anschaffung der Ladestationen gibt es jedoch diverse Fehlerfallen zu beachten.

Strom ist fast überall vorhanden, jedoch oft nur in begrenzter Form. Der Anschlusswert von Gebäuden ist beschränkt, eine Erhöhung ist oft nicht möglich oder wenn, dann mit immensen Kosten verbunden. Das will niemand. Deshalb müssen ein paar Aspekte frühzeitig berücksichtigt werden, bevor man die erste Ladestation setzt.

Welche Irrtümer Sie beim Planen teuer zu stehen kommen und wie sich diese Fehlerfallen vermeiden lassen, lesen Sie in diesem Artikel.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

Fehlerfalle Nr. 1 – Fixe und günstige Einzelstationen mit Basisfunktionalität

Bei einem niedrigen Preis schlagen E-Auto-Neulinge gerne zu, doch ganz simple Einzelstationen kommen schnell an ihre Grenzen. Solche Stationen sind nicht aufrüstbar, sie können weder mit der künftigen Technologie noch mit den wachsenden Bedürfnissen der E-Autobesitzer Schritt halten. Neben einer vernünftigen Hardware ist vor allem die Software entscheidend. Updates over-the-air sind ein Must-have, ebenso wie Fähigkeit zur Vernetzung und echten Fernsteuerung.

Es gilt klar: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Fehlerfalle Nr. 2 – Billige Gehäuse bringen neue Gefährdung

Erste Versicherungen beginnen, sich um eine neue Gefahr zu sorgen. Viele Wandladestationen sind aus leicht entflammbarem Kunststoff. Das bringt ganz neue Risiken als Brandherd und Brandbeschleuniger in Tiefgaragen. Darüber hinaus sind die meisten Wandladestationen nicht spritzwasserfest. Tiefgaragen werden aber in der Regel von Hauswarten hochdruckgereinigt.

Je nach Material, Verarbeitung und bestätigte Schutzart ist die Nutzung im Außenbereich ebenfalls problematisch. Deshalb sollte die Schutzart IP54 erfüllt sein und hochwertige Materialen wie beispielsweise UV-beständiges Polycarbonatglas oder Stahl vom Hersteller verwendet worden sein.

Deshalb: Achten Sie auf die eingehaltenen Normen und Zertifizierungen durch externe Prüfinstitutionen wie beispielsweise dem TÜV SÜD.

Fehlerfalle Nr. 3 – Kein echtes Lastmanagement

E-Autos benötigen ziemlich viel Strom beim Laden. Schon ab einem einzigen Ladepunkt ist deshalb ein Lastmanagementsystem sinnvoll, ab mehreren Ladestationen unbedingt Pflicht. Sonst riskiert man, dass der Hausanschluss überlastet ist, die Sicherung fliegt und man im Dunkeln sitzt. Doch worauf muss man hierbei achten?

Das Lastmanagement muss

  • omnidynamisch sein, also bestehende Verbraucher im Gebäude mitberücksichtigen und künftig sogar durch den Energieversorger fernsteuerbar sein.
  • fernsteuerbar sein, sowohl durch die Verwaltung wie durch den E-Driver selbst. Dieser muss zum Beispiel seine Ladung im Bedarfsfall priorisieren können.
  • unendlich skalierbar sein. Viele Systeme können nur kleine Gruppen von Parkplätzen unter sich steuern. So geht viel Ladeleistung verloren.
  • alle exisitierenden Spezialfälle und individuelle Ladecharakteristiken abdecken, damit das Laden sicher gelingt. Jede Marke verfügt über ladetechnische Eigenheiten, die mit dem Standard nicht abgedeckt sind. Fragen Sie im Zweifelsfall beim Hersteller nach.

Fehlerfalle Nr. 4 - Stromschiene oder Flachbandkabel

Pro Platz sollten möglichst viel Ampere zur Verfügung stehen. Eine empfehlenswerte Installation ist deshalb eine an der Wand angebrachte Stromschiene, über die die Leitungen sicher und beliebig erweiterbar verlegt werden können. Bei kleinen Projekten tut es auch ein günstiges Flachbandkabel.

Ein weit verbreiteter Trugschluss ist die vermeintliche Kosteneinsparung durch schmalbrüstige Flachbandkabel in großen Parkgaragen mit viel Ampere Gesamtleistung. So bringt man die Leistung nicht zu den Parkplätzen und verheizt viel Blindleistung durch zu dünne Leiter. Was günstig beginnt, führt schon nach einem Jahr zu erheblichen Mehrkosten durch unnötigen Stromverlust.

Fehlerfalle Nr. 5 – Einfache Freischaltung und Abrechnung

Hier gilt: Maximale Flexibilität für den Nutzer. Eine Freischaltung via Nummernschilderkennung und der Abrechnung über die Miete oder Nebenkosten, macht bei gleichbleibenden Parkplatznutzern Sinn. Bei Besucherparkplätzen muss es einfach und schnell gehen – sowohl für den Eigentümer als auch für den Gast – mit einer Abrechnung über Kreditkarte, ApplePay und GooglePay ist das möglich. Diese Zahlungsmittel hat in der Regel jeder immer dabei. Eine Abrechnung über RFID oder herkömmliche Ladekarten wäre eine weitere Alternative.

Zum Nachdenken: Miete statt Kauf

Immer beliebter: Ladestation mieten statt kaufen. Dieses Modell eignet sich besonders für Immobilienbesitzer, Verwalter und Betreiber großer Parkareale, Tiefgaragen und Parkplätzen.

Die größten Hürden in Bezug auf die Installation stellen in der Regel die finanzielle Belastung, der Planungs- und Installationsaufwand sowie der nicht direkt erkennbare Nutzen dar.

Dazu kommen die Bedenken, dass durch den technischen Fortschritt die Anlage schon in ein paar wenigen Jahren erneuert werden muss. Bei passenden Mietmodellen übernehmen die Anbieter sowohl die Planung, die komplette Stromverteilung im betroffenen Parkareal, die Installation, die Verwaltung und den Support als auch den Service. Auch ewige Garantie und kostenlose Updates oder Upgrades aufgrund neuer gesetzlicher Vorschriften sollten im Mietvertrag enthalten sein. Ist das gegeben, profitieren die Mieter von einer Sorgenfrei-Lösung zum monatlichen Fixpreis.



 

Christoph Erni, CEO von Juice Technology.
© Juice Technology

Der Autor

Christoph Erni
Ist CEO von Juice Technology.


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

WEKA FACHMEDIEN GmbH