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Chalmers University of Technology

Piezoelektrisches Gewebe bringt LED zum Leuchten

27. März 2018, 09:57 Uhr   |  Ralf Higgelke

Piezoelektrisches Gewebe bringt LED zum Leuchten
© Chalmers University of Technology

Die Forscherin Anja Lund hat ein Gewebe entwickelt, das bei Dehnung oder Druckbelastung durch den piezoelektrischen Effekt Strom erzeugt.

In Zusammenarbeit mit der schwedischen Textilschule in Borås und dem Forschungsinstitut Swerea IVF haben Forscher der Chalmers University ein Gewebe entwickelt, das kinetische Energie in elektrische umwandelt. Je mehr das Gewebe gedehnt wird und je mehr der Träger schwitzt, umso besser.

Die Forscher Anja Lund und Christian Müller von der Chalmers University of Technology haben ein Gewebe entwickelt, das bei Dehnung oder Druckbelastung durch den piezoelektrischen Effekt Strom erzeugt. Sie verwebten ein piezoelektrisches Garn mit einem elektrisch leitenden Garn, um den erzeugten Strom zu transportieren. Das piezoelektrische Garn besteht aus vierundzwanzig Fasern, die jeweils so dünn wie eine Haarsträhne sind. Sind die Fasern ausreichend feucht, wird das Garn noch effizienter, da die Feuchtigkeit den elektrischen Kontakt zwischen den Fasern verbessert.

»Das Textil ist flexibel und weich und wird noch effizienter, wenn es feucht oder nass ist«, sagt Anja Lund. »Um die Ergebnisse unserer Forschung zu demonstrieren, verwendeten wir ein Stück von diesem Textil im Schultergurt einer Tasche. Je schwerer deren Inhalt ist und je mehr von unserem Textil wir einsetzen, umso mehr Strom erhalten wir. Ist unsere Tasche mit 3 Kilo Bücher beladen, stehen uns kontinuierlich vier Mikrowatt zur Verfügung – genug, um eine LED intermittierend aufleuchten zu lassen. Würden wir eine ganze Tasche aus unserem Textil herstellen, hätten wir genug Energie, um drahtlos Signale zu übertragen.«

Chalmers University of Technology

Die Forscher sind überzeugt, dass die Technik im Prinzip für eine größere Serienfertigung bereit sei und hauptsächlich Sache der industriellen Produktentwickler sei, herauszufinden, wie sie die Technologie nutzen könnten. Die Kosten des Materials seien nach Ansicht der Forscher relativ niedrig und vergleichbar mit dem Preis von Gore-Tex. Durch die Zusammenarbeit mit der schwedischen Textilschule in Borås konnten die Forscher auch nachweisen, dass das Garn in industriellen Webstühlen verarbeitet werden kann und ausreichend verschleißfest ist, um den rauen Bedingungen der Massenproduktion standzuhalten.

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