Exklusiv-Interview mit Datatec

»Wir haben bedarfsgerecht gehandelt«

9. April 2020, 12:30 Uhr | Nicole Wörner

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die Veränderungen in der Gesellschafterstruktur greifen - geschäftlich wie persönlich

Eine Bewährungsprobe sicher auch für Ihr neues Führungsteam. Zur electronica 2016 hatten Sie offiziell die neue Gesellschafterstruktur von Datatec vorgestellt, in der Sie die Position des Vorstands und CEO innehaben und fünf Ihrer Mitarbeiter die operativen Geschäfte leiten. Wie hat sich das Ganze entwickelt?

Sehr positiv. Das ganze Führungsgremium – und übrigens auch die Mitarbeiter – sind sehr zufrieden mit der neuen Struktur. Sie bietet für alle Beteiligten große Entfaltungsmöglichkeiten und Chancen für die Zukunft. 

Mit der Veränderung der Führungsstruktur wollten Sie frühzeitig eine Nachfolgeregelung für das Unternehmen etablieren. Ist das gelungen?

Definitiv ja. Ich kann besten Gewissens auf meinen Plan hinarbeiten, Ende November 2021 – also genau fünf Jahre nach Bekanntgabe der neuen Gesellschafterstruktur – in den Ruhestand zu gehen.

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Auf der electronica 2016 wurde die neue Gesellschafterstruktur von Datatec präsentiert. Im Zuge dessen hat Hans Steiner auch seinen Nachfolger vorgestellt: Markus Kohler übernimmt zum 1. November 2021 die Position des CEO von Datatec.
Auf der electronica 2016 wurde die neue Gesellschafterstruktur von Datatec präsentiert. Im Zuge dessen hat Hans Steiner auch seinen Nachfolger vorgestellt: Markus Kohler übernimmt zum 1. November 2021 die Position des CEO von Datatec.
© Datatec

Mussten Sie Anpassungen am ursprünglichen Gesellschafterkonzept vornehmen?

Im Großen und Ganzen hat es gepasst. Wir sind aber noch beim Finetuning. Der Warenfluss ist noch nicht ganz optimal, und jetzt geht es noch darum, meine restlichen Aufgaben zu verteilen – immerhin sind es nur noch eineinhalb Jahre bis zu meinem Ruhestand. Und man kennt mich allgemein als jemanden, der die Dinge gerne frühzeitig regelt. 

Daher auch die hohen Investitionen in den Ausbau des Unternehmens …
Ja, wir haben in den letzten zwei Jahren insgesamt rund 4,6 Millionen Euro investiert – unter anderem in einen Neubau, der eine noch bessere Lagerhaltung und Logistik ermöglicht, sowie in eine neue Cafeteria, die unseren Mitarbeitern ein angenehmes und komfortables Umfeld bietet. 

Inwieweit sind Sie selber noch im Tagesgeschäft involviert?

Ich habe mich größtenteils aus dem Tagesgeschäft herausgezogen und wirke „nur“ noch strategisch mit. Zudem gönne ich mir bereits jetzt einen Tag pro Woche, an dem ich nicht ins Büro komme. Das klappt nicht immer, aber es wird schon. Insgesamt lasse ich es jetzt etwas langsamer angehen. 

Fällt es Ihnen nicht schwer, die Zügel aus der Hand zu geben?

Nein. Die Veränderungen in der Führungsstruktur hatten ja den Hintergrund, die Zukunft des Unternehmens zu sichern und den Kunden die Sicherheit zu geben, dass sie bei Datatec auch weiterhin in guten Händen sind – auch ohne mich. Und davon bin ich überzeugt. Es war alles gut durchdacht und von langer Hand geplant. Insofern bin ich in die Situation hineingewachsen. Ich habe volles Vertrauen in das Führungsteam und lasse ihnen die Gestaltungsfreiheit, die sie brauchen, um das Unternehmen zu leiten und nach vorne zu bringen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Unternehmens?

Nun, jeder Unternehmer wünscht sich natürlich Wachstum – das ist ja auch nötig, allein schon um die steigenden Lohnkosten zu decken. Aber es darf kein Wachstum um jeden Preis sein. Wir wollen uns treu bleiben – das sind wir uns und unseren Kunden einfach schuldig.

Und für die deutsche Elektronikbranche?

Deutschland muss ein „Entwicklungsland“ bleiben. Wir dürfen uns nicht darauf verlagern, gute Kopierer zu sein. Das hat unsere Wirtschaft bislang getrieben – und das muss auch in Zukunft gesichert sein. 

Das Interview führte Nicole Wörner.


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