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Interview mit Rohde & Schwarz

»Unser Ziel ist es, ein komplettes Portfolio aufzubauen«

15. April 2021, 09:05 Uhr   |  Nicole Wörner

»Unser Ziel ist es, ein komplettes Portfolio aufzubauen«
© luchschenF/stock.adobe.com / Rohde & Schwarz

Dr. Philipp Weigell, Rohde & Schwarz: »Es ist ein riesiger Markt, in dem wir für die nächsten Jahre noch viel Platz haben, zu wachsen.«

Vor wenigen Wochen hat Rohde & Schwarz mit zwei Source Measure Units einen Markt betreten, den der Messtechnikspezialist bislang nicht adressieren konnte. Hintergründe gibt Dr. Philipp Weigell, Director Product Management and Planning Power Products, Meters, Sources & Audio Analyzers.

Markt&Technik: Herr Weigell, wie kam es zu dem Entschluss, in den SMU-Markt einzusteigen?

Philipp Weigell: Rohde & Schwarz hat den Anspruch, alle Bedürfnisse eines Kunden abzudecken. Das war einer der Gründe, vor gut zehn Jahren in den Oszilloskopmarkt einzusteigen. Mit der vollständigen Integration des Teams und Portfolios von Hameg im Jahr 2015 hatten wir den letzten Baustein gesetzt, um den Power-Products-Markt konsequent zu adressieren. Davon ausgehend haben wir uns einige strategische Produkte ausgesucht, die wir nacheinander in den Markt bringen wollten. Die SMUs sind die aktuellste Entwicklungsstufe in diesem Prozess.

Welchen Anteil an der neuen Produktreihe hatte das ehemalige Hameg-Entwicklerteam?

Die Teams von Hameg und die weltweite Entwicklung von Rohde & Schwarz sind mittlerweile sehr gut zusammengewachsen. Daher lässt sich nicht mehr genau sagen, wer was entwickelt hat. Aber natürlich war die ehemalige Hameg-R&D-Abteilung maßgeblich an der Entwicklung beteiligt. Rein optisch ist die Nähe zu den Hameg-Produkten übrigens ebenfalls erkennbar – moderner und weiterentwickelt unter anderem mit Touch-Display natürlich.

Inwieweit kommt Ihnen die Marke Rohde & Schwarz beim Markteinstieg zugute?

Wie beim Einstieg in das Oszilloskop-Segment profitieren wir von unserem guten Ruf. Die Kunden wissen, dass ein Rohde-&-Schwarz-Produkt hält, was das Datenblatt verspricht. Deutsches Engineering und ein sehr wettbewerbsfähiger Preis sind eine starke Kombination und bieten den Vertriebspartnern ein sehr gutes Argument. Gerade bei den Netzgeräten kommt uns die langjährige Marktpräsenz von Hameg zu Gute.

Der Markt für Power-Produkt-Lösungen liegt weltweit bei etwa 1,4 Mrd. US-Dollar, davon entfallen rund 250 Millionen auf die SMUs. Wie hat er sich über die letzten Jahre entwickelt? Ist der Bedarf gewachsen? Wenn ja, worauf ist das hauptsächlich zurückzuführen?

Die 1,4 Mrd. beziehen sich nach unserer Einschätzung auf die Gesamtheit der so genannten Power Products, also Power Supplies, Loads, SMUs und Power Analyzer. Für uns als Messtechnik-Hersteller ist das ein sehr interessanter Markt, weil er groß und stabil ist. Und weil er rasant wächst. Es gibt so viele neue Anwendungen. Es müssen immer kleinere Spannungen gemessen werden, immer genauere Ströme, etc. Denken Sie nur daran, was heute alles batteriebetrieben ist – von der Smartwatch über das E-Bike bis hin zum Elektrofahrzeug. Das schafft viele neue Märkte – und kreiert damit Marktwachstum.

Mit den Power-Produkten und – nun neu – den SMUs: Welcher Anteil des 1,4 Milliarden US-Dollar großen Marktes ist für Sie adressierbar?

Unser primäres Ziel ist es, ein volles Portfolio aufzubauen. In den SMU-Markt steigen wir gerade erst ein. Mit unseren beiden Modellen adressieren wir noch nicht den gesamten Markt – auch wenn wir unsere Geräte gerne als die „Schweizer Taschenmesser“ unter den SMUs bezeichnen.

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1. »Unser Ziel ist es, ein komplettes Portfolio aufzubauen«
2. Der Markt hat schon "Big Player", wo reiht sich Rohde & Schwarz ein?
3. Und das sind die neuen SMUs

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