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Engineering Competition Rohde & Schwarz

Tüfteln und feiern – in diesem Jahr mit Abstand

21. Mai 2021, 13:23 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Tüfteln und feiern – in diesem Jahr mit Abstand
© Rohde & Schwarz

Magdalena Pöllmann ist Teamlead University Marketing & Recruiting and Head of Talent Sourcing bei Rohde & Schwarz und leitet seit vielen Jahren das Projekt »Engineering Competition«. Wir sprachen mit ihr via Teams.

„Make ideas real“ war das Motto der diesjährigen „Engineering Competition“ von Rohde & Schwarz. Den teilnehmenden Teams winkte neben einem üppigen Preisgeld die Gelegenheit, den Messtechnik-Spezialisten auch als potenziellen Arbeitgeber kennenzulernen.

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Das Team „SigKIT“ vom KIT hat das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro abgesahnt. Die vier Gewinner des Teams (im Bild) hatten bereits einen Punktevorsprung bei der Coding- und Demodulations-Aufgabe herausgearbeitet. Bei der Pitch-Präsentation vor der Jury konnten sie diesen Vorsprung weiter ausbauen und erklommen das virtuelle Siegertreppchen.Die R&S-Jury bildeten Peter Riedel (Chief Operating Officer), Holger Schötz (Executive Vice President Human Resources) und Christina Geßner (Vice President Spectrum & Network Analyzers, EMC & Antenna Test).Die Neugier treibt das Siegerteam nach London; mit dem Preisgeld ist eine Reise dorthin geplant. Noch eine weitere Reise steht an, nämlich in die Zentrale von Rohde & Schwarz, sobald es die Corona-Situation zulässt. (ag)

Genau 377 Teilnehmer notiert sich Magdalena Pöllmann. Sie leitet als Teamlead University Marketing & Recruiting and Head of Talent Sourcing seit vielen Jahren das Projekt „Engineering Competition“ von Rohde & Schwarz. In diesem Jahr hat der Wettbewerb mit 10.000 US-Dollar Preisgeld für das erstplatzierte Team zum 17. Mal stattgefunden – nur 2020 fiel das internationale Tüftel-Event wegen der Corona-Pandemie aus. »Im Hochschulmarketing ist das unsere Flagship-Maßnahme«, erzählt sie. Das erklärte Ziel: sich mit spannenden Technologiethemen bei der jungen Zielgruppe bekannt machen. 

Stefan Huber und Matthias Lechner arbeiten als Entwicklungsingenieure beim Münchner Konzern. Sie entwickeln Hardware für Spektrumanalysatoren im High-End-Bereich und nahmen vor ein paar Jahren als Werkstudent und Masterand teil. Beide hatten sich im Bachelor-Studium kennengelernt, wechselten aber für den Master jeweils auf eine andere Uni. »Wir fanden es spannend, die Challenge als Team wieder gemeinsam anzupacken«, erzählt Huber. Um das Wiedersehen und die Zusammenarbeit sei es ihnen hauptsächlich gegangen. »So wie damals in den Laboren miteinander lernen und Problemstellungen lösen, die Challenge war die perfekte Gelegenheit«, bestätigt auch Lechner. Das Thema der Competition – Machine-Learning-Algorithmen und Signalverarbeitung – war ihnen dabei als Hardware-Ingenieure aber tatsächlich eher fremd – »aber umso mehr waren wir motiviert, uns da reinzuhängen«. 

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Stefan Huber (l.) und Matthias Lechner arbeiten als Hardware-Entwicklungsingenieure beim Münchner Konzern Rohde & Schwarz.  

Die Deadline zur Teambewertung verpassten sie damals aus Versehen um zwei Stunden und traten damit in der Teambewertung nicht mit den neuesten Daten an. »Was waren wir enttäuscht! Aber zum Glück hat es mit Platz 8 noch gereicht, um in die Top 10 und damit ins Finale nach München eingeladen zu werden« erinnert sich Huber. 

Vom Teamkollegen zum Arbeitskollegen: Huber und Lechner bewarben sich nach ihrem Studium bei Rohde & Schwarz und arbeiten heute sogar zufällig in der gleichen Abteilung. »Es war cool, mit verschiedenen Studententeams weltweit zusammenzukommen, sich technisch auszutauschen und abends noch zum Feiern in die Stadt zu gehen«, so Huber, es sei eine willkommene Horizonterweiterung gewesen zu all der Theorie an der Uni. »Und die Competition ist eine gute Gelegenheit, Rohde & Schwarz als Arbeitgeber kennenzulernen«, ergänzt Lechner.

Über die Jahre hat sich der Wettbewerb für Studierende der Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Hochfrequenztechnik und Informatik weiterentwickelt, vom regionalen Event zu einer weltweiten, digitalen Aktion. »Früher wurden die Vorrunden von den Kolleg:innen noch an den Unis vor Ort durchgeführt«, weiß Magdalena Pöllmann. Seit einigen Jahren findet diese Qualifizierung komplett online statt, wodurch die räumliche Begrenzung und auch der Reiseaufwand in dieser Stufe wegfiel. Dass die Competition in diesem Jahr bis hin zum Finale coronabedingt erstmals vollständig digital ablief, scheint zudem ein Vorzug gewesen zu sein: Noch nie habe Rohde & Schwarz so viele Anmeldungen verzeichnet wie in diesem Jahr, so Pöllmann, nämlich 377.

Die Einstiegshürde, um sich für das Finale zu qualifizieren, habe man dabei bewusst niedrig gehalten. Die Aufgabe für die Studierenden war es, in drei Wochen einen Python-Code zu entwickeln, der die sogenannte Customer Experience der Rohde&Schwarz-Kunden zu verbessern helfen sollte. »Die Aufgabe war gut schaffbar«, so Pöllmann, »denn wir wollten möglichst vielen die Chance geben, sich am Finale zu beteiligen«. 

Wie werden die Aufgaben entwickelt? »Über die Jahre haben wir gemerkt, dass es die Studierenden reizt, Aufgaben mit Sinn zu bearbeiten«, erzählt Pöllmann. So sei das Motto der Competition geschärft worden, eine spannende Aufgabe zu stellen, die den Zahn der Zeit trifft: „Make ideas real.“ 

Der Großteil der Teilnehmer – Pöllmann: »weit über die Hälfte« – stellt sich der Competition dabei traditionell aus Deutschland; in diesem Jahr seien auch viele Teams aus Indien mit dabei gewesen, erklärt die Projektleiterin. 
Etliche davon beginnen später wie Stefan Huber und Matthias Lechner ihren Job bei Rohde & Schwarz, »doch das ist gar nicht die Zielsetzung«, so Pöllmann. »Es geht uns vor allem darum, Begeisterung für Rohde & Schwarz zu schaffen und uns als Arbeitgeber bei den Studierenden bekannter zu machen.« Denn Empfehlungen und eine starke Arbeitgebermarke seien bei der Stellenbesetzung wichtig – »das macht uns die Ansprache viel leichter«. 

Über die Jahre haben rund 2000 Studierende an der Competition teilgenommen, an die 100 Einstellungen im Anschluss – oft auch als Praktikant oder Masterstudent – seien darauf zurückzuführen. Etwa 10 Prozent der Teilnehmer seien Frauen. 
Im Schnitt habe Rohde & Schwarz 400 offene Stellen im Jahr weltweit für Studierende zu besetzen: als Bacheloranden, Masteranden, Praktikanten oder Werkstudierende. Diese würden in der Regel auch schon früh angesprochen und in einen Kandidaten-Pool eingeladen oder kämen – je nach Studienstatus – auch schon für eine Rolle als Professional in Frage. Im Moment gebe es weltweit 70 offene Jobs für Studierende. 

Und die Noten? Die Noten sind längst nicht mehr allein entscheidend; Pöllmann legt dar: »Wir gehen immer weiter davon weg, nur auf die Noten zu schauen, es muss vielmehr eine Balance aus Noten und Mindset sein. Denn die digitale Transformation benötigt neue Skills und Wissen. Wir empfehlen immer ein Praktikum, um Erfahrung zu sammeln; somit müssen wir nicht nur anhand der Noten entscheiden, auf die wir natürlich auch Wert legen.«

10 Prozent der Belegschaft seien eigentlich immer Studierende, die eine Abschlussarbeit schreiben oder ein Praktikum absolvierten. Pöllmann: »Im Moment haben wir hier in München 300 Studierende im Haus.« 

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