Flexxon NAND-Speicher-Spezialitäten für die Industrie

Camellia Chan, CEO von Flexxon: »Für unsere Besonderheiten müssen die Anwender nicht einmal viel mehr bezahlen, weil wir als die Experten auf diesem Gebiet wissen, wie wir kostengünstig fertigen können. So können sie die Vorteile der NAND-ICs auch in anspruchsvollen Umgebungen nutzen.«

Speichermedien für den Einsatz in der Medizintechnik, der Industrie und Automotive: NAND-ICs und anspruchsvolle Anwendungen müssen kein Widerspruch sein.

An 90 Prozent des Marktes sind wir gar nicht interessiert«, sagt Camellia Chan, CEO und General Manager von Flexxon, gelassen. Das verwundert zunächst. Doch Chan spricht nicht von irgendeinem Markt, sondern von NAND-Flash-Speicher-ICs. Da repräsentieren 10 Prozent einen erheblichen Umsatz. Deshalb ist Chan Feuer und Flamme für diesen Sektor, zumal sich nicht allzu viele Wettbewerber in dieser Nische tummeln. Denn die Handvoll Firmen, die den NAND-Speicher-IC-Markt dominieren, sehen den Industrie-Markt als weniger relevant und einer näheren Beschäftigung nicht wirklich für würdig an. Camellia Chan und Flexxon fühlen sich hier aber so richtig wohl, und das nicht ohne Grund: Die 2001 in Singapur gegründete Firma beschäftigt heute 78 Mitarbeiter, zum größten Teil Ingenieure, und erzielte 2017 einen Umsatz von über 80 Mio. Dollar. Ein interessantes Verhältnis.

Flexxon hat sich also über die vergangenen 17 Jahre auf die Entwicklung von NAND-Speichermedien spezialisiert, die in der Industrie, Medizin und in Kraftfahrzeugen, im militärischen Bereich sowie in der Luft- und Raumfahrt Einsatz finden. Dazu zählen SSDs, SATA, PATA, PCIe, SG-Karten und microSD-Karten, Compact Flash-Karten, USB-Flash-Drives, NAND-Flash-Module, eMMCs, Drives mit unterschiedlichen Schnittstellen und spezielle auf Kundenwunsch zugeschnittene Produkte. Vom eingekauften NAND-Speicher-IC, die Qualifikation und den Test über die Produktion bis zum Endtest deckt Flexxon alles ab. Der vollständige Zuverlässigkeitstest umfasst den mechanischen Test, Packaging, Environmental Test und Printing-Test.

Damit eignen sich die Produkte von Flexxon besonders auch für den europäischen Markt. Worüber sich die Besucher der electronica in diesem Jahr ein Bild machen können: Flexxon stellt am Stand ihres Handelsvertreters Eurosemi (Halle A6, Stand 368) aus.

Die Speicher zeichnen sich also durch hohe Zuverlässigkeit, durch einen langen Datenerhalt und durch eine Reihe von Zertifizierungen aus, die in den jeweiligen speziellen Anwendungssektoren erforderlich sind. Dafür benötigen die Kunden sie in weit geringeren Stückzahlen als aus dem Konsumgütermarkt bekannt. Die wenigen Hersteller dürfen sich dafür über höhere Margen pro Einheit freuen.

Flexxon differenziert die eigenen Speicherprodukte vor allem über die Controller sowie über die Gehäusetechnik, die ihnen die erforderliche Robustheit verleiht. Die NAND-Speicher selbst bezieht das Unternehmen überwiegend von Toshiba, aber auch von Intel und Micron. Dabei setzt Flexxon zum größten Teil auf 2D-NAND-ICs, auch wenn der Umstieg auf 3D-NAND-ICs schon begonnen hat. Zwar testet Flexxon schon seit zwei Jahren die 3D-NANDs und setzt sie in einigen ausgewählten Produkten auch ein – für den Markt, auf den das Unternehmen vor allem abzielt, werden so aber noch lange keine wesentliche Rolle spielen.

Selbst in diesen an sich schon speziellen Marktsektoren setzt Flexxon auf Besonderheiten. So sind die SSD-Karten (2,5 Zoll und 1 Zoll) auch in Höhen von 9,5 mm erhältlich, was insbesondere für die 1,2-Zoll-Typen eine Besonderheit ist. »Der Standard liegt heute bei 7 mm. Aber es gibt doch viele Fälle, in denen solche Karten nicht passen. Genau diesen Nischenmarkt bedienen wir«, sagt Camellia Chan. »Dafür müssen die Anwender nicht einmal viel mehr bezahlen, weil wir als die Experten auf diesem Gebiet wissen, wie wir kostengünstig fertigen können.«