Fusion von Licht- und Display-Daten APIX, ISELED und ILaS schaffen neue Beleuchtungswelten

Robert Kraus, CEO von Inova und einer der Gründer der ISELED-Allianz: »Mit unserem neuen ILaS Bus Konzept auf Basis des ISELED-Protokolls können nicht nur LED-Elemente, sondern weitere Komponenten wie Matrix-LED-Leuchten, Sensoren und Aktoren in hoher Zahl über eine einfache Zweidrahtleitung angesteuert werden, was in dieser Form mit heute verbreiteten Bussen wie LIN und CAN nicht möglich ist.«
Robert Kraus: »Wir wollen bereits Anfang nächsten Jahres erste Muster von »ILaS« verfügbar haben. Zudem wird es neben dem ersten ILaS-Busknotenbaustein von Inova bald auch weitere Licht- und Sensorprodukte von Allianzmitgliedern geben, in denen der ILaS-Knoten bereits integriert ist.«

Wie sich über die Fusion von Licht- und Display-Daten OLEDs ersetzen lassen, welche weiteren Synergien sich ergeben und warum die ISELED-Allianz schnell wächst, erklärt Robert Kraus, CEO von Inova, im Interview mit Markt&Technik.

Markt&Technik: Als Inova ISELED als einen kostengünstige Ansteuerung für die Innenbeleuchtung im Automobil entwickelt hatte, war klar, dass der Erfolg nur gelingen könnte, wenn andere Firmen mit ins Boot geholt werden, um ein Ökosystem aufzubauen. Wie konnte die ISELED-Allianz so schnell ins Leben gerufen werden und warum konnte sie so schnell wachsen?

Robert Kraus: Das kommt von unserer Erfahrung mit APIX, auch hier war das Ökosystem-Konzept der Schlüssel zum Erfolg. Gerade bei hochinnovativen Technologien ist es wichtig, dem Anwender nicht nur die Komponente, sondern möglichst von Beginn an eine komplette Lösung anzubieten, die er ohne großen Aufwand evaluieren kann. Nachdem Dominant Opto die erste »Digitale LED« mit unserem Controller-Chip gebaut hatte, unterstützte bald darauf auch NXP die neue Idee, ebenso TE Connectivity und die Hochschule Pforzheim. Und schon hatten wir alle Zutaten für das erste Demosystem, mit dem wir zeigen konnten, was ISELED so alles kann. Die ISELED-Allianz mit ihren fünf Gründungsmitgliedern war damit geboren. Das war jetzt vor genau drei Jahren. Nach einer kleinen schöpferischen Pause ging es mit der Erweiterung der Allianz dann Schlag auf Schlag und gleich in Gruppen auf heute 28 Mitglieder weiter. Wobei wir keine der Firmen aktiv angesprochen haben, die kamen alle auf uns zu, um Mitglied zu werden. Das entfaltet Eigendynamik, denn mit jedem neuen Allianzmitglied erweitert sich das Ökosystem und wird wieder ein Stück attraktiver.
Vor einigen Tagen ging die ISAL (International Symposium on Automotive Lighting), die große „Lichtmesse“ in Darmstadt, zu Ende, auf der neben uns auch vier weitere Allianzmitglieder vertreten waren: Das Ökosystem zum Anfassen, denn die  interessierten Besucher, darunter viele OEMs, wurden buchstäblich von Stand zu Stand weitergereicht. Eine tolle Sache, unser Messeteam war ganz begeistert.     

Es gab in der Vergangenheit durchaus weitere Initiativen, Bus-Standards ins Auto zu bringen, von denen nach anfänglicher Euphorie kaum mehr etwas zu hören ist. Warum ist es mit ISELED anders gelaufen?

Ein Standard an sich ist noch lange keine Erfolgsgarantie, nur weil er eine IEEE-Nummer hat: das hat man ja u.a. beim Versuch gesehen, den Fire Wire (IEEE1394) ins Auto zu bringen. So ein offizieller Standard macht natürlich absolut Sinn, wenn es etwa um Mobilfunk oder genormte Stecker bei Ladesäulen geht, für derartige langlebige Infrastrukturen sind formale Standards ohne Frage ein Muss. Aber wo gibt es etwa beim Autolicht heute noch Standards? Die gab es lange Jahre in Form der Bilux-Zweifadenlampe und später dann als H4-Halogenlampe, hier dann schon mit Derivaten. Aber diese Zeiten sind doch spätestens seit dem Xenon-Licht vorbei. Heute ist Fahrzeuglicht echte High-Tech, wo die Hersteller mit neuen HD-Lichtquellen mit Micro-LEDs und Matrixlicht mit immer noch mehr Pixel die Latte ständig höher legen Niemand spricht doch heute mehr von einem Standard fürs Fahrzeuglicht.

In diesem disruptiven Automotive-Markt mit seinem enorm hohen Innovationsdruck besteht unser Ansatz darin, ein Ökosystem zu schaffen, das von vielen Firmen querbeet durch die Wertschöpfungskette unterstützt wird. Wir halten das für den besseren Weg, eine sehr innovative Technologie in den Markt einzuführen und so schnell eine breite Akzeptanz zu erreichen als die Standardisierung vornean zu stellen. Und bei APIX sehen wir ja seit über zehn Jahren und mittlerweile 110 Mio. installierter Knoten wie gut das funktioniert.