Viele Hersteller suchen für ihre Geräte oder Automaten eine wertige Bedieneinheit mit Touch-Display, ohne in eine zeit- und kostenaufwändige Individualentwicklung investieren zu müssen. Hierfür ist die Ready-2-Adapt-Plattform SYNEXIS von der S.I.E System Industrie Electronic eine geeignete Lösung.
Kay Lemke, Business Development Manager bei der S.I.E, berichtet, was Kunden von der Entwicklungsplattform erwarten dürfen.
The Official Daily: Dank der Entwicklungsplattform SYNEXIS können Unternehmen eine hochwertige, ihren Anforderungen entsprechende Bedieneinheit für ihre Entwicklung einsetzen. Was ist bei SYNEXIS anders als bei einer Individualentwicklung eines HMIs (Human Machine Interface)?
Kay Lemke: Bei der Individualentwicklung beginnen wir ja sozusagen auf der grünen Wiese und entwickeln das HMI vollständig nach Kundenwunsch. Die Kunden bekommen dadurch ein auf ihre Anforderungen zugeschnittenes HMI. Allerdings bedeutet die individuelle Entwicklung auch eine entsprechend lange Entwicklungszeit und hohe Kosten.
Bei unseren Ready-2-Adapt-Plattformen, zu denen auch die HMI-Plattform SYNEXIS gehört, kombinieren wir die Vorteile vorentwickelter Module mit der Anpassung an die Kundenanforderungen, und zwar nur dort, wo es wirklich wichtig ist. Dadurch verursacht die Entwicklung des HMI weniger Aufwand und ist früher abgeschlossen. Das ist vor allem für Unternehmen interessant, die Produkte in kleineren und mittleren Stückzahlen fertigen und für die eine individuell entwickelte Touch-Bedieneinheit schlicht zu teuer wäre.
Welche Branchen spricht die S.I.E mit der HMI-Entwicklungsplattform im Wesentlichen an?
Wir denken unter anderem an die Produzenten von Vending-Automaten oder professioneller Gastronomie- und Küchentechnik oder auch an die Hersteller von Laborgeräten, Medizintechnik und anderen Geräten, bei denen ein hoher Bedienkomfort und eine skalierbare Plattform gefragt sind. SYNEXIS ist für Unternehmen, die kleine bis mittlere Seriengrößen fertigen, gleichermaßen interessant wie für Hersteller, welche eine HMI-Plattform für größere Geräteserien suchen, während sie den Kostenaufwand optimieren können.
Was ist bei der HMI-Entwicklungsplattform standardisiert, und was bewirkt die Standardisierung?
Die Standardisierung betrifft vor allem die Komponenten, deren Entwicklung langwierig bzw. wo die Werkzeugfertigung sehr teuer wäre: Gehäusekomponenten, mechanische Befestigungen, Embedded-Elektronik-Module oder Kühlkörper zum Beispiel. Sie sind so ausgelegt, dass sie vielen Anwendungsfällen gerecht werden. Denn unsere jahrzehntelange Entwicklungserfahrung hat gezeigt, dass die Anforderungen an die Elektronik bzw. Rechnertechnik eines HMI oft ähnlich sind. Somit erfüllt zum Beispiel ein Arm-basiertes Embedded-System mit einem i.MX8M-Prozessor von NXP viele Anforderungen an die HMI-Recheneinheit. SYNEXIS bietet zudem passende, standardisierte Gehäuse- und Befestigungstechnik für verschiedene Arten der Display-Montage. Weil die Standard-Komponenten in vielen Projekten zum Einsatz kommen können, sind preissenkende Skaleneffekte bei den Entwicklungs-, Werkzeug- und Herstellungskosten möglich. Trotz des Preisvorteils handelt es sich um ausgereifte, haltbare Komponenten mit langen Support-Zeiten.
Und wo haben Kunden Gestaltungsfreiheit bei der Adaption des HMI?
Unter anderem lässt sich die Embedded-Plattform durch Feature Connectors mit Funktionen aufrüsten oder mit Extension Boards um Schnittstellen ergänzen. Besonders viel Wahlfreiheit bei der HMI-Gestaltung bietet SYNEXIS natürlich dort, wo es um das Display und seinen Ein- oder Anbau geht. Als Größen stehen im Standard 5 bis 15,6 Zoll Diagonale zur Auswahl. Aber es sind auch andere Displaygrößen möglich. Die Display-Einbauoptionen reichen von einer flächenbündigen Produktintegration bis zur Stand-alone-Lösung mit VESA-Befestigungspunkten. Und trotz der geringeren Kosten einer SYNEXIS-Bedieneinheit müssen Auftraggeber bei der Display-Technik keine Einbußen bezüglich der Bedienfreundlichkeit oder Haltbarkeit befürchten. Beispielsweise nutzt die Plattform hochwertige IPS-Displays, bei denen ein optisches Bonding zwischen Cover-Glas, Touch und Display gute Kontraste bewirkt, was gemeinsam mit den hohen Helligkeitswerten für eine sehr gute Ablesbarkeit sorgt.
Zu den Kosten einer Bedieneinheit gehören aus Kundensicht nicht nur die Ausgaben für die Entwicklung und Herstellung des HMI, sondern auch die Handhabungs- bzw. Montagekosten. Wie wird dieser Aspekt bei SYNEXIS berücksichtigt?
Ja, auch das haben wir im Blick, denn ein einfacher und schneller Anschluss und eine problemlose Montage kommen unseren Kunden zugute. Diesbezüglich werden wir bald schon eine Neuerung präsentieren: eine Option für die werkzeuglose, schnelle Montage. Die Entwicklung dazu ist fast abgeschlossen. Was mich besonders an der Entwicklung der werkzeuglosen Montageoption freut, ist die enge Zusammenarbeit mit unserer Muttergesellschaft Blum, die für ihre Möbelbeschläge bekannt ist und die den Lösungsvorschlag erarbeitet hat. Blum hat eine hohe Entwicklungs- und Fertigungskompetenz im Bereich Mechanik.
Sie sprachen anfangs die kurze Entwicklungszeit an. Wenn man von kürzeren Entwicklungszeiten profitiert, wie sieht denn dann die Zusammenarbeit in der frühen Phase aus?
Bei SYNEXIS-HMIs können Kunden in der Entwicklungsphase auf sogenannte Eval-Kits zurückgreifen. Diese erleichtern die Integration des HMI in ihr Endgerät. So können unsere Auftraggeber Unterstützung im Entwicklungsprozess einholen und es gegebenenfalls in die HMI-Integration einfließen lassen.
Welche SYNEXIS-Exponate können Interessenten am Stand der S.I.E auf der embedded world ansehen?
Am Stand zeigen wir alle drei Integrationsvarianten – von der Front-Mount-Version bis zum flächenbündigen Rear-Mount-Einbau – und aus der Familie der Touch-Displays haben wir die Standardgrößen mitgebracht. Außerdem haben wir einen Demonstrator für die neue, werkzeuglose Montage und unsere USB-C-Displays am Stand.
Nähere Informationen sind unter www.sie.at zu finden.
S.I.E auf der embedded world 2026: Halle 3, Stand 238, und Halle 1, Stand 564
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Display-Technik: USB-C-Anbindung spart Zeit und Kosten |
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Die USB-C-Displays von der S.I.E sind ideal für die getrennte Montage: Nur ein einziges USB-C-Kabel verbindet das (Touch-)Display und das Computermodul. Die Einkabellösung überträgt Display- und Touchsignale und übernimmt die Energieversorgung. Das reduziert die Komplexität und spart Zeit beim Einbau, weil weniger Kabel zu verlegen und zu stecken sind. Bei Bedarf lässt sich das USB-Kabel auch verriegeln, um ein versehentliches Lösen der Steckverbindung zu verhindern. USB-C bietet gute Eigenschaften hinsichtlich der Störanfälligkeit, und die Reduktion auf ein Kabel senkt die Zahl potenzieller Antennen für elektromagnetische Störungen. Wie bei den HMIs der Plattform SYNEXIS (siehe Interview) sind auch die USB-C-Displays von der S.I.E optional für eine werkzeuglose Montage erhältlich. Weitere Informationen erhalten Interessenten auf der embedded world 2026 an den S.I.E-Ständen in Halle 3, Stand 238, oder in Halle 1, Stand 564. |