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Bildung und Fachkräfte

Starke regionale Unterschiede bei der Qualifikation

07. Dezember 2020, 09:07 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Starke regionale Unterschiede bei der Qualifikation
© Gorodenkoff / Adobe Stock

Die Innovationskraft einer Region hängt stark davon ab, wie gebildet die Menschen dort sind. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, in welcher Region der Anteil der Hochqualifizierten an der Gesamtbevölkerung besonders hoch ist – und wo nicht.

In Berlin haben rund 43 Prozent der 25- bis 64-Jährigen ein Studium oder einen Meister absolviert. Bei den 30- bis 34-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei 51,3 Prozent. Damit leben in Berlin anteilig an der Bevölkerung die meisten Hochqualifizierten, wie eine neue Studie des IW zeigt.

Auch in Oberbayern ist der Anteil an Hochqualifizierten groß und liegt bei 40,5 Prozent. Auf dem dritten Rang folgt Hamburg mit 37,1 Prozent. Ausgewertet wurden die 38 NUTS-2-Regionen (NUTS sind Verwaltungseinheiten zur europäischen Vergleichbarkeit) in Deutschland.

Der Anteil der Niedrigqualifizierten an den 25- bis 64-Jährigen ist in Bremen mit 19,7 Prozent am höchsten. Als niedrigqualifiziert gilt, wer weder das Abitur noch eine Berufsausbildung hat. Im Regierungsbezirk Düsseldorf ist das bei 18,4 Prozent der Bürger dieser Altersklasse der Fall, im Regierungsbezirk Arnsberg bei 18,3 Prozent. Am geringsten ist der Anteil der Niedrigqualifizierten in der Region Dresden und in Thüringen mit jeweils 4,8 Prozent und in der Region Chemnitz mit 5,4 Prozent. 

Da die unterschiedlichen Qualifikationsstrukturen große Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Regionen haben – so haben etwa Regionen mit vielen Hochqualifizierten ein höheres Innovationspotenzial und die ortansässigen Unternehmen ziehen auch in Zukunft gebildete Menschen an. In den Regionen, in denen besonders viele Niedrigqualifizierte leben – sollte die Politik laut IW gezielt aktiv werden, um der Bildungsarmut entgegenzuwirken.

“Hier müssen vor allem die Kitas und Schulen besser ausgestattet werden, damit sie die Kinder und Jugendlichen individuell fördern können", sagt Studienautor Wido Geis-Thöne. "Dafür ist zusätzliches Geld notwendig, das die Kommunen in den betroffenen Regionen nur schwer allein aufbringen können."
 

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