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Homeoffice

»Fehlendes Homeoffice macht Arbeitgeber unattraktiv«

Bitkom-Präsident Achim Berg
Bitkom-Präsident Achim Berg. »Wer im Homeoffice arbeitet, wird steuerlich gegenüber Pendlern benachteiligt. Nur die wenigsten können ein Arbeitszimmer absetzen. Der Staat sollte fiskalische Instrumente bestmöglich einsetzen, um gesellschaftlich erwünschtes Verhalten anzuregen, also Verkehr zu reduzieren, verkehrsbedingte Emissionen zurückzufahren und – in Zeiten der Pandemie – soziale Kontakte zu vermeiden.« 
© Bitkom

»Fehlendes Homeoffice macht Arbeitgeber unattraktiv«, kommentiert Bitkom-Chef Achim Berg die Ergebnisse einer Studie seines Verbands. Für die Mehrheit der Befragten überwiegen die Vorteile der Mobilarbeit. Die Coronakrise habe einen tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt ausgelöst.

»Die Corona-Pandemie ist der Auslöser eines tiefgreifenden und nachhaltigen Wandels in der Arbeitswelt. Nach dem für die allermeisten erzwungenen Wechsel ins Homeoffice mit dem Lockdown im Frühjahr hat die große Mehrheit in den vergangenen Monaten überwiegend positive Erfahrungen gemacht“« sagt Bitkom-Chef Achim Berg in einer Pressekonferenz am Dienstag. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass flexibles Arbeiten die Qualität der Arbeitsergebnisse nicht schmälert – im Gegenteil. Unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten, könne allen Seiten Vorteile bringen, aber das setze einen tiefgreifenden Kulturwandel in der Arbeitswelt voraus. Der Wandel der Arbeitswelt müsse nun politisch pro-aktiv flankiert und mit Anreizsystemen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterstützt werden.

»Irritiert“ sei er über Arbeitgeber, die weiterhin auf Präsenzkultur pochten. Dies sei »unverantwortlich«, zumal Arbeitgeber, die das Homeoffice kategorisch ausschließen, »zunehmend unattraktiv« würden. Hier sei ein Kulturwandel in den Unternehmen nötig. Das Ende der Präsenzkultur bezeichnet der Bitkom-Chef als »tiefgreifenden und nachhaltigen Wandel«, die große Mehrheit der Befragten habe positive Erfahrungen mit Homeoffice gemacht, die Arbeitsqualität habe nicht gelitten. 
Da Arbeitnehmer im Homeoffice steuerpolitisch gegenüber Pendlern noch benachteiligt seien, sollte die Politik hier noch nachbessern. Zumal Homeoffice auch einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leiste, so Berg. »Homeoffice wird mehr und mehr zur gesellschaftlichen Realität«. Mehr als die Hälfte der Jobs in Deutschland eigne sich für Homeoffice, jeder Fünfte Befragte könne nach eigener Einschätzung sogar ausschließlich ins Homeoffice wechseln, ohne Produktivitätsverlust. 
Und nach der Pandemie? »Flexibles Arbeiten wird weiter an Bedeutung gewinnen«, zeigt sich Berg überzeugt. Jeder dritte werde seinen Arbeitsort in Zukunft frei wählen, »das wird in Zukunft großzügiger gehandhabt werden«, zeigt sich Berg überzeugt. Das investierte Vertrauen werde sich für Arbeitgeber auszahlen. Eine Herausforderung bleibe die Abgrenzung von Beruflichem und Privatem, hier brauche es laut Berg »klare Regelungen«. 

Überrascht habe Berg die Deutlichkeit, mit der sich Arbeitnehmer für das Homeoffice ausgesprochen hätten, obwohl die Kollegen vermisst würden. Man wolle nicht mehr für jedes Meeting ins Büro, die technischen Voraussetzungen, von zuhause aus zu arbeiten, seien gegeben. Was nun noch fehle, sei eine Anpassung der Gesetzgebung an die neue Realität. Der Bitkom fordert eine Abkehr von der 11-Stunden-Reglung und Wochen- statt Tagesarbeitzeit. »Das ist dringend zu lösen«, so Berg. 
 


  1. »Fehlendes Homeoffice macht Arbeitgeber unattraktiv«
  2. Die Studie im Detail
  3. Homeoffice-Verweigerer: Schlechtes Internet und Präsenzkultur sind Hauptgründe 

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