Arbeitsrecht

3G am Arbeitsplatz in Bayern – was nun gilt

10. November 2021, 9:35 Uhr | Anabel Vogel, KLIEMT.Arbeitsrecht

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Testverweigerer ins Homeoffice?

Was passiert mit „Testverweigerern“?
Den Testverweigerern können arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen, von einer Abmahnung bis zur Kündigung bei wiederholtem Verweigern eines Tests. Es ist zulässig, einem Mitarbeiter, der ein negatives Testergebnis nicht vorlegen kann, auch den Zugang zum Betrieb zu verweigern (ArbG Offenburg, Urt. v. 03.02.2021, Az. 4 Ga 1/21). An dem Tag, an dem der Mitarbeiter den negativen Test nicht vorlegen kann, muss dieser soweit möglich, von zu Hause aus oder einem anderen Ort ohne Kontakt zu anderen arbeiten. Kann er an einem solchen Ort nicht arbeiten, entfällt der Lohnanspruch.

Zudem dürfte eine unbezahlte Freistellung des „Testverweigerers“ möglich sein. Ein Lohnanspruch kann nur dann entfallen, wenn jede anderweitige Beschäftigungsmöglichkeit fehlt.

Eine anderweitige Beschäftigungsmöglichkeit könnte eine dauerhafte Tätigkeit im „Homeoffice“ sein. Arbeitsort dürfte in den meisten Arbeitsverträgen jedoch die Betriebsstätte sein. Um im „Homeoffice“ dauerhaft arbeiten zu können, bedarf es einer entsprechenden Rechtsgrundlage – zum Beispiel einer Regelung im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung. Eine gesetzliche „Homeoffice“-Pflicht fehlt derzeit (noch).

Fehlt eine solche „Homeoffice“-Regelung, ist eine dauerhafte Tätigkeit im Homeoffice ohne gesonderte Vereinbarung nicht möglich. Kann der Mitarbeiter ohne negatives Testergebnis nicht im Betrieb arbeiten, könnte eine Arbeitsverweigerung des Mitarbeiters vorliegen, welche dazu führen könnte, dass der Lohnanspruch entfällt. 

Hier geht es zum Blog-Beitrag von KLIEMT.Arbeitsrecht. 


  1. 3G am Arbeitsplatz in Bayern – was nun gilt
  2. Wer zahlt? Und muss der Betriebsrat beteiligt werden?
  3. Testverweigerer ins Homeoffice?

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