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50 Jahre E-Mail

Nicht tot zu kriegen

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Erst 1984 ging an der Universität Karlsruhe die erste E-Mail in Deutschland ein.
© Bild: Adobe Stock

Im November 1971 versendete der Programmierer Ray Tomlinson die erste E-Mail. Heute sind täglich mehr als 300 Milliarden E-Mails weltweit im Umlauf, pro Tag landen im Schnitt 26 berufliche E-Mails im Posteingang. Der Bitkom nimmt das Jubiläum zum Anlass und gibt Tipps für sicheren E-Mail-Verkehr. 

Die erste elektronische Nachricht zwischen zwei Computern wurde zwar bereits 1969 im ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network) des US-Verteidigungsministeriums versendet. Zwei Jahre später entwickelte der Amerikaner Tomlinson die E-Mail, wie wir sie heute kennen. Mit ihr konnte man erstmals eine Nachricht einem bestimmten Empfänger auf einem bestimmten Computer zuweisen.

Dazu führte Tomlinson das @-Zeichen ein. Dadurch erhielt die E-Mail ihre noch heute gültige Form: Benutzername@Domain. Nach Deutschland kam die E-Mail allerdings erst 13 Jahre später: 1984 ging an der Universität Karlsruhe die erste E-Mail in Deutschland ein.

„Mit der E-Mail begann ein neues Zeitalter der Kommunikation. Die E-Mail hat die internationale Kommunikation demokratisiert. Jede und jeder konnte in Echtzeit und faktisch kostenlos weltweit Nachrichten und Informationen austauschen – insofern man über einen Computer mit Modem verfügte. Es war der erste Schritt zur globalen Vernetzung unserer heutigen digitalen Welt“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Obwohl es inzwischen Nachrichtensysteme wie Messenger oder Kollaborationstools gibt und die E-Mail immer wieder als Auslaufmodell gehandelt wird, wird sie weiterhin in allen - 100 % - Unternehmen häufig zur Kommunikation nach außen und nach innen genutzt, zeigt eine aktuelle Bitkom-Studie. Nur das Festnetz-Telefon ist mit 98 Prozent fast genauso weit verbreitet. „Im Berufsalltag ist die E-Mail nach wie vor das Kommunikationsmittel Nummer eins“, sagt Rohleder.

Allerdings ist die E-Mail auch ein Einfallstor für Cyberkriminelle

24 Prozent der deutschen Unternehmen berichten in der Bitkom-Studie von Manipulationsversuchen per E-Mail. Besonders der Diebstahl sensibler E-Mail-Inhalte ist ein verbreitetes Problem: So wurden von fast zwei Dritteln (63 Prozent) aller Unternehmen, die von Diebstahl sensibler digitaler Daten betroffen sind, entsprechende Kommunikationsdaten gestohlen.

„Die E-Mail ist ein immer noch gut funktionierendes Werkzeug für Cyberattacken. Kriminelle können E-Mails mitlesen und sensible Daten abgreifen – oder auch Inhalte unbemerkt fälschen und Nachrichten mit falscher Identität erstellen“, sagt Rohleder. „Sicherheitsmaßnahmen wie digitale Signaturen und Verschlüsselung steigern den Schutz vor Diebstahl und Spionage. Allerdings sind sie noch nicht ausreichend verbreitet.“ So nutzen etwa erst vier von zehn Unternehmen (41 Prozent) verschlüsselten E-Mail-Verkehr.


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