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Huawei baut Fab

IC-Versorgung trotz der US-Sanktionen

03. November 2020, 10:24 Uhr   |  Heinz Arnold

IC-Versorgung trotz der US-Sanktionen
© Huawei

In Singapur will Huawei eine eigen Fab bauen, die ohne Maschinen aus den USA auskommt, um die amerikanischen Sanktionen umgehen zu können.

Entsprechend der verschärften US-Export-Sanktionen vom September dieses Jahres dürfen IC-Hersteller, die mit Hilfe von Maschinen aus den USA fertigen, dieses Chips nicht mehr an Huawei liefern. Weil praktisch alle Fabs der Welt auf Equipment aus den USA angewiesen sind, schneiden die USA mit den Sanktionen Huawei von den Chips ab, die das Unternehmend dringend für die eigenen Smartphones, Server und Telekommunikationsausrüstungen benötigt. Huawei selber sprach von einer sehr ernsten Situation.

Jetzt will das chinesische Unternehmen in Singapur eine Fab bauen, die offenbar mit Equipment aus China und mit gebrauchten Maschinen arbeiten soll, die am Weltmarkt erhältlich sind. Wie die Financial Times berichtet, soll die Fab vom Shanghai IC R&D Center betrieben werden. Die Fab soll zunächst mit der Fertigung von einfachen 45-nm-Chips starten, bis Ende 2021 aber schon auf 28-nm-Chps übergehen. Ende 2022 soll die 20-nm-Generation erreicht sein.

Auch wenn das für Chips, die in Smartphones benötigt werden, noch nicht ausreicht, so könnte Huawei doch einen großen Teil der für die Telekommunikations-Infrastruktur benötigten Chips in dieser Fab zu fertigen. Zwar finden auch hier inzwischen Chips mit deutlich kleineren Strukturbreiten Einsatz, doch nach Ansicht eines Experten, den die Financial Times zitiert, könne Huawei den Nachteil der leistungsschwächeren Chips mit Verbesserungen auf der System- und Software-Ebene bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Das sei ausreichend für den Aufbau der 5G-Infrastruktur in China.  

Motiviert durch die US-Sanktionen arbeitet die chinesische Industrie inzwischen eng zusammen, um in eigenen Land die für die ICs erforderliche Wertschöpfungskette vollständig aufzubauen – von den erforderlichen Materialien, über die Maschinen bis zu den EDA-Tools. Das wird sicherlich seine Zeit dauern, doch die Regierung von China und die chinesische Industrie scheinen entschlossen, diesen Weg zu gehen.

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