Schwerpunkte

Handelsstreit China USA

Trifft es nach Huawei nun DJI?

03. September 2020, 06:37 Uhr   |  Heinz Arnold

Trifft es nach Huawei nun DJI?
© DJI

Die Drohne vom Typ »Mavic Air 2« von DJI.

Die chinesische DJI ist der größte Hersteller von Drohnen weltweit und bezieht einen großen Teil der ICs von US-Herstellern. Die USA befürchten, auch hier ausspioniert zu werden.

DJI, die weltweit auf einen Marktanteil von 70 Prozent kommen dürfte, ist für ihre günstigen Preise bekannt. Das liegt daran, dass das Unternehmen soweit wie möglich Komponenten einsetzt, die ab Lager lieferbar sind und bereits in große Stückzahlen in andere Geräte wie PCs und Smartphones wandern.

Jetzt haben Nikkei zusammen mit der japanischen Fomalhaut Techno Solutions das Innenleben der Drohne »Mavic Air 2« von DJI untersucht. Diese Drohne ist für 750 Dollar zu haben. Die Komponenten kosten laut der Analyse rund 135 Dollar. Damit liegt die Kostenanteil der Komponenten um 30 bis 35 Prozent niedriger als für typische Smartphones. Nikkei Asia Review zitiert den Manager eines japanischen Drohnenherstellers mit den Worten, dass sein Unternehmen das doppelte für die Komponenten aufwenden müsste, um eine Drohne mit vergleichbaren Fähigkeiten herstellen zu können.

Allerdings kommen viele der verwendeten Komponenten von US-Herstellern. Unter anderem liefert TI die ICs für das Batterie-Management, HF-Chips bezieht DI von Qorvo. Falls die USA ähnliche Exportrestriktionen wie für Huawei verhängen würden, hätte auch DJI Schwierigkeiten, Zulieferer außerhalb der USA für derartige Chips zu finden. Wie Hauwei könnte also auch DJI hart getroffen werden. Das U.S. Department of Homeland Security befürchtet bereits, dass Drohnen von DJI sensible Daten und Informationen weiterleiten könnten, das amerikanische Militär beschränkt den Einsatz von Drohnen, die aus China kommen. Drohen von DJI benutzt das Militär seit 2017 nicht mehr.

Im Moment ist die 2006 gegründete DJI außerordentlich erfolgreich. 2016 lag ihr Umsatz nach eigenen Angaben bei 1,5 Mrd. Dollar, 2017 bei 2,8 Mrd. Dollar. Insgesamt erreicht die Kapitalisierung derzeit laut Nikkei Asian Review 15 Mrd. Dollar. Allein der weltweite Markt für Drohnen, die im Energie- und Versorgungsbereich Einsatz finden, soll laut Frost & Sullivan bis 2030 um jährlich 23,6 Prozent auf 515 Mio. Dollar steigen. Wie Drone Industry Insight (DroneII) prognostiziert, wird der Markt für zivile Drohnen von 20 Mrd. Dollar 2019 auf 43 Mrd. Dollar 2024 wachsen.   

Trotz des niedrigen Preises kann die »Mavic Air 2« 4K-Videos aufnehmen, Objekte automatisch verfolgen und Hindernisse umfliegen. Das Motherboard der 570 g schweren Drohne ist 10 cm x 4 cm groß und enthält zehn große sowie kleinere Chips, wie Nikkei und Fomalhaut Techno Solutions ermittelt haben. Sie lässt sich von einem Piloten steuern, der bis zu 6 km entfernt sein kann. Die Bestandteile der Kamera an Bord finden sich auch in Smartphones, der GPS-Empfängerbesteht aus Teilen, die aus Smartwatches bekannt sind.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Drohnen stopfen Schlaglöcher
Gelungenes Werk oder Überregulierung?
Deutscher Drohnenmarkt hebt ab
Kein Weg zu Kirin-Prozessoren
»Von exemplarischer Bedeutung für Cybersicherheit«
US-Regierung verschärft Vorgehen gegen Huawei

Verwandte Artikel

Huawei Technologies Deutschland GmbH