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Neue Atom-Generation x6000E beschleunigt IoT-Geräte

19. Oktober 2020, 12:39 Uhr   |  Joachim Kroll

Neue Atom-Generation x6000E beschleunigt IoT-Geräte
© Intel

Die neue Atom-Generation x6000E weist Features auf, die für den IoT- bzw. Industrie-Einsatz wichtig sind.

Mit der neuen Generation der Atom-Serie x6000E bringt Intel erstmals seit Jahrzehnten wieder Prozessoren mit dedizierten Funktionen für den Einsatz in der Industrie auf den Markt.

Bisher waren Intels so genannte »Embedded-Prozessoren« ausgewählte Exemplare seiner PC-Prozessoren, für die das Unternehmen eine längere Lieferzeit zusagte. Technisch unterschieden sich diese Prozessoren aber nicht – abgesehen von ein paar Exemplaren aus grauer Vorzeit (80386EX – kennt den noch jemand? – oder 80186). Das spannende an den neuen Atom-Prozessoren der Serie x6000E ist, dass sie über einige technische Eigenschaften verfügen, die explizit auf Anwendungen in der Automatisierung oder im Fahrzeug zielen – aber nicht nur.

Zunächst ist Atom eine Prozessorfamilie mit genügsamer Energieaufnahme. Die maximale TDP beträgt 12 Watt für einen Vierkerner. Darin eingeschlossen ist die Southbridge, die im Multi-Chip-Package integriert ist. Es gibt die Prozessoren auch als Pentium- und Celeron J/N-Versionen für billige Notebooks, denen die ECC-Funktion beim Arbeitsspeicher fehlt. Ansonsten gliedert sich die neue Atom-Familie in drei Zweige: x6000E, x6000RE und X6000FE.

Tabelle
© Intel

Tabelle: Übersicht über die »Elkhart Lake«-Prozessoren.

Echtzeit- und Safety-Features

Die RE-Prozessoren haben Echtzeit-Funktionen an Board, indem sie das TSN-Ethernet-Protokoll (Time-Sensitive Networking) und »Time Coordinated Computing« (TCC) unterstützen. Während TSN für eine Echtzeitfähigkeit bei der Kommunikation sorgt, verbessert TCC dies bei den Rechenvorgängen im Prozessor und senkt die »worst-case Execution Time«.

Die FE-Prozessoren haben zusätzlich noch ein »Safety Island« integriert, das Funktionale Sicherheit unterstützt. Auch wenn Intel hier noch keine detaillierten technischen Informationen kundgetan hat, ist davon auszugehen, dass diese »Insel« Überwachungsfunktionen enthält, etwa um zwei unabhängige Ausführungspfade bereitzustellen, sodass die Korrektheit kritischer Ereignisse oder Berechnungen überprüft werden kann. Dies dient zur Realisierung von Funktionaler Sicherheit für Anwendungen im Automobil und in Automatisierung/Maschinenbau.

Embedded-Module mit Atom E6000

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Die E-Prozessoren stellen die allgemeine Implementierung die Atom-x6000E-Serie dar, die für Einsatzzwecke gedacht ist, die weder Echtzeit noch Funktionale Sicherheit brauchen. Das könnten z.B. Digitale Anzeigen sein, Mediaplayer, Gaming-Automaten, Heimautomatisierung. Was aber auch diese Prozessoren haben, ist eine neue Art von ECC-Speicherunterstützung, den sog. Inband Error Correction Code (IBECC). Dabei wird ein kleiner Teil des DRAMs für ECC verwendet. Es muss nicht der gesamte Speicher im ECC-Modus betrieben werden. Über das BIOS können ECC- und Non-ECC-Bereiche definiert werden. Das spart Kosten, da die Board-Hersteller nicht auf die teuren ECC-Speichermodule zurückgreifen müssen.

Die Prozessoren gibt es mit zwei oder vier Kernen, wobei die Dual-Core-Versionen mit 6,5 W TDP spezifiert sind, der X6200FE, der ohne integrierte Grafik kommt, sogar nur mit 4,5 W TDP. Dank 10-nm-Fertigung des Prozessors rechnet Intel mit einer um 50 Prozent gesteigerten Rechenleistung gegenüber die Vorgänger-Atomgeneration E3950. Dies geht einerseits auf einen höheren Durchsatz der CPU und zu einem kleineren Teil auf eine höhere Taktfrequenz zurück.

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