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3D-Druck in der Industrie

Raus aus den Kinderschuhen!

13. Juli 2018, 10:39 Uhr   |  Karin Zühlke

Raus aus den Kinderschuhen!
© Fotolia / Wordley Calvo Stock

Der 3D-Druck ist erwachsen geworden.

Der 3-Druck hat sich zur ernst zu nehmenden Fertigungstechnologie gemausert und vom Rapid Prototyping bereits vielerorts den Absprung in die Serie geschafft.

VDMA, 3D-Druck.jpg
© VDMA

Welchen Einsatz finden additiv gefertigte Bauteile?

So nehmen additive Fertigungsverfahren beispielsweise auch im Maschinenbau eine immer größere Bedeutung ein – nicht nur um Prototypen zu erstellen, sondern als ernst zu nehmende ergänzende Fertigungstechnik. Laut einer aktuellen Umfrage der VDMA-Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing spielen bereits in fast der Hälfte der Unternehmen 3D-Druck-Bauteile oder additive Fertigung eine Rolle. Viele weitere Maschinenbauer prüfen Einsatzmöglichkeiten.

»Zwar handelt es sich dabei in vielen Fällen noch um relativ kleine Investitionen, einige Firmen kommen aber bereits auf eingesetzte Bauteilvolumen im sechsstelligen Euro-Bereich«, erläutert Rainer Gebhardt, Leiter der Arbeitsgemeinschaft. Auffällig dabei ist, dass sowohl Kunststoff-als auch Metallfertigung rasch an Bedeutung gewinnen. Die Hälfte der befragten Unternehmen setzt ausschließlich Kunststoff-3D-Druck ein, ein Viertel beschäftigt sich nur mit Metallfertigung. Alle anderen befragten Unternehmen verwenden beide Rohstoffe.

Noch hat dabei das Prototyping die größte Bedeutung, 50 Prozent der Firmen nennen es als Einsatzzweck von 3D-Druck. »Die andere Hälfte der Unternehmen hat aber bereits Anwendungen in den Bereichen Serie, Werkzeug, Ersatzteile«, sagt Gebhardt. Dabei hält sich die 3D-Druck-Fertigung durch Dritte die Waage mit dem firmeninternen Einsatz von additiven Fertigungsverfahren. Die eigene Fertigung im Kunststoffbereich wird oft zum Einstieg in das Thema genutzt. Das Angebot von Dienstleistern ist dagegen eine Möglichkeit, Serienteile on Demand zu bestellen. Und das wird zunehmend genutzt, etwa in der Luftfahrt und im Automobilsektor.

Während von OEMs vor fünf oder sechs Jahren Mengen von 10 bis 25 Teilen bei den Dienstleistern angefragt wurden, sind es heute 1000 bis 10.000 Stück und OEMs arbeiten inzwischen zum Teil sogar auf Basis von Rahmenverträgen mit Dienstleistern zusammen. Auch beim 3D-Druck-Maschinenhersteller EOS kann man die rapide Entwicklung der Nachfrage nach 3D-Druck für die Serie bestätigen. Viele Kunden befinden sich jetzt in der Qualifikationsphase. »Wir merken auch an den Anfragen, dass die Anforderungen z.B. von den Automobilherstellern steigen, aber wir wachsen da natürlich gerne mit«, erklärt Fabian Stöver, Senior Product Manager Polymer von EOS. »Wir werden mit deutlich mehr Fragen konfrontiert als in der Anfangszeit, aber wenn man es einmal geschafft hat, sich im Automobilbereich mit einer Lösung zu qualifizieren, kann man das erarbeitete Wissen natürlich auch für andere Projekte nutzen.«

Additive Manufacturing entwickelt sich zu einem festen Bestandteil moderner Fertigungstechnologien. »Die Entwicklung zu produktiveren und prozesssicheren Produktionssystemen und das wachsende Materialangebot beschleunigen diesen Trend«, so Christoph Hauck, der Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing und Geschäftsführer des Unternehmens toolcraft.

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