Schwerpunkte

Industrieller 3D-Druck mit Kunststoffen

»Keine falsche Scheu vor der Technologie!«

18. Juli 2018, 09:56 Uhr   |  Karin Zühlke

»Keine falsche Scheu vor der Technologie!«
© Global Formula Racing

Internationale Zusammenarbeit bei der Formula Student: Das Elektrofahrzeug des Teams Global Formula Racing ist das erste und bisher einzige, welches von Studenten einer deutschen und amerikanischen Universität konstruiert und gefertigt wurde.

Industrieller 3D-Druck mit Polymermaterialien kommt nicht nur beim Rapid Prototyping zum Einsatz, sondern hat auch die Serienfertigung erobert. Mit neuen Features seiner „Einsteigermaschine“ und neuen Materialien will EOS weitere Einsatzgebiete erschließen.

Mittlerweile beläuft sich der Anteil aller von  EOS im Feld befindlichen Systeme für den industriellen 3D-Druck mit Polymeren – Kunststoffen – nach Auskunft von Fabian Stöver, Senior Product Manager Polymer von EOS, auf rund 50 Prozent. Die andere Hälfte der EOS-Systeme machen Lösungen zur Verarbeitung von Metallwerkstoffen aus. Insgesamt sind etwa 3000 Systeme von EOS weltweit im Einsatz.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Krailling bei München ist anders als andere Mitbewerber rein auf den industriellen 3D-Druck mit Metallen und Kunststoffen spezialisiert. »Das Consumerfeld adressieren wir mit unseren Maschinen bewusst nicht«, unterstreicht Stöver. EOS ist einer der Pioniere im 3D-Druck bzw. beim Additive Manufacturing (additive Fertigung, AM), wie die Technologie korrekterweise benannt werden müsste. Man spricht aber auch bei EOS alternativ vom industriellen 3D-Druck, da sich dieser Begriff mittlerweile auf dem Markt etabliert hat.

Das Unternehmen ist seit seiner Gründung vor knapp 30 Jahren inhabergeführt und beschäftigt weltweit gut 1200 Mitarbeiter. Die Maschinen kommen allesamt aus deutscher Fertigung. EOS legt dabei Wert auf eine tiefe Wertschöpfung im Haus. Dieses Konzept geht auf, das Geschäft floriert. Starkes Wachstum verzeichnet EOS bei Kunden im Automotive- und Aerospace-Sektor, aber auch die Bereiche Elektronik und Medizintechnik haben laut Stöver zunehmend die Vorzüge der Technologie erkannt.

Wirtschaftliches Wachstum braucht Platz. So wurde die Präsenz in Deutschland erst kürzlich mit zwei neuen Standorten noch einmal deutlich erweitert: In Maisach, westlich von München, findet nun die Endfertigung der EOS-Systeme statt, in Düsseldorf bietet das EOS Innovation Center Unternehmen individuelle Beratung und regionale Unterstützung. »Darüber hinaus sind wir in 15 Ländern der Welt mit zahlreichen Sales&Service-Büros und fünf Technologiezentren, ähnlich dem Innovation Center, aktiv«, ergänzt Moritz Kügler, Produktmanager von EOS. Standorte unterhält EOS in Asien, Europa und den USA. Darüber hinaus werden die Systeme weltweit von über 70 Distributoren verkauft. Inzwischen gebe es Kunden, die ganze Werkshallen mit 30 Systemen und mehr von EOS betreiben, so Stöver. »Auch die großen Automobil-OEMs setzen seit Jahren den 3D-Druck ein, platzieren aber ihre Aufträge hauptsächlich bei Dienstleistern«, erklärt Kügler eine der Besonderheiten der 3D-Druck-Wertschöpfungskette. »Unser Ansatz ist, nicht nur Systeme auszuliefern, sondern wir wollen unseren Kunden die Gesamtlösung bieten, um erfolgreich zu fertigen – vom Werkstoff über Software bis hin zum Consulting«, betont Stöver.

Smarter Einstieg in den industriellen 3D-Druck

»Wichtig ist, dass Unternehmen sich jetzt mit dem 3D-Druck befassen und keine falsche Scheu vor der Technologie haben. Denn Bauteile in sehr guter und zuverlässiger Qualität lassen sich auch bei einem kostengünstigen Einstieg in die additive Fertigung produzieren«, appelliert Kügler an Interessenten.

Neben großen und entsprechend kostenintensiven Maschinen für große Serien hat EOS dazu für den 3D-Druck mit Kunststoffen eine Maschine für den smarten Einstieg im Programm, die das Unternehmen aktuell in einer neuen Generation auf den Markt bringt: Basierend auf der Formiga P 110 bietet die neue Generation mit dem Zusatz „Velocis“ durch technische Verbesserungen eine Produktivitätssteigerung von bis zu 20 Prozent sowie eine noch homogenere Bauteilqualität. Als kompaktes System eignet sich die Lösung damit ideal für den Einstieg in den industriellen 3D-Druck – von Rapid-Prototyping-Anwendungen bis hin zur Kleinserienproduktion.

kuhnstoff_greifer.jpg
© Kuhn-Stoff

Innovatives Greifersystem: Dank des optimierten Designs sind die vier Greifer auf dem Haltegerüst mit integrierter pneumatischer Führung signifikant leichter, bestehen aber trotzdem im anspruchsvollen Dauereinsatz.

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1. »Keine falsche Scheu vor der Technologie!«
2. Der richtige Werkstoff
3. In der Serie angekommen

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