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Durch die Nordwestpassage

Seekabel soll Japan mit Europa verbinden

Seekabel Nordwestpassage
Das neue Kabel soll von Japan über Alaska und die Arktis, bis nach Norwegen und Irland reichen.
© Far North Digital

In der Arktis soll ein neues Glasfaserkabel verlegt werden – quer durch die berühmte Nordwestpassage. Es soll den internationalen Datentransfer beschleunigen und neue Möglichkeiten eröffnen.

Die Nachfrage nach sicheren, schnellen und umfangreichen internationalen Datenübertragungskapazitäten nimmt weiter zu. Nach Angabe des Cisco Visual Networking Index soll der jährliche globale IP-Verkehr bis 2022 4,8 Zettabyte pro Jahr (ZB – eine Milliarde Terabyte)oder 400 Millionen TB pro Monat erreichen. Im Jahr 2017 lag die Jahresrate des weltweiten IP-Verkehrs noch bei 1,5 ZB pro Jahr oder 122 Mio. TB pro Monat.

Aus dem Grund planen das nordamerikanische Unternehmen Far North Digital und das finnische Cinia die Glasfasertrasse »Far North Fiber«. Mit 16.500 km Leitungslänge soll sie Asien mit Europa und Nordamerika verbinden – quer durch die Nordwestpassage, ein Seeweg, der lange Zeit von Seefahrern vieler Länder gesucht wurde. Laut den Projektpartnern sei die Passage nun saisonal eisfrei und somit eine latenzarme und robuste Verbindung möglich. Anlanden soll das Kabel in Japan, Alaska, der kanadischen Arktis, Irland und Norwegen/Finnland.

True North Global Networks LP, eine kanadische Tochtergesellschaft von Far North Digital, will außerdem mit indigenen Organisationen und lokalen Regierungen zusammenarbeiten. Hierbei sollen Außenstellen in der kanadischen Arktis entstehen. So sollen auch entlegene Orte mit Breitband versorgt werden. Zudem könnten Datenzentren enstehen, die sich mit erneuerbaren Energien betreiben lassen. Außerdem soll es der Wissenschaft neue und verbesserte Möglichkeiten zur Erforschung des Klimawandels bieten.

Die arktische Route umgehe laut Projektpartner außerdem kritische Engpässe wie konventionelle, stark befahrene Schiffsrouten. Alcatel Submarine Networks (ASN) soll die Führung bei der Planung und Installation des Projekts übernehmen. Das Kabel soll bis Ende 2025 in Betrieb genommen werden – die geschätzten Kosten für das Projekt betragen rund 1,48 Milliarden CAD.

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